Übernahme von MV Agusta Pläne von Harley-Davidson

Foto: MV Agusta
Nach dem Kauf des Motorradbauers MV Agusta durch Harley-Davidson haben die Amerikaner nun weitere Einzelheiten zu ihren Kaufabsichten und die Zukunft der italienischen Edelschmiede veröffentlicht. Harley-Davidson-Chef Jim Ziemer erwartet, dass durch die Übernahme von MV Agusta die Präsenz und das Image der Marke in Europa gesteigert und die Produktfamilien von Harley-Davidson und Buell ergänzt werden. Der bisherige Geschäftsführer von MV Agusta, Claudio Castiglioni, betont die Gemeinsamkeiten beider Marken: “Unsere Kunden, die Motorradfahrer, wollen beim Fahren eines hochwertigen und leistungsstarken Motorrades keine Kompromisse eingehen. Da Harley-Davidson die emotionale Komponente des Motorradfahrens genauso gut versteht wie die geschäftliche Seite, bin ich voller Zuversicht, dass die MV Agusta Gruppe ihre Kunden auf lange Sicht hin begeistern wird." Harley-Davidson hält am langjährigem Hauptgeschäftssitz von MV Agusta im italienischen Varese fest. Dort soll ein Führungsteam mit neuem Geschäftsführer ernannt und die Produktion der aktuellen Modelle wieder aufgenommen werden. Castiglioni, wird weiterhin in einer Führungsposition tätig sein. Auch Design-Chef Massimo Tamburini, unter dessen Verantwortung Modelle wie F4 und Brutale oder Ducati 916 entstanden, bleibt dem Unternehmen erhalten.

MV Agusta hatte nach knapp 6000 verkauften Motorrädern im Jahr 2007 erhebliche finanzielle Schwierigkeiten und musste die Produktion 2008 stark drosseln. Am 11. Juli dieses Jahres übernahm die Harley-Davidson Gruppe die MV Agusta Gruppe, und damit auch die Marke Cagiva, für einen Kaufpreis von 70 Millionen Euro. Castiglioni erhält 2016 eine vertraglich festgehaltene Sonderzahlung, vorrausgesetzt er erfüllt die von Harley-Davidson vorgegebenen Produktionsziele.

Harley-Davidson kehrt damit an eine alte Produktionsstätte zurück: Am heutigen Sitz von MV in Varese stand bis 1978 das Aermacchi-Werk, das Harley-Davidson gehörte. Dann verkauften die Amerikaner an die Familie Castiglioni, die dort zunächst Cagiva gründete und später MV Agusta wieder aufleben ließ.

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