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Kawasaki Ninja H2 und Kawasaki Ninja H2R Die Unterschiede im Detail

Die Straßenversion Kawasaki H2 muss ohne R im Namen und über 100 PS weniger auskommen. Geht dabei auch der Spaß verloren? Worin unterscheiden sich die Kawasaki Ninja H2 und die Kawasaki Ninja H2R?

Ganz so weit weg von der Kawasaki Ninja H2R ist ihre straßenzugelassene Schwester ohne das R im Namen gar nicht. Schließlich teilen sich die beiden das Herzstück der H-Serie, den Kompressor, und weite Teile des Motors sowie den Rahmen und die Kayaba-Dämpfer. Aber zuerst war die H2R da, mit der Kawasaki zeigen wollte, was alles geht. Dann schauten die Entwickler, welche Kompromisse für die Straßenvariante Kawasaki Ninja H2 nötig waren. 

Natürlich muss die Kawasaki Ninja H2R um Lichtjahre leiser sein als die R und bekam deshalb diesen riesigen Schalldämpfer, der deutlich zum Mehrgewicht von 22 Kilo beiträgt. Leistungsdämpfend wirkt sich auch der gemäßigtere Krümmer der H2 aus, dessen Rohre 45 statt der 48 Querschnittsmillimeter der Kawasaki Ninja H2R haben und nicht aus Titan sind. Leistung kosten die H2 auch die zahmeren Nockenwellen, nur eine statt zwei sauerstoffgieriger Nüstern, eine geringere Verdichtung sowie ein friedlicheres Mapping. 

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Friedlich ist das richtige Stichwort

Ist die Kawasaki Ninja H2 denn so viel friedlicher als ihre R-Überschwester? Ganz klar: Wer von der Kawasaki Ninja H2R auf die Straßenversion steigt, wurde vorher mit so viel Bums geflasht, dass ihm die H2 wie eine schnöde, dicke E-Klasse gegen die AMG-Sportversion vorkommt. Und der Vergleich ist gar nicht so schlecht, denn die H2 tritt an wie ein kräftiges Superbike und brettert ab 8500/min dann noch mächtiger los, zeigt aber im Kurvengeschlängel, dass sie gewaltig Pfunde mit sich herumschleppt. Wer im Kurvenverlauf das Gas schließt, spürt, wie das ganze Gewicht das Motorrad anschiebt. Unterstützt durch das hohe Bremsmoment des Motors ist es für ungeübte Fahrer schwierig, damit klarzukommen. 

Und die H2 macht noch eines ganz erheblich schlechter als Kawasaki Ninja H2R. Sie springt wie ein wildes Fohlen ans Gas. Vielleicht war es keine wirklich gute Idee, uns die H2 ebenfalls auf der Rennstrecke fahren zu lassen, denn hier kann man zwar ihrer gewaltigen Kraft freien Lauf lassen. Man spürt aber auch, dass das Parade-Terrain eines Superbikes zu tückisch für die üppige Kawasaki Ninja H2 ist und wünscht sich dann lieber die ZX-10R in dem Moment.

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Ab auf die Straße!

Viel besser kann die Kawasaki Ninja H2 dagegen ihren Punch gerade gegenüber Superbikes bestimmt auf der Autobahn und kurzen Sprints auf Landstraßengeraden ausspielen. So wie diese Power-Brumme von unten heraus antritt, haben die meist spitz angelegten Superbikes klar das Nachsehen. Den Boost, diesen Ladedruck zu spüren, muss auf solchem Geläuf wirklich Spaß machen. Dazu sitzt man noch bequemer als auf einem Superbike.

Absolut kritiklos funktioniert das sogenannte Dog Ring-Getriebe, und auch die Bremsen sind genau dafür gemacht, den feisten Vortrieb im öffentlichen Raum im Zaum zu halten. Dafür sind 25.000 Euro zu entrichten, was man für das Gefühl und den Auftritt vor großem Publikum vielleicht gern ausgibt. Das Gefühl auf der Kawasaki Ninja H2R ist natürlich noch geiler, aber dafür auch doppelt so teuer – wie bei der E-Klasse gegen die AMG-Version eben.

Foto: Kawasaki
Mit 200 PS bei 11 000/min statt 310 PS bei 14 000/min, 238 kg statt 216 kg, zahmeren Nockenwellen und einem geänderten Mapping. Und dafür auch um die Hälfte günstiger.
Mit 200 PS bei 11 000/min statt 310 PS bei 14 000/min, 238 kg statt 216 kg, zahmeren Nockenwellen und einem geänderten Mapping. Und dafür auch um die Hälfte günstiger.

Unterschiede zur Kawasaki Ninja H2R

Den Kompressor mit 2,4 bar Ladedruck teilen sich die beiden Modelle. Entsprechend viele Teile der Kawasaki Ninja H2 und Kawasaki Ninja H2R sind absolut identisch. Abgesehen von Teilen wie Blinker, Beleuchtung, Kennzeichenhalter, Spiegeln und anderer Auspuffanlage, die für die Zulassung unerlässlich sind, unterscheidet sich die H2 vor allem in folgenden Punkten: 

- 147,2 KW (200 PS) bei 11.000/min statt 228 KW (310 PS) bei 14.000/min

- 133 Nm bei 10.500/min statt 165 Nm bei 12.500/min

- 238 kg statt 216 kg

- Verdichtung: 8,5:1 statt 8,3:1

- zahmere Nockenwellen

- geändertes Mapping

- 120/70 ZR 17 vorn und 200/55 ZR 17 hinten statt 120/60 ZR 17 vorn und 190/65 ZR 17 hinten

- die Hälfte günstiger

Foto: Kawasaki
Die Kawasaki Ninja H2 hat kein R im Namen und über 100 PS weniger. Was bietet sie stattdessen?
Die Kawasaki Ninja H2 hat kein R im Namen und über 100 PS weniger. Was bietet sie stattdessen?

Technische Daten Kawasaki Ninja H2

Technische Daten Kawasaki Ninja H2 (k. A.)
Modelljahr 2015
Motor
Zylinderzahl, Bauart 4 , Reihenmotor
Bohrung/Hub 76,0 / 55,0 mm
Hubraum 998 cm³
Ventile pro Zylinder vier Ventile pro Zylinder
Verdichtung 8,5
Leistung 147,2 kW ( 200,0 PS ) bei 11000 /min
Max. Drehmoment 133 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Gitterrohrrahmen
Federweg vorn/hinten 120 mm / 135 mm
Reifen 120/70 ZR 17 , 200/55 ZR 17
Bremse vorn/hinten 330 mm Vierkolben-Festsattel / 250 mm Zweikolben-Festsattel
ABS Ja
Maße und Gewichte
Radstand 1455 mm
Lenkkopfwinkel 65,5 °
Nachlauf 103 mm
Leergewicht vollgetankt 238 kg
Sitzhöhe 825 mm
Zulässiges Gesamtgewicht 343 kg
Höchstgeschwindigkeit 299 km/h
Preis
Neupreis 25000 Euro

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