Unsere Leser/innen haben gewählt (Archivversion) Die zehn wichtigsten Motorräder

Egal, ob sie online, per Brief oder Fax abgestimmt haben: Hier ist das Votum der MOTORRAD-Leser. Die ihre zehn wichtigsten Motorräder aus 20 zur Wahl stehenden Typen kürten. Mit einem klaren Sieger und manch überraschendem Ergebnis.

Puh, das war nicht einfach. Für die Redaktion nicht, als es galt, 20 bahnbrechende Motorräder seit 1980 in die
Vorschlagsliste aufzunehmen. Und für Sie nicht, liebe Leserinnen und Leser, als Sie sich auf eine einzige Stimme festlegen mussten bei der Wahl des »wichtigsten Motorrads der Neuzeit«. Aber es hat sich gelohnt. Denn Sie haben entschieden, welche zehn Motorrad-Typen Sie als Meilensteine betrachten. Und nun gern noch mal im Heft gewürdigt sehen.
Trotz oder gerade wegen des strikten Wahlmodus kamen klare Ergebnisse heraus. So landet die BMW F 650 GS, der ABS-Pionier in der Mittelklasse, abgeschlagen auf dem 20. Platz. Viel Technik, wenig Faszination. Selbst das 125er-Rennerle Aprilia RS 125 fand mehr Zustimmung: Technik plus Faszination. Nur knapp davor liegt die Yamaha Drag Star, der erste ernst zu nehmende kleine Chopper aus Japan. Kaum besser bewertet: Harleys Softail-Baureihe – der endlich zuverlässige Evolution-Motor in Starrrahmen-Optik ab Werk.
Erstaunlich: das mäßige Abschneiden der Honda Gold Wing. Immerhin das einzig verbliebene Sechszylinder-Motorrad und dazu der fetteste aller Luxus-Tourer. Somit das genaue Gegenteil der KTM LC4, die sich davor behauptet: kernig und leicht, die erste Hard-Enduro. Die Honda CBR 600 F zählt weltweit zu den meist verkauften Motorrädern, begründete als »Joghurtbecher« die 600er-Klasse. Supersportlich wie alltagstauglich. Geachtet, aber eben nicht heiß geliebt.
Wie auch die MV Agusta F4? Im Jahr 1997 bezeichneten die Journalisten sie bei der Präsentation noch als »Sex auf Rädern«. Doch nur wenige Leser stimmten für die rollende Sünde. Vor allem, wenn man das Ergebnis mit dem klaren Sieger dieser Wahl vergleicht. Doch pssst, es wird noch nichts verraten. Nur so viel: Es gibt ein klares Führungstrio aus Europa.
Nicht in die Top Ten schaffte es die BMW-RT-Reihe. Bereits 1978 mit XXL-Verkleidung und serienmäßigen Koffern, bis heute konsequent fortentwickelt. Auf dem undankbaren 11. Platz landet Kawasakis Z 1000. Der erste Streetfighter aus Japan gab der Marke Selbstvertrauen und Image zurück, muss sich hier jedoch knapp hinter Ducatis Monstern einreihen. Nicht durchsetzen konnten sich exotische Vorschläge der Leser wie etwa die Münch Mammut 2000, das gescheiterte Projekt einer modernen Neuauflage der Mutter aller Big Bikes.
Bevor es nun in die Vollen dieses Votums geht, gilt es, allen an der Wahl Beteiligten ein Kompliment auszusprechen: Sie haben nämlich nicht automatisch für ihr eigenes Fabrikat oder Modell gestimmt, wenn dieses zur Wahl stand. Dies ist uns Ansporn und Verpflichtung zugleich. Wir werden Sie, liebe Leserinnen und Leser, bald wieder um Ihre Stimme bitten. Sie
haben es in der Hand, welche Motorräder bei der nächsten Wahl gewürdigt werden sollen. Vielen Dank fürs Mitmachen. Ach ja, ein Satz Metzeler Roadtec Z6 geht als Gewinn an Hagen Schmidt aus Großräschen für seine Suzuki Bandit 1200.

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