Triumph Thruxton 900 (VT) (Archivversion) Die Vorbilder

Sie hielten die Zweizylinderfahne hoch in einer Zeit, als Japans
Vierzylinder mit Macht nach vorne drängten.

Auch wenn die historischen Vorbilder von Ducati, Triumph und Moto Guzzi allesamt aus den wilden Siebzigern stammen, sind deren Gemeinsamkeiten damit weitgehend erschöpft. Vor allem technisch – aber ebenso, was ihre Bedeutung in der Modellpalette anbelangt. Die Ducati 750 S zum Beispiel war mit ihrem aufwendigen 90-Grad-V2 die Vorläuferin aller
Ducati-Zweizylindersportler. Die 999 der frühen Siebziger sozusagen, die schon damals mit ihrer Desmodromik und der Königswelle einen ganz besonderen Status einnahm und mit einer Leistungsausbeute von rund 60 PS glänzte.
Um eine Triumph Bonneville einzudosen, reichte das locker. Kein Wunder, denn so, wie der Ducati-Twin einen Wechsel auf die Zukunft bedeutete, war der Briten-Zweizylinder im Grund ein Vorkriegsrelikt, das in seinen Grundfesten auf dem 500er-Speed-Twin basierte. Über die Jahre wuchs der Hubraum von 650 auf 750 Kubik, aber mit 50 PS war die Bonneville schon 1972 angesichts einer Honda CB 750 nicht mehr konkurrenzfähig und leitete das Ende einer Epoche ein.
So gesehen ist es eine beachtliche Leistung von Moto Guzzi, ihr bereits damals keinesfalls revolutionäres Motorenkonzept über die Zeit gerettet zu haben. 1976 war der Guzzi-Twin mit knapp 80 PS voll auf der Höhe der Zeit, und das Fahrwerk
erfüllte sogar höchste Ansprüche. Deshalb galt die Le Mans als Sportmotorrad par excellence.

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