Total normal: Triumph Bonneville 750 (Archivversion) Total normal

Wer heute eine elf Jahre alte englische Triumph Bonneville 750 fährt - aus der letzen Serie von Les Harris, der 1988 die Produktion einstellte -, muß exzellente schrauberische Fähigkeiten besitzen. Mike Nägele aus dem schwäbischen Pliezhausen, gelernter Maschinenschlosser und Mechaniker bei einer Harley-Vertragswerkstatt, leistet sich den Luxus solch fast altmodischer, zeitraubender Qualitäten. Er trieb dem britischen Twin nicht nur die chronischen Macken - Kolben- und Getriebeschäden - aus, sondern nahm auch jeden Winter an der mittlerweile nur noch 170 Kilogramm schweren Bonnie nach eigenem Gusto ästhetische Veränderungen vor. So wurde mit der Zeit aus dem original britischen Museumsstück ein internationaler Teileträger. Das fing mit dem Heck einer Kawasaki Z 650 und der Bremsscheibe einer Honda CBR 600 japanisch an, setzte sich mit spanischen Akront-Felgen, italienischen Dellorto-Vergaser, einer schwäbischen Eigenkonstruktion der Vierkantschwinge und einem deutschen Maico-Startnummernschild fort. Englische Norton Commando-Auspufftüten, französische Fournales- Dämpfer, amerikanische K&N-Luftfilter, ein deutscher Kröber-Drehzahlmesser und weiterer schwäbischer Eigenbau folgten. Diesen Winter hat Mike Nägele eine schöpferische Pause eingelegt. Zum nächsten Isle of Man-Besuch wird er - außer einem Kolben, sicher ist sicher - keine Ersatzteile mehr mitnehmen. Denn mit Leichtmetallzylindern ist Nummer 57 mittlerweile auch bei der zügigen Umrundung des TT-Kurses auf der sicheren Seite.

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