Triumph T 595 Daytona (LT) (Archivversion) Lesererfahrungen

Als eigenständige Alternative zu japanischen und europäischen Sportlern hat die Triumph T 595 offenbar ins Schwarze getroffen: Fast alle Daytona-Besitzer führen denn auch emotionale Kaufgründe ins Feld. Daß die Maschine in Kundenhand nicht ohne Kritik davonkommt, tut der Liebe in den meisten Fällen keinen Abbruch.

Meine T 595 kaufte ich im April 1997 neu. Sie wurde mit einem Haarriß im Kunststofftank übergeben, so daß ich sie zwei Tage später zur ersten Reparatur zurückbrachte. Drei Wochen später hatte ich sie wieder. Zwei Monate später verlor ich mein Rücklicht. Die Gewinde waren an beiden Seiten ausgebrochen. Am neuen Rücklicht habe ich zwei Gummischeiben zwischen Plastik und Schraube gelegt, ab da gab`s keine Probleme mehr. Der hintere Reifen hat 9000 Kilometer gehalten, dann wurde er durch einen 180er der gleichen Marke (Bridgestone BT 56) ausgetauscht. Das Faherverhalten ist entschieden besser.Im August 1998 hatte ich wieder eine Undichtigkeit am Tank. Der Geber der Tankanzeige war im Bereich der Kabeldurchführung undicht, tropfte und half mit, den heißen Motor zu kühlen. Parallel dazu ging der Öldruckgeber kaputt, und die Dichtung des Gebers für die Leerlaufanzeige wollte auch nicht mehr und entließ Öl.Einmal bin ich aufgrund eines totalen Spannungszusammenbruchs liegengeblieben. Den Grund dafür kennt nur der Herr, die Werkstatt konnte mir jedenfalls nichts sagen.Trotz alledem, die T 595 ist ein tolles Moped. Sie hat Charakter, Charisma, einen bärigen Motor, Superfahrwerk, sieht super aus und hat einen geilen Sound. Also alles, was man braucht im Leben.Günter Schicktanz, FreigerichtDer Neukauf meiner T 595 erfolgte im April 1997. Seit nunmehr 17 000 Kilometern läuft die Daytona wie ein Uhrwerk. Einen Zwangsstop gab es nie, kleinere Defekte konnten stets bei nächster Gelegenheit behoben werden (Öldruckschalter, Benzinfilter, Gasgriff, immer auf Garantie). Mittlerweile wurde zum dritten Mal eine aktuelle Software ins Steuergerät eingespielt, nennenswerte Verbesserungen ergaben sich jedoch nicht.Trotzdem: Die Maschine geht wie eine Kanonenkugel, der Sound bereitet bei fast jedem Gasaufziehen eine wohlige Gänsehaut. Fahrverhalten und Verarbeitung sind fast perfekt, kurz: Jeder Kilometer ist pure Freude.Harald Gutsche, WertingenIch kaufte meine T 595 im März 1998 in der Farbe Gelb. Nachdem ich freudestrahlend das Motorrad abholte, bekam ich gleich den Charakter eines Engländers zu spüren: hart, aber herzlich. Das Getriebe braucht einen harten und exakten Schaltfuß, was sich aber nach 1500 Kilometern besserte. Des weiteren fiel mir auf, daß die Engländer wohl sehr kleine Leute sein müssen. Ich kann zwar mit meinen 194 Zentimetern sehr gut auf dem Motorrad sitzen, muß aber jedesmal den Kopf einziehen, um in den Spiegeln etwas sehen zu können.Bei einer Ausfahrt mit einem Kollegen, der immer sagt: »Charakter ist gut, Zuverlässigkeit ist besser«, platzte der Hinterreifen, worauf meine T 595 nach 800 Kilometern das erste Mal einen Motorradanhänger unter sich hatte. Nach anschließenden pannenfreien 500 Kilometern war eine Ausfahrt mit zwölf Motorradkollegen nach 100 Kilometern zu Ende, da der Benzinschlauch wohl meinte, nicht auf der Pumpe halten zu müssen. Also wieder den Anhänger holen und aufladen.Inzwischen bin ich 6000 Kilometer gefahren, unter anderem im Schwarzwald und auf der Nordschleife. Momentan überlege ich, ob ich nicht auf einen schmaleren 180er Hinterreifen umrüste, um das Handling noch etwas zu verbessern.Trotz aller Kleinigkeiten ist die T 595 bis jetzt das Motorrad, das am besten zu mit paßt. Hat halt Charakter.Frank SpethmannNach einer Daytona 1000 und einer Daytona 900 kaufte ich Anfang 1998 eine Unfall-T 595 mit 4500 Kilometern auf dem Tacho. Nach dem Wiederaufbau bin ich jetzt bei Kilometerstand 18 000 angelangt, davon etwa 2000 Kilometer auf der Rennstrecke. Meiner Meinung nach ist dieses Fahrzeug ein gelungener Kompromiß. Alltägliche Fahrten zur Arbeit, kein Problem: zuverlässiges Anspringen, keine Warmlaufphase, geringer Benzinverbrauch - zirka 6 Liter auf 100 Kilometer.Im Rennbetrieb ist die T 595 ebenso souverän. Diverse Trainings sowie zwei Rennen in der Street Bears-Klasse im Euro Cup haben meine Begeisterung nur gefestigt: sagenhaftes Handling und sauschnell, Bremsen superklasse. Der Sound mit dem Triumph Racing-Endtopf »High-Level« ist genial.Fazit: meine beste Triumph und vermutlich das beste Motorrad, das ich je gefahren habe.Dirk Gramse, DestedKaufentscheidend waren für mich nette technische Details wie Einspritzung und Einarmschwinge sowie eine gewisse optische Eigenständigkeit.Nach der zweiten Saison und gefahrenen 6000 Kilometern könnte ich einen abendfüllenden Monolog über meine Erlebnisse mit meiner Daytona halten. Insgesamt komme ich auf mindestens zehn außerplanmäßige Werkstattaufenthalte. An Defekten traten auf: zweimaliger Benzinverlust (Flanschdichtung), Ölverlust (Dichtring Getriebausgang), Totalausfall eines Zylinders (Steuergerät). Hinzu kommen zahlreiche Kennfeld-Updates wegen Absterben des Motors im Leerlauf und diverse Rückrufaktionen.Davon abgesehen beurteile ich die Daytona als ein gelungenes Motorrad für Menschen, die Anspruch auf wenigstens etwas Individualität legen. Bleibt nur noch, den Daytona-Modellen der Zukunft eine Entwicklungsmannschaft zu wünschen, die mehr Glück oder Geduld in der Erprobungsphase hat, damit ein richtig gutes Motorrad entsteht.Kay-Ingo Schüttler, Waldems

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote