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Die Triumph Speed Triple 1050 S landete bei der Leserbefragung hauchdünn auf Platz 1.

INTERMOT-Countdown 2016: 2 Triumph Speed Triple 1050 S

An den richtigen Stellen geschliffen, geht der Kult um Triumphs Aushänge-Roadster Speed Triple in die nächste Runde. Schon das aufgewertete Basismodell Triumph Speed Triple 1050 S ist ein fahraktiver Verführer auf Rädern. Achtung: Suchtgefahr!

Es war ein kleiner Schritt für die Techniker in Hinckley, aber ein großer Sprung für die Motorradwelt: Triumph stellte zur Saison 1997 dem neuen Sportler Daytona T 595 eine gestrippte Version zur Seite. Sie erbte den 106 PS starken 885-Kubik-Einspritzmotor samt voll einstellbarem Fahrwerk. Alles garniert mit moderat hohem Rohrlenker, verchromten Doppelscheinwerfern im Fliewatüüt-Look, charakteristischen Profilen des Alu-Brückenrahmens und markanter Einarmschwinge. Nicht klassisch schön, aber individuell und unverwechselbar von Anfang an. Go your own Way, gehe deinen eigenen Weg – die Triumph Speed Triple T 509 erfüllte den späteren Triumph-Slogan mit Leben.

Nicht Mainstream, sondern erster Streetfighter ab Werk, nicht Everybody’s Darling, aber damals das Nonplusultra für Freunde fahraktiver Naked Bikes. Eine Revolution auf Rädern. Deswegen brauchte Triumphs identitätsstiftende Ikone zunächst nur wenig Modellpflege: etwa mehr Hubraum und Leistung, 955 cm3 und 106 PS im Jahr 1999, sowie satte 120 PS Power ab 2002. Erst 2005 folgte dann ein echter Big Bang: Die Triumph Speed Triple 1050 mit abermals vergrößertem, erstarktem Dreizylinder und einem hochgelegten Schalldämpfer-Duo war geboren. Mit Upside-down-Gabel und gefälligen Formen, kurzes Stummelheck inklusive. 132 PS stempelten Triumphs Volltreffer zu einem echten Power Naked.

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Böse Überraschungen beim Herausbeschleunigen? No, thanks.

Nun, rund eine Dekade später, war das Macho-Motorrad ein wenig in die Jahre gekommen. Andere Naked Bikes zogen am Urmeter dieses Genres vorbei. Aber 160, 170 PS – wer braucht das schon? Triumph spendiert der 2016 gründlich überarbeiteten, stark geschliffenen Triumph Speed Triple 1050 S offiziell 140 PS. Real galoppieren hier wie gehabt 135 Vollblutpferde los, jederzeit mehr als genug. Jetzt im Zaum gehalten von elektronisch betätigten Drosselklappen (Ride-by-Wire) und Traktionskontrolle mit drei verschiedenen Eingriffsschwellen. Kick and Thrill: Yes, please. Böse Überraschungen beim Herausbeschleunigen? No, thanks.

Gleich fünf Fahrmodi erlauben zeitgemäß die Anpassung der Motorcharakteristik an Fahrstil und gegenwärtige Straßenzustände. Aus Rollphasen heraus geriet die stets tadellose Gasannahme nun weicher, trotzdem schön direkt. Charakter und Fahrbarkeit prägen diesen hervorragenden Landstraßenmotor. Der durchzugsstarke Dreizylinder-Motor glänzt mehr denn je mit toller Fahrbarkeit, bedingt durch ebenso bullige wie lineare, ganz gleichmäßige Leistungsabgabe. Punch, der sitzt. Garniert mit betörend rauchigem Sound. Er geht unter die Haut, föhnt die Flimmerhärchen. Der Motor der Triumph Speed Triple 1050 S knurrt und röhrt, klingt fauchend und trotzdem leise.


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ABS nun mit feinfühligerem Regelverhalten

Sparsamer und mechanisch noch laufruhiger wurde der lastwechselarme Motor im Zuge der Euro4-Adaption. Einfach geschmeidiger! Leichtgängig lässt sich die überarbeitete Seilzug-Servokupplung ziehen – sie hat nun eine beim harten Anbremsen willkommene Anti-Hopping-Funktion. Besonders spürbar ist der Fortschritt beim überarbeiteten Getriebe der Triumph Speed Triple 1050 S: Einst Triumph-typisch knochig und hart in der Betätigung, flutschen nun die Gänge nur so rein. Wunder wirkt der kompaktere Übergang zwischen der im vorderen Bereich 20 Millimeter schmaleren Fahrersitzbank und dem nun nur noch 15,5 Liter fassenden Stahltank mit schlankeren Flanken: Breitbeinig war früher. Nun sitzt du besser integriert und stärker vorderradorientiert. Sportlich-versammelt, doch stets bequem.

Zielgenau fährt die Triumph Speed Triple 1050 S, zirkelt vertrauenerweckend neutral um die Kurven. Hierbei helfen famos haftende, supersportliche Pirelli Diablo Supercorsa, denn das Fahrwerk blieb in seinen Grundzügen unverändert. Handlicher rollt die 2016er-Speed Triple, erst in schnellen Wechselkurven ist etwas ehrliche Arbeit am perfekt gekröpften Rohrlenker gefragt. 219 Kilogramm vollgetankt sind allemal leicht genug. Straff, aber nicht unkomfortabel absorbieren die voll einstellbaren Federelemente zerfurchte Fahrbahnen. Absolut gefühlsecht. Kräftig-knackig und transparent dosierbar beißen radiale Brembo-Stopper zu. Nun unterstützt von einem ABS mit feinfühligerem Regelverhalten. Klasse!

Ein Fighter mit Würde und Manieren

Optisch wirkt die Triumph Speed Triple 1050 S trotz behutsamer Retuschen drahtiger, muskulöser, ausdrucksstärker. Der schmalere Wasserkühler, gestraffte Kunststoffteile und hippe, leider etwas unpraktische Spiegel am Lenkerende ergeben eine sinnliche Aura. Ein Sicherheitsplus sind heller strahlende, wieder stärker gerundete Multireflektor-Scheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht. Sie sitzen nun tiefer, unterm serienmäßigen Fly Screen mit zentralem Lufteinlass. Für die vielen Fans gibt es also Stoff für Diskussionen.

Solche verbieten sich beim Preis: 12.950 Euro komplett, 260 Euro mehr als beim Vorgänger, sind für die vielen Verbesserungen ein faires Angebot. 14.650 Euro kostet die Top-Version Speed Triple R. Sie trägt edle Öhlins-Federelemente, dazu feine Frästeile wie Lenkerböcke und -klemmen. So oder so gilt: Speedy fahren macht glücklich! Du spürst intuitiv, weshalb Motorradfahren die sinnlichste aller Fortbewegungsarten ist. Famos funktioniert die beste Speed Triple aller Zeiten. Und blieb sich treu: Die Triumph Speed Triple 1050 S ist eine gereifte Persönlichkeit, ein Fighter mit Würde und Manieren. Diese Triumph trifft einen Nerv, donnert dir direkt aus der Seele.

Foto: Archiv
Bei der Traumbike-Wahl aus 10 Triumph-Modellen der letzten 25 Jahre auf Platz X: Die XX mit X Prozent Zustimmung.
Bei der Traumbike-Wahl aus 10 Triumph-Modellen der letzten 25 Jahre auf Platz X: Die XX mit X Prozent Zustimmung.

Traumbike-Ergebnisse 2016: Triumph

  1. Triumph Speed Triple S: 22,5 %
  2. Triumph Thruxton 1200: 21,7 %
  3. Triumph Tiger Explorer XCA: 11,9 %
  4. Triumph Bonneville: 9,3 %
  5. Triumph Daytona 675: 8,9 %
  6. Triumph Street Triple: 8,4 %
  7. Triumph Tiger 800: 6,6 %
  8. Triumph Street Triple 900: 5,5 %
  9. Triumph Daytona 900: 2,4 %
  10. Triumph Trophy 1200: 1,7 %

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