Total normal: Yamaha RD 500 (Archivversion) Total normal

Wenn das erste Staatsexamen naht, sind Jurastudenten normalerweise nie ohne ihre dicken roten Wälzer anzutreffen, in die sie ständig ihre Nasen stecken, um Paragraphen zu büffeln. Doch der 24jährige Christopher Frey scheint auch im höheren Semester nicht so recht in das Schema des vom Termindruck Gestreßten zu passen. Gibt er doch freimütig zu: »Auch letzten Winter habe ich soviel Zeit mit Umbauten verbracht, daß der Anteil der Originalteile an der Yamaha mittlerweile gegen Null geht.« Das ist zwar ein bißchen getrommelt, aber Klappern gehört nun mal zum Handwerk eines künftigen Anwalts. Warum die Wahl für das Objekt seiner Umbauambitionen gerade auf die eher seltene RD 500 fiel? »Ich bin mit einer 200er Vespa zur Schule gefahren. Als die fast 30 PS hatte und nichts mehr ging, wußte ich, daß ich auf einen großen, schon original potenten Zweitakter scharf war.« Konsequent stieg Christopher Frey mit der 90 PS starken Yamaha ins Motorradfahrerleben ein. Seit 1993 modelt er nun nicht nur in den Semesterferien an seinem Fall herum. Der Zweitakt-Fan änderte Design und Lackierung, baute eine GFK-Verkleidung nach seinen Vorstellungen um. Und schwärmt, wie durch die Fahrwerksmodifikationen, die optimierte Aerodynamik, die anderen Reifen und Bremsen die bekannten Schwächen des Originals wie mangelnder Geradeauslauf und Pendeln bei hoher Geschwindigkeit der Vergangenheit angehören. »Das ist eine RD 500, die auch bei Topspeed noch Spaß macht.« Und mit Stolz in der Stimme und ganz zukünftiger Jurist fügt er hinzu »Alles eingetragen.« Als Beweis zeigt er den Kraftfahrzeugbrief - die Auflistung der Eintragungen füllt drei engbedruckte Seiten.

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