Triumph Sprint ST (Dauertest: 50 000 km) (Archivversion)

Ich fahre seit zehn Jahren Triumph und habe jede Sprint-Generation besessen. Die 1050er geriet deutlich sportlicher. Als technischen Rückschritt empfinde ich den deutlich gestiegenen Benzinverbrauch. Egal, ob man gemächlich oder flott unterwegs ist, unter sechs Litern spielt sich nichts ab. Nervig ist auch die harte Gasannahme, verbunden mit heftigen Lastwechseln. Ein
Update der Einspritz-Software hat nicht die erwünschte Verbes-serung gebracht. Ansonsten ist die Sprint eine zuverlässige und fahraktive Maschine. Optik und Sound sind sowieso einmalig.
Volker Heinrich, Bad Oeynhausen
Nach 30 Jahren Erfahrung mit sieben Japanbikes
ist die Sprint ST mit ABS und dreiteiligem Kofferset das Beste,
was mir je untergekommen ist. Der Oberhammer ist der Motor: Bombendurchzug aus tiefsten Drehzahlen, vor allem mit 18er-Ritzel anstelle des serienmäßigen 19ers. Ferner habe ich einen Superbike-Lenker von ABM montiert. Handling und Sitzposition danken es, die Handgelenke werden wirkungsvoll ent-
lastet. Das Fahrwerk ist narrensicher, für die Gewichts-
klasse sehr handlich, bei
hohem Tempo auch voll beladen absolut stabil. Ein voll einstellbares Federbein von Wilbers mit Ausgleichsbehälter bietet selbst unter voller Beladung noch Reserven. Es bedingt ein sämig saugendes Fahrgefühl sogar bei forcierter Gangart auf schlechtem Belag.
Jean-Claude Chevrolet, Reinach/Schweiz
Anfang Mai 2005 löste die Sprint ST 1050 meine Honda
VFR (RC 36) ab. Ein guter Tausch. Endlich Durchzug von unten.
Die Triumph vermittelt ungetrübtes Vertrauen, auch in den engen Kurven zum St. Bernardo hoch und im Regen wieder runter.
Selbst mit voller Beladung. Mängel: Nach dem ersten Reifenwechsel sprang die Sprint nicht mehr an, ein Anlasserritzel wurde gegen ein größeres getauscht. Später stand sie wieder in der Werkstatt: wegen wandernden Druckpunkts in der ABS-Vorderradbremse
und dem Rückruf der Befestigungsschraube am Umlenkhebel
des Federbeins. Darüber trösten satter Klang, tolle Drehfreude,
herrliche Laufruhe und der Biss des Dreizylinders hinweg.
Roland Jakob, Heidelberg
Für mich stellt die ST 1050 ABS den optimalen Kompromiss zwischen Tourer und Sportler dar. Mit meinen 193 Zentimetern sind selbst mit Sozia Fahrten von 900 Kilometern am Stück
bequem machbar wie auch der rasant-flotte Ritt mit den Kumpels auf der Hausstrecke. Der Anlasser braucht verhältnismäßig
lange, bis der begeisternde Triple läuft. Die kraftvolle Leistungsentfaltung und der knurrig-röhrende Triple-Sound machen süchtig. Lästig und störend sind die extremen Lastwechsel, die nur mit
peniblem Einstellen des Gas-
und Kettenspiels reduziert wurden. Die hübsche, wenig effektive Frontscheibe zeigte nach kurzer Zeit Blasenbildung und wurde
auf Garantie getauscht. Ab 160 km/h lassen die Spiegel nur noch ein Zitterbild erkennen. Die schicken Originalkoffer fallen mit
28 Liter Volumen sehr klein aus, meine Frau und ich mussten auf zweiwöchiger Italientour das Gepäck auf ein Minimum reduzieren.
Gerald Neuberth, Bruchsal
Diese Britin, ich bin gerührt, nicht geschüttelt:
Ein Hammer-Motor, und die Gesamtakustik fällt wohl unters
Drogengesetz. Das Getriebe: nicht so sahnig wie beim Japaner, doch weicher und leiser als bei anderen Europäern. Die hohe Aero-Scheibe wirkt spürbar und schaut zudem gut aus. Der
Metzeler Roadtec Z6 bietet gegenüber dem Bridgestone BT 020 mehr Grip auch bei kalten Reifen, ist handlicher und langlebiger. Schwächen? Okay, bei sehr sportlicher Fahrweise ist die Kartuschengabel am Limit, nicht sensibel genug, neigt sie im Extremfall zum Stuckern. Abhilfe sollen Wilbers-Federn schaffen. Die Koffer (auf Garantie getauscht) sind jetzt dicht, nur leider einen Tick zu klein. Ich verzeihe es der Britin, denn nobody is perfect!
Peter Wolf, Kaufbeuren
Die Sitzposition auf der Triumph Spint ST 1050 ist nach dem Umbau auf höhere Lenkerstummel von SBF langstrecken-tauglich, der Windschutz durch die MRA-Spoilerscheibe ebenfalls. Der Sound des Dreizylinders ist genial, der Spritverbrauch liegt
bei 6,4 Liter auf 100 Kilometer. Ende Oktober 2006 wurden im
Rahmen einer Inspektion die zusätzlichen Dämmmatten in der
Verkleidung montiert, damit man im Sommer bei langsamer Fahrt nicht so von der heißen Abluft gegrillt wird. Mal sehen, ob’s wirkt! Insgesamt ein feines Moped: eigenständige Optik, sehr gute Lackqualität, tolles Cockpit, gute Verarbeitung und ein starker Motor. Sehr entspannt zu fahren und trotzdem richtig schnell!
Martin Küper, Meschede
Nach zwei Triumph Speed Triple gefiel mir an der Sprint ST
sofort die sehr gefällige Sitzposition, sportlich nach vorne orientiert, aber immer noch aufrecht genug. Des weiteren berauschte mich die bullige Leistungsent-faltung des Dreiers gepaart mit tollem Sound. Ich selber habe direkt am Anfang die originale Bremspumpe gegen die Radialpumpe der 675 gewechselt.
Damit hatte sich der wandernde Druckpunkt der Vorderbremse für mich erledigt. Dieses leidige Thema plagt diverse Triumph-Modelle – siehe www.t5net-
forum.de oder www.sprinter-
forum.net. Nach 15000 Kilometern waren die hinteren Bremsbeläge fällig. Nicht zufrieden stellen mich die bescheidenen Einstellmöglichkeiten des Fahrwerks. Ich tauschte die Erstbereifung Bridgestone BT 020 gegen Continental Road Attack. Die bieten ausreichend Kältegrip, sind im warmen Zustand äußerst griffig und auch bei Nässe gut zu kontrollieren.
Robert Jez, Wesseling
Der drehmomentstarke Motor hat Druck in jeder Lage
und klingt genial, speziell das Bollern und Brabbeln im Schiebe-betrieb. Toll ist das Handling, während das Federbein gelegent-lich, speziell im Soziusbetrieb, überfordert und die Gabel etwas
zu weich ist. Die fummeligen Schrauben zur Sitzbankbefestigung habe ich durch ein Schloss von SBF ersetzt. Ärgerlich: Die
rahmenmontierte Abdeckung des Federbeins lässt bei Nässe
die Beinkleidung einsauen. Bei der baugleichen Schwinge der Speed Triple sind Bohrungen vorhanden, um einen größeren Spritzschutz montieren zu können. Der Sprint fehlen diese.
Martin Kolbeck, Lohne

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