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Traumbike Honda Africa Twin.

INTERMOT-Countdown 2016: 6 Honda Africa Twin

Wie heißt’s so schön? Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weiterreichen der Flamme. Die Africa Twin tritt das Erbe ihrer Vorfahren an – und besitzt auf Anhieb jede Menge flammende Verehrer.

Man könnte jetzt ganz plump die Frage stellen: Sie suchen eine unkomplizierte Mittelklasse-Reiseenduro, mit möglichst wenig elektronischem Schnickschnack ausgestattet, nicht übermotorisiert und mit einer Technik, die für die Ewigkeit gebaut ist? Die Antwort müsste lauten: Bitte schön, so ein Bike gibt es – die 1000er-V-Strom von Suzuki. Gut verkauft hat sich die bodenständige Frau Strom seit ihrem Revival vor zwei Jahren jedoch nicht.

Insofern wäre durchaus Skepsis angebracht gewesen, als Honda im vergangenen Winter eine neue Reiseenduro präsentierte. 1000 cm³ Hubraum, 95 PS, 233 Kilogramm Gewicht, nur das Nötigste an Elektronik – die Eckdaten ähneln denen der Suzuki frappant. Und ein Revival feiert sie ebenfalls, die Honda Africa Twin.

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Interview zur Honda Africa Twin

Beinahe drei Jahrzehnte ist es her, dass die erste Honda Africa Twin im Jahr 1988 für Furore sorgte. In Sachen Marketing war das Feld damals bestens für sie vorbereitet: Der Franzose Cyril Neveu hatte im Vorfeld zweimal die Rallye Paris – Dakar gewonnen. Seine sündteure Werksmaschine NXR 750 – man sprach damals von einem Wert von 300.000 D-Mark – ging als „Queen of Africa“ in die Rallye-Historie ein. Auch wenn die erste Africa Twin letztlich nur eine auf 647 cm³ Hubraum aufgebohrte und mit höherwertigen Federelementen aufgewertete Transalp war, schlug die Neue ein wie eine Bombe. Eine in den Farben der Honda Racing Corporation (HRC) lackierte und im Rallye-Stil gehaltene Verkleidung, die Abenteuer suggerierende Modellbezeichnung und die solide Transalp-Technik – mit dieser Kombination trafen die Modellplaner damals exakt den Geist der Zeit.

Und nun? 13 Jahre nachdem die letzte Honda Africa Twin im Jahr 2003 vom Band lief, knüpfen die Mannen in Rot offensichtlich an genau diese Tradition wieder an. Die neue Africa Twin will sich gar nicht anlegen mit den voll elektrifizierten und kraftstrotzenden High-End-Reiseenduros von BMW, Ducati, KTM und Co. Und auch auf verschiedene Motor-Mappings, Ride-by-Wire oder semiaktiv arbeitende Federelemente lässt sich die Neue erst gar nicht ein, bleibt ganz betont bodenständig. Freilich, man könnte die schnörkellose Technik auch als Opfer auf dem Altar des Kostendrucks ansehen. Vor allem, weil auch der V2-Treibsatz einem günstiger zu produzierenden Reihen-Twin weichen musste – auch wenn der mit einem Hubzapfenversatz von 270 Grad charakterlich und akustisch einen 90-Grad-V2 imitiert.

Die neue Honda Africa Twin tritt das Erbe ihrer Vorfahren an – und besitzt auf Anhieb jede Menge flammende Verehrer: MOTORRAD-Leser und -User haben sie aus 10 wichtigen Honda-Modellen der letzten 25 Jahre zur beliebtesten Honda gewählt.
Für's Video interviewte Dina Dervisevic von MOTORRAD online den Enduro-Experten und MOTORRAD-Testredakteur Peter Mayer.
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Einfachheit des Seins überträgt sich auf den Fahrer

Sei’s drum. Die Beschränkung auf das Nötige und Sinnvolle hat der neuen Honda Africa Twin jedenfalls nicht geschadet. Ja, sie unterstreicht sogar ihren enduristischen Anspruch. Denn nicht nur mit dem offroadaffinen, 21 Zoll großen Vorderrad nimmt die Honda auch in dieser Beziehung die Spur ihrer Ahnin wieder auf. Ihr konventioneller Gasgriff lässt sich im Falle eines Falles auch mit Bordmitteln reparieren, das Rahmenheck aus Stahl kann der Dorfschmied südlich der Sahara schweißen – auch wenn in der unruhiger gewordenen Welt die Destinationen heute wahrscheinlich weniger abenteuerlich ausfallen als in den Achtzigern.

Doch eins ist sicher: Die Einfachheit des Seins überträgt sich ab der ersten Minute von der Honda Africa Twin auf ihren Piloten. Schlanker Knieschluss und entspannte Sitzposition schaffen ein Wohlfühl-Ambiente, welches der geschmeidig laufende Twin mit seinem sonoren V2-Sound untermalt. Auf der Straße lässt sich die Honda so berechenbar wie ein dressiertes Hündchen von Kurve zu Kurve schwingen, pfeilt auf der Autobahn bolzstabil geradeaus und schenkt im Gelände sogar profilierten Stollen-Koryphäen wie der KTM 1190 Adventure R oder der BMW F 800 GS kräftig ein. Letztlich bietet sie mit dieser Universalität ein breites Einsatzspektrum, das derzeit von nur wenigen Maschinen erreicht wird.

Auch mit der neuen Honda Africa Twin mit dem an die Crosser erinnernden Beinamen CRF 1000 L hat Honda also den Zeitgeist getroffen. Aus dem Stand schnellte die große Reiseenduro hoch auf Platz drei in der deutschen Motorrad-Neuzulassungsstatistik (Stand: Mai 2016). Doch ausschließlich mit der Reduktion auf das Wesentliche hätte die Neuauflage der Africa Twin ihre so gelungene Wiedergeburt wohl kaum geschafft. Einen wesentlichen Anteil zum Erfolg des Revivals steuert sicher auch das stilsichere und gelungene Design bei. Nebenbei bemerkt ein Aspekt, mit dem sie sich von der V-Strom unterscheidet – vielleicht sogar der entscheidende.

Honda-Traumbikes

Wir zeigen, was Sie sich wünschen: Von den zehn wichtigsten Marken haben Sie das jeweils beliebteste Modell zu Ihrem persönlichen Traumbike gewählt. MOTORRAD stellt diese Modelle dann auf der diesjährigen Messe INTERMOT in Köln vom 5. bis 9. Oktober aus. Hier  die Wahlergebnisse für die Marke Honda:

Honda Africa Twin: 26,5 %
Honda Fireblade SP: 16,7 %
Honda CB 1100: 15,3 %
Honda CBR 900 RR Fireblade: 12,8 %
Honda VFR 750 F: 6,7 %
Honda CBR 600 RR: 5,3 %
Honda VFR 1200 F: 4,9 %
Honda CBF 600: 4,8 %
Honda Gold Wing 1800: 3,6 %
Honda ST 1100 Pan European: 2,3 %
Sonstige: 1,1 %

Die Traumbikes der MOTORRAD-Leser

INTERMOT Gewinnspiel – nix für Verlierer

Motorradfans freuen sich schon auf den Oktober 2016, denn dann heißt es wieder: Türen auf für die INTERMOT, das internationale Messeevent rund um motorisierte Zweiräder. Und damit die Wartezeit nicht zu lang wird, gibt es ein attraktives Gewinnspiel. Gewinne im Gesamtwert von über 17.000 Euro, die das  Herz höherschlagen lassen. Nutzen Sie Ihre Chance und füllen Sie direkt auf der INTERMOT-Website das Teilnahmeformular aus oder besuchen Sie das Promo-Team der INTERMOT auf dem Olsberg-Festival, dem Glemseck101 oder der European Bike Week am Faaker See in Österreich.

Der Hauptpreis ist eine Harley-Davidson Roadster XL 1200 CX. Zusätzlich gibt es zwei Helme von Nolan, Einkaufsgutscheine von Louis sowie von Custom Chrome Europe und Tageskarten für die INTERMOT vom 5. bis 9. Oktober 2016 zu gewinnen. Werden Sie Teil der Performance und machen Sie mit! Teilnahmeschluss ist der 3. Oktober 2016. Weitere Infos zur INTERMOT 2016 unter www.intermot.de

Technische Daten Honda Africa Twin

Technische Daten Honda CRF 1000 L Africa Twin (k.A.)
Modelljahr 2016
Motor
Zylinderzahl, Bauart 2 , Reihenmotor
Bohrung/Hub 92,0 / 75,1 mm
Hubraum 998 cm³
Ventile pro Zylinder vier Ventile pro Zylinder
Verdichtung 10,0
Leistung 70,0 kW ( 95,0 PS ) bei 7500 /min
Max. Drehmoment 98 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb O-Ring-Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Brückenrahmen
Federweg vorn/hinten 230 mm / 220 mm
Reifen 90/90 21 , 150/70 18
Bremse vorn/hinten 310 mm Vierkolben-Festsättel / 256 mm Einkolben-Schwimmsattel
ABS Nein
Maße und Gewichte
Radstand 1575 mm
Lenkkopfwinkel 62,5 °
Nachlauf 113 mm
Leergewicht vollgetankt 228 kg
Sitzhöhe k.A.
Zulässiges Gesamtgewicht 427 kg
Höchstgeschwindigkeit 199 km/h
Preis
Neupreis 12405 Euro

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