Umfrage aus MOTORRAD 8/2008 (Archivversion) Was müssten die Japaner tun, um die Beliebtheit ihrer Modelle zu steigern?

Rainer Diehl, Bad Vilbel
Die Europäer, aber auch Harley und Buell haben den Japanern längst mit eigenständigen, innovativen und dennoch traditionsorientierten Produkten den Schneid abgekauft. Wer sich in erster Linie über den Preis und abstruse PS-Zahlen definiert, wird beliebig. Stellt man die japanischen Top-Motorräder nebeneinander, gibt es keine wesentlichen Unterschiede. Technisch perfekt, aber leb- und emotionslos. Dazu kommen immer schnellere Modellwechsel, deren Halbwertzeit gerade mal vom Bezahlen bis zur Abfahrt vom Hof des Händlers reicht. Vorbei die Zeit einer RC 30 von Honda, für die ich mir wochenlang die Nase am Schaufenster platt drückte – oder einer Yamaha OW-01. Natürlich sind das teure Beispiele, doch jeder Hersteller braucht sein ultimatives Flaggschiff! Die Japaner sollten endlich erkennen, dass Leidenschaft und Begeisterung die wesentlichsten Verkaufshilfen sind und hierzu die richtigen Designer benötigt werden. Nicht solche Wirrköpfe, die beispielsweise eine Suzuki B-King „erschaffen“ haben.

Michael Klabuhn, Ravensburg
Jedes Jahr werfen die Japaner völlig neue Modelle auf den Markt. Dies erscheint mir wie ein Hilferuf: Wollen Sie das oder vielleicht dies oder doch lieber jenes? Würde stattdessen Modellpflege betrieben, erreichte man auch wieder eine Preisstabilität. Außerdem müssten sie wieder schöne Motorräder designen. Die agggressiven Erscheinungsbilder vermitteln keinerlei Harmonie. Modelle mit Riemen- oder Kardanantrieb, die sich individualisieren lassen, fehlen ebenfalls. Und letztlich müssen die Japaner lernen, ein Lebensgefühl zu bieten, sie müssen Traditionsbewusstsein entwickeln und einen Hype für ihre Marken – kurzum: all das, was eine Harley ausmacht.

Marc de la Vourdelle, Köln
In Technik, Verarbeitung und Zuverlässigkeit sind die Japaner unübertroffen. Doch ihre Supersportler gleichen wie ein Ei dem anderen. Die Italiener hingegen haben Charme, Esprit und bringen jeden zum Träumen. Also, liebe Japaner, lasst euch beim Design ruhig vom Dolce Vita inspirieren.

Horst Stühler, Nürnberg
Am Beispiel der schlechten Verarbeitung meiner Honda CBF 1000 müssen die Japaner nur eins besser machen: mehr Qualität, weniger Billigteile. Qualität gibt‘s aber nicht umsonst, drum sind europäische Bikes eben teurer.

Wolfgang Kopf, Landshut
Design oder Nichtsein! Ein Moped mag technisch noch so gut sein, wenn ich es nicht „verliebt“ betrachten kann, werde ich es nicht wählen und schon gar nicht kaufen. Die Japaner gewinnen nicht nur keine Erstplatzierungen bei „Motorrad des Jahres“, sondern verlieren auch Marktanteile. Immerhin hat Honda mit seinen beiden Studien CB 1000 F und R angedeutet, was ginge.

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