Triumph Speed Triple (Archivversion) Das Geheimnis meines Erfolgs? Weglassen!

Gestatten, Speed Triple. Ja, was soll ich jetzt sagen? Die Sache ist mir schon ein wenig peinlich. Andererseits: Es ist, wie es ist. Und es ist so: Ich bin eine
lebende Legende. Warum? Weil ich die
immer noch topfite Begründerin einer
Bewegung bin, die gerade jetzt zur Hochform aufläuft. Oder hätte irgendjemand von uns gedacht, dass ausgerechnet
die Heizgriff-Fetischisten und Tourenjunker aus Bayern einmal etwas vorstellen würden, was auch nur annähernd in meine Richtung geht? Haben sie aber. Mit – na ja, sagen wir mal, zweifelhaftem Ergebnis. So ganz haben sie mein Erfolgsrezept nämlich noch nicht verstanden.
Das Wichtigste: Du brauchst eine richtig sportliche Schwester. So eine, wie ich sie anno 1994 mit der Daytona hatte. Eine, die nur der Fahrdynamik verpflichtet ist. Dann weg mit dem ganzen Plastik-Geraffel, fertig ist das Naked Bike moderner Prägung. Oder halt, noch nicht ganz.
So richtig streetfightend war ich erst als
T 509. Die eigenwillige und einzigartige Alu-Brücke von 1997 bildet bis heute mein Rückgrat, der faszinierende Dreizylinder mein britisches Herz. Okay, okay, als T 509 war es noch der 885-Kubikzentimeter-
Triple statt der großen Daytona-Pumpe. Aber auch 98 PS reichten locker aus, um voll und ganz mit bei der Musik zu sein.
Mehr noch: Mit dieser Kombination war ich Kapellmeister. Erst recht ab 1999, als ich endlich Schwesters großes Herz implantiert bekam. Drei Zylinder, 955
Kubikzentimeter, 108 PS, Fahrwerk und Bremsen auf Supersportniveau, dazu der aufrechte Gang und ein extrovertiertes
Äußeres mit den typischen Glupschaugen – das war einmalig.
Die Glupschaugen sind es heute noch. Und so eine schicke Einarmschwinge fährt auch nicht jede spazieren. Dazu kommt, dass ich mich konsequent weiterentwickelt habe. Mein Dreier mit nunmehr 130 PS bietet mittlerweile nicht nur satten Punch in der Mitte, sondern auch eine direkte Gasannahme und eine Laufkultur, von der so eine kleine Bude in Italien nur träumen kann. Dazu das frappierend handliche Fahrwerk, die tolle Lenkpräzision und eine wirklich feine Verarbeitung: Ich glaube, ich kann unbesorgt in die Zukunft schauen.
Sorgen muss ich mir eigentlich nur um eine Sache machen. Wenn die Japaner sich einmal wirklich trauen, könnte es eng werden. Wenn die statt ihrer Naked Bikes im klassischen Stil doch mal eine ihrer Hammersportlerinnen strippen, mit Ultrafahrwerk und Motor vom anderen Stern, und sie in einen ultraknappen Tanga
packen. Aber auch dann noch wird der Sound meines Triples jeden betören. Die Wette halte ich.

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