Turbo-Motorräder (GK) (Archivversion)

Turbofahrer müssen Improvisationstalente sein. Wo kann man den Lader reparieren lassen? Wie helfe ich mir bei den hohen Ersatzteilpreisen?

1993 habe ich die Kawasaki Z 750 Turbo, Baujahr 1986, mit einer Laufleistung von 25 000 Meilen gebraucht gekauft; heutiger Meilenstand zirka 50 000. 1997 erhielt das Triebwerk wegen zu hohen Ölverbrauchs neue Kolben. Schon ein Jahr zuvor war mir aufgefallen, daß der Turbolader entweder gar keinen Druck aufbaute oder erst schlagartig bei hohen Drehzahlen. Der Grund: zu hohes Lagerspiel. Es gibt die Möglichkeit, das Original für zirka 2500 Mark im Spezialbetrieb gegen einen überholten Lader einzutauschen. Oder sich gleich einen neuen Garrett-Turbolader zum etwa gleichen Preis zu kaufen und auch von normalen Instandsetzungsbetrieben überholen zu lassen. Enorm wichtig für die Lebendauer des Laders ist, daß der Öldruck mindestens 35 psi (zirka 2,4 bar) bei 5000/min beträgt, sonst sollte man die Ölpumpe kontrollieren lassen. Das größte Manko der Kawa-Turbo ist das extem unhandliche Fahrwerk. Die Bremse kann man durch den Anbau des Bremszylinders der ZX 10 in Sachen Wirkung und Dosierbarkeit fast auf das Niveau moderner Bremsanlagen heben.Ansgar Robers, GeesthachtIch besaß vier Yamaha XJ 650 Turbo gleichzeitig. Kein Defekt, kein Liegenbleiben, immer zuverlässig, aber hoher Benzinverbrauch bis zu zwölf Litern. Die erste kaufte ich 1990 neu und fuhr bis 1996 zirka 25000 Kilometer damit. Kein einziger Werkstattaufenthalt, das machte alles selbst. Wichtig ist, den Motor langsam warmzufahren und beim Abstellen noch eine Minute laufen lassen, damit das Öl den Lader herunterkühlen kann. Die drei übrigen kaufte ich mir nur für Ersatzteile.Mittlerweile habe ich sie alle verkauft, habe aber noch viele nie benötigte Ersatzteile.Siegfried Wodarzyk, HamburgMeine derzeit benutzte Honda CX 650 Turbo hat jetzt etwa 190000 Kilometer gelaufen. Für 650er und 500er gleichermaßen gilt: Die Originalreifen sind nicht mehr erhältlich. Als einzige Alternative mit TÜV sind Bridgestone BT 17 in Originalgröße möglich. Größter technischer Schwachpunkt ist nicht der Lader, sondern die Lichtmaschine, die nach etwa 50000 Kilmetern den Geist aufgibt. Besser als das Original ist der Stator der Honda VFR 750 R (Baujahr 1986), der mit leichter Änderung an Stecker und Kabelführung in das Gehäuse paßt. Die Ventile sollten allle 5000 Kilometer eingestellt werden. Die Einstellschrauben müssen dabei herausgedreht und auf eine beschädigte Härteschíchte kontrolliert werden. Dabei auch die Ventilschäfte nach Pittingnarben absuchen. Erst sind es die Schrauben, dann die Schäfte, und wenn man dann nichts unternimmt, schlagen auch Ventilführungen und Ventilsitze aus. Etwa alle 50 000 Kilometer sollten die Zylinderköpfe überholt werden. dabei auch gleich den Schlauch auswechseln, der den Lader mit Öl versorgt. Leidet die 500er an unrundem Motorlauf und Fehlzündungen, ist wahrscheinlich der PB-Sensor defekt. Man überprüft das, indem man einfach den blauen Stecker abzieht, während der Motor läuftl. Verschluckt er sich kurz und läuft dann rund, ist das Notprogramm im Einsatz und der Stecker hin.Dietmar Weinel, Büdingen

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