Upgrade (Archivversion)

Honda CBR 600 F

Über 10000 Mal wurde das Einspritzmodell der Honda CBR 600 F, Typencode PC 35, zwischen 2001 und 2007 allein in Deutschland verkauft. Wie man den heute noch ausgezeichneten Sport-Allrounder mit wenig Aufwand fit hält und sogar etwas aufpeppen kann, steht auf den folgenden Seiten.

Als unsere Test-Honda (Baujahr 2002) neu war, galt sie gleichermaßen als Allround-Motorrad und Basismaschine für Super-sport-Rennen. 2003 kam für den sportlichen Einsatzzweck die CBR 600 RR auf den Markt. Um die nunmehr klar als Allrounder posi-tionierte F günstiger anbieten zu können, bestückte Honda sie ab 2005 mit nicht einstellbaren Federelementen.

Auch für diese Modellvariante gelten die mit der 2002er-CBR herausgefahrenen Empfehlungen; für die 1999 und 2000 gebaute Vorgängerin – ebenfalls PC 35 genannt, aber noch mit Vergasern und anderer Gabel ausgestattet – die Resultate der Reifen- und Bremsbelagtests.
Die übliche Bewertung der optimierten Maschine im Vergleich zum Serienstand kann dieses Upgrade nicht bieten. Wegen Änderungen des Bewertungsschemas ist die alte 1000-Punkte-Wertung nicht mehr aktuell, für eine Neubewertung die nötige Serienbereifung leider nicht mehr erhältlich.
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Bremsbeläge (Archivversion)

Zubehör-Bremsbeläge tun sich schwer im Vergleich mit den Honda-Originalen. Auch bei der CBR 600 F erreichte keiner im direkten Vergleich die Bremsleistung, Konstanz und Dosierbarkeit der Serienbeläge. Das Gute daran: Die Nachteile in der Leistung sind nicht allzu groß. Von 9,65 m/s² mit den Originalbelägen (06455-MBW-E11) und 9,5 m/s² mit den Braking-Belägen (827CM55) reicht die Spanne; in Bremsweg aus 100 km/h ausgedrückt macht das einen Unterschied von 65 Zentimetern (39,96 zu 40,61 Meter). Am nächsten dran an den Originalen sind die Brembo-Beläge (07HO45SA) mit 9,55 m/s² oder 40,38 Metern. Sie brauchten jedoch eine lange Einbremszeit und hohe Temperaturen, sind also am ehesten für die Rennstrecke oder sonstige höhere Belastungen geeignet. Braking und Lucas (MCB703SV) sind nicht nur optisch gleich, sondern auch in den Messwerten und im Verhalten sehr ähnlich. Beide beißen im kalten Zustand spontan zu, lassen dann aber etwas nach.
So spricht letztlich nur ein Preisvorteil zugunsten der Zubehörbeläge: 71,90 Euro kosten die Lucas-, 75,00 und 76,90 Euro die Braking- und Brembo-Beläge, 90,66 Euro die Originale.

Serienbeläge empfehlen sich für 90,66 Euro

Öhlins-Federbein HO 151 (Archivversion)

Die Abstimmung des Öhlins-Federbeins wurde herausgefahren, als die CBR 600 F in der Blüte ihrer Rennkarriere stand. Zu ihrer Rolle als Allrounder passen die harte Feder und das sehr straffe Dämpfungs-Setup nur bedingt. Da hilft auch die hydraulische Einstellung der Federbasis nicht weiter. Wer diesem Federbein nicht die Belastungen verschärften Rennstreckenbetriebs zumutet – oder besser gesagt gönnt – und einfach nur zügig über Land fahren will, wird die Hinterhand bockig und wenig komfortabel finden. Nicht gerade das, wofür man mal eben 1285 Euro ausgibt. Doch das Tolle an Öhlins ist zum einen die hohe Qualität der Teile, und zum anderen die Tatsache, dass man sich durch den Kauf eines solchen Federbeins einen Abstimmungsbaukasten mit schier unendlichen Möglichkeiten erschließt. Spezialisten wie Öhlins DTC, Zupin Motorsport oder Hubert Hofmann Race Tech zaubern mit speziellen Federn und Shim-Paketen maßgeschneiderte Abstimmungen.

Rennmässige Härte für 1285 Euro

Adressen (Archivversion)

Reifen
Bridgestone Deutschland GmbH, 61352 Bad Homburg, Telefon 06172/408255, www.bridgestone-mc.de

Dunlop Reifen GmbH, 63450 Hanau, Telefon 06181/6801, www.dunlop.de

Metzeler Pirelli Deutschland GmbH, 80992 München, Telefon 089/149080, www.metzelermoto.de

Michelin Reifenwerke AG & Co KGaA, 76159 Karlsruhe, Telefon 0721/5303349, www.michelin.de

Gabelfeder und Federbein
Öhlins DTC, 53520 Meuspath, Telefon 02691/937780, www.ohlins.de

Windschild und Original-Bremsbeläge
Honda Motor Europe North, 63069 Offenbach, Telefon 069/83090, www.honda.de

Bremsbeläge
Braking Uwe Keszler GmbH, 24796 Bredenbeck, Telefon 04334/18760, www.braking.de

Brembo Brune GmbH, 48291 Telgte, Telefon 02504/73440, www.brunegmbh.de

Lucas TRW Kfz-Ausrüstungs GmbH, 56513 Neuwied, Telefon 02631/9120, www.lucas-bikersworld.com

Bereifung (Archivversion)

Zwischen Rennstreckeneinsatz und Urlaubstour kann die CBR 600 F so ziemlich alles, was auf halbwegs befestigten Straßen abläuft. Es lag also nahe, entsprechend der Vielseitigkeit des Motorrads, je zwei Sätze von den besten Sport- und Tourenreifen auszuprobieren. Der Metzeler Sportec M3 und der Michelin Pilot Power, fürs Vorderrad in C-Spezifikation, zählen zu den sportlichen Straßenreifen, der Bridge-stone BT 021 F/R und der Dunlop Sportmax Roadsmart zur Gattung der Tourenreifen. Wobei sich im direkten Vergleich gezeigt hat, dass es schon einer verschärften Gangart bedarf, um die Tourenreifen so weit zu bringen, dass sie durch spürbares Knautschen ihren Eintritt in den erweiterten Grenzbereich anzeigen.

Alle vier Paarungen sind auf der CBR freigegeben und überzeugen voll und ganz. Eine von ihnen konnte sogar regelrecht begeistern: Michelin Pilot Power, vorn in C-Spezifikation. Sie sind die Carving-Reifen für die CBR, bringen das Motorrad leichtfüßig und präzise auf der gewünschten Linie in Schräglage. Im weiteren Verlauf der Kurve hält die CBR auf Pilot Power vorbildlich die enge Linie, selbst wenn in Schräg-lage schon kräftig beschleunigt wird. Zudem bieten die Michelin-Pneus am meisten Komfort in welligen Passagen und überzeugen auch bei Nässe voll und ganz.

Sowohl in Sachen Handlichkeit als auch was die Neutralität betrifft, erreichen die Metzeler Sportec M3 nicht den Glanz der Michelin-Reifen. Letzteres macht sich vor allem in engen Kurven bemerkbar, wo die CBR deutlich mehr Einsatz verlangt, um auf Kurs zu bleiben.
Erster bei den Tourenreifen wird auf der CBR die Dunlop-Roadsmart-Kombination. Sie ist bezüglich Handlichkeit und Präzision fast auf Michelin-Niveau und bietet dadurch ein ähnlich unbeschwertes Fahrgefühl. Auch bei Nässe gefallen die Roadsmart, einzig beim Fahrkomfort fallen sie gegenüber den Michelin ab. Über Bodenwellen wirkt insbesondere die Hinterhand etwas rumpelig und ungebärdig. Noch holpriger fährt sich der Bridgestone-BT 021 auf der CBR. Seine starke Seite ist die mustergültige Neutralität über den ganzen nutzbaren Schräglagenbereich; auf extrem agilen Motorrädern schlägt seine große Stunde, ausgewogene Maschinen wie die CBR büßen ein wenig an Handlichkeit ein. Frisch montiert brauchen die BT 021 eine relativ lange An- und Einfahrzeit, bis sie richtig Grip entwicklen – MOTORRAD empfiehlt, sie 30 Kilometer lang auf kurvenreicher Strecke mit langsamer Temposteigerung einzukneten.

Top Handling und Nassgrip sowie Komfort für etwa 246,50 Euro

Honda-Windschild 08R80 MBW 800 (Archivversion)

Sich hinter der originalen Verkleidungsscheibe der CBR so klein zu machen, dass sie perfekten Windschutz bietet, gelingt nur den allerwenigsten. Selbst Rennfahrer mit Jockey-Figur statteten die CBR 600 F zu ihrer Zeit als Supersport-Renner gerne mit höheren Scheiben aus.
Gut geeignet für leichtes Aerodynamik-Tuning ist das Zubehör-Windschild, das Honda in Deutschland für 140,40 Euro über die Vertragshändler vertreibt. Es wölbt sich fünf Zentimeter höher als das Serienteil und bietet Schutz ohne extreme Kauerhaltung, macht also Schnellfahren auf Autobahnen oder Zielgeraden viel bequemer. Fast noch wichtiger: Die Sicht nach vorn ist besser. In seltenen Fällen verursacht die höhere Scheibe bei normalem Landstraßentempo in aufrechter Sitzhaltung leichte Turbulenzgeräusche; diese Erscheinung hängt vom verwendeten Helm ab.

Besserer Windschutz für 140,40 Euro

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