Vergleichstest Big Bikes (Archivversion)

Keller-Geister

Bei fünf Zentner Gewicht, 1300 cm3 Hubraum und rund 100 PS Leistung geht es nicht um Rundenzeiten und Topspeed. Da geht es um Kraft aus dem Keller. Welches Big Bike hat die meisten Muskeln?

Müssen die so schwer sein? In einer Zeit, in der Karbontassen serien-
mäßig zur modernen Küchenausstattung gehören und spindeldürre Manager sich Titanuhren in CD-Größe ums Handgelenk schnallen, wäre es wahrscheinlich einfach, das Gewicht hubraumstarker Naked Bikes unter die 230-Kilogramm-Marke zu drücken. Aber nein. Hondas unverkleidete CB 1300 schleppt 262 Kilo auf die Waage,
die neue Suzuki Bandit 1250 mit 253 Kilo gerade mal neun weniger. Im Vergleich
dazu geht der überarbeitete XJR-Klotz von Yamaha mit 251 Kilogramm beinahe schon als Leichtgewicht durch. Dabei offerieren die dicken Nackten nichts, was ihr hohes Gewicht erklären würde. Ausladende Verkleidungen etwa. Oder opulente Gepäcksysteme und üppige Luxusausstattung. Doch ehe wir in den »Schneller-leichter-kräftiger-Modus« abdriften, sollte an dieser Stelle gestoppt werden.
Denn die Antwort ist einfach: Diese Maschinen müssen so fett sein. Wer will schon einen Bernhardiner Gassi führen, der sich benimmt wie ein hysterisches
Paris-Hilton-Hündchen? Das Zauberwort heißt »satt«. Satter Hubraum. Satte Power. Sattes Fahrfeeling. Das bedeutet: imposantes 1300-Kubik-Erlebnis. Und zwar in allen Belangen. Da ist es nur recht, wenn man die Kraft auch durch das Gewicht spürt. Weshalb die Motorräder noch lange nicht unhandlich sein müssen.
Bereits ohne den Motor gestartet zu haben, unterstreicht die Art, wie die je-
weilige Maschine ihre Fahrer positioniert, die unterschiedlichen Charaktere der Bikes.
Auf der Bandit sitzt man eher sportlich, versammelt und leicht vorgebeugt. Der Lenker ist am dichtesten am Körper, das Gefühl zum Vorderrad sehr direkt. Yamaha geht den gegenteiligen Weg. Bei der 2007er-XJR haben die Techniker den Lenker zwölf Millimeter weiter vorn und fünf Millimeter tiefer platziert. Der Fahrer wird weit über den Tank gezogen – die Siebziger lassen grüßen. Zudem sind die Fußrasten weiter vorn als bei der Konkurrenz montiert – die Sitzposition ist für Großgewachsene nicht ganz so entspannt. Die Honda liegt in der goldenen Mitte und würzt Entspannung mit einer sportlichen Note, man sitzt aktiv, aber gelassen.
Übrigens: Auf allen drei Bikes lassen sich
Tankrucksäcke im Elefantenboy-Format problemlos befestigen. Darüber hinaus schreien 1,90-Meter-Hünen auf der Honda und Suzuki nach einem Fahrtag nicht nach einem Orthopäden oder Kurzbeinige nach Plateauschuhen. Bei der Yamaha beklagen Großgeratene einen zu engen Kniewinkel.

Motoren:
die helle Seite der Macht
Die Erwartungshaltung ist riesig. Bereits
ab Standgas sollte die Drehmomentwoge überschäumen. Nach dem Druck aufs Knöpfchen stellt sich tatsächlich dieses Gefühl ein. Denn der perfekte Rundlauf der Vierzylinder gaukelt einem sofort mächtig Schwungmasse und Hubraum satt vor. Die für diese Saison ebenfalls mit Einspritzung und Wasserkühlung versehene Suzuki läuft im Leerlauf bei knapp über 1000 Touren
etwas härter. Und beantwortet jeden
kurzen Gasstoß ultradirekt mit schnellem Hochdrehen und heiserem Gebell aus
dem Schalldämpfer. Der Motor wirkt schon
in der Ruhephase aggressiv. Liegt’s am
Motormanagement oder daran, dass die Konstrukteure der dicken Bandit vielleicht weniger Schwungmasse mit auf den Weg gegeben haben? Wir werden sehen.
Also runter vom Hof und quer durch die Stadt. Alle drei bieten mächtig Druck aus dem Keller, doch an der ersten Ampel fällt etwas auf, das man so nicht erwartet hat: Die Yamaha leidet gegenüber den
anderen an einer »Anfahrschwäche«. Eine 1300er mit Anfahrschwäche? Nun, nicht wirklich. Aber im direkten Vergleich zur Honda und Suzuki, die quasi ab Standgas unbändig losstürmen, trödelt die Yamaha leicht hinterher. Man sollte erst bei 3000/ min einkuppeln, um den Spurt von der
Ampel standesgemäß zu absolvieren. Die Konkurrenz hängt etwas direkter am Gas. Doch wenn man’s weiß, kein Problem.
Yamaha jedenfalls hat alles Notwendige getan und den charmanten, luftgekühlten Vierzylinder über die Euro-3-Hürde
gerettet. Mittlerweile ist er der letzte Überlebende der Kühlrippen-Ära. Gegenüber seinem Vorgänger haben die Techniker ihm mehr Muskeln antrainiert. Geänderte Nockenwellen plus Einspritzanlage in Verbindung mit einer neuen, sehr filigran wirkenden Vier-in-eins-Auspuffanlage inklusive Exup-System verbessern die Leistungscharakteristik beträchtlich. Vor allem im unteren und mittleren Drehzahlbereich
hat das 2007er-Modell kräftig zugelegt. Nebenbei wurde die Sekundärübersetzung durch Verwendung eines 17er- statt 18er-Ritzels verkürzt. Diese Maßnahmen bescheren der XJR die besten Durchzugswerte des Trios. Den Spurt von 140 auf 180 km/h absolviert die Yamaha beispielsweise in nur 4,8 Sekunden – anderthalb Sekunden schneller als das 2006er-Modell. Und rund eine dreiviertel Sekunde schneller als die Suzuki. Ihr Topspeed fällt mit 213 km/h im Vergleich zur Honda (230 km/h) und Suzuki (225 km/h) dagegen geringfügig bescheidener aus.
Zurück in die Stadt. Stop and go and slow. Da fällt die Suzuki durch schlechtes Ansprechverhalten auf. Die Gasannahme erfolgt verzögert, das Geruckel nervt.
Auch die hydraulisch betätigte Kupplung ist viel schwerer zu bedienen. Und muss gegenüber der Konkurrenz einmal mehr benutzt werden – die Bandit hat als
Einzige des Vergleichs ein Sechsgang-
getriebe. Aber das lässt sich am Ortsende flugs und präzise durchsteppen: knackig mit Rückmeldung, allerdings etwas härter zu schalten als das der Honda. Die Gänge
der XJR rasten ebenfalls exakt, der Schaltvorgang verlangt allerdings nach kräfti-
gem Fuß.
So weit, so gut. Und wie steht’s nun mit der Magie der Motoren? Vier Zylinder. Jeder so groß wie ein wohlwollend eingeschenktes, norddeutsches Standardpils. Die CB 1300 holt das meiste aus ihnen heraus: 121 gemessene PS bei 7700/min. Und sie läuft auch am seidigsten und hängt weicher am Gas als die Konkurrenz. Das Abenteuer »fetter Vierzylinder« zelebriert sie am imposantesten. Wer durch
die Vorstadt oder gemütlich übers Land cruist, der bewegt sich lediglich zwischen 2000 und 3500/min. Bei 5000/min packt die CB noch mal ordentlich einen drauf und drängt wie von Geisterhand angeschubst vorwärts. Für den Landstraßen-
betrieb oder Bergtouren ist sie knackig kurz übersetzt. Einziger Wermutstropfen: Auf schnelleren Autobahnetappen nerven feine Vibrationen.
Die Kraftentfaltung des XJR-Antriebs ist gleichförmiger, die Laufruhe jedoch nicht so sahnig wie bei der Honda. Zu-
dem werden Gasbefehle leicht verzögert befolgt. Man hat immer das Gefühl, der
Motor hinkt den Anweisungen der Gasrolle Sekundenbruchteile hinterher. Das hat die Konkurrenz etwas besser im Griff. Output der XJR: 107 PS bei 7700/min. Im unteren Drehzahldrittel, jenem für diese Big Bikes immens wichtigen Bereich, liegt das
Drehmoment der Yamaha fünf respektive zehn Prozent unter der Konkurrenz – Wehklagen auf hohem Niveau, denn die XJR schüttelt bei 3000/min fast 100 Newtonmeter aus dem Ärmel und versprüht, übrigens genau wie auch der Honda-Motor, trotz massiger Muskeln den Charme der Ruhe, ja, vielleicht sogar ein wenig Vergaser-Nostalgie.
Ganz anders die Suzuki. Der 1250er aus Hamamatsu drückt 108 PS bei 8800/min auf die Prüfstandsrolle und wirkt in jedem Drehzahlbereich gleichbleibend agil. Fast wie ein Elektromotor arbeitet sich das quirlige Aggregat über die Drehzahl-
leiter bis 9600 Touren, ohne müde zu werden. Das verleiht ihm eine sportliche Note. Außerdem stellt er im unteren und mitt-
leren Drehzahlbereich das höchste Drehmoment zur Verfügung. Was gar nicht
so recht passt, ist die sehr lange Übersetzung. Die Bandit läuft Topspeed 225, ist rechnerisch jedoch auf 274 km/h übersetzt. Besonders drehzahlschonend wirkt sich die lange Übersetzung allerdings
nicht aus. Bei konstant 130 km/h dreht
die Suzuki mit 4200/min nur marginal
niedriger als die Konkurrenz (Honda: 4400/min, Yamaha: 4500/min).

Fahrwerk –
schweben oder stolpern
MOTORRAD-Teststrecke, Abschnitt fünf. Auf 18 Kilometern jede Menge Kurven bergauf und bergab mit ständig wechselnden Belägen und fiesen Bodenwellen. Eine Strecke, die man als Genießer lieber meidet und als Tester liebt. Sie ist quasi der Beichtstuhl. Hier offenbaren die Fahrwerke ihre Sünden. Lassen wir die Dicken also von der Leine. Langer Anlauf, freies Feld, erster Knick bergab links. Die Suzuki stürmt darauf zu. Anbremsen – zwei Vierkolben-Festsättel drücken ihre Beläge ABS-kontrolliert an die 310er-Scheiben. Der Druckpunkt ist zwar so ähnlich, als würde man einen Flummi zusammenpressen, aber durchaus noch tauglich für sportlich-späte Bremsungen, denn die
Verzögerung liegt auf hohem Niveau. Gas auf, die schnelle S-Kombination rast heran. Jetzt zweimal schnell hintereinander umlegen. Auf dem guten Belag verhält
sich die Bandit vorbildlich. Die straff abgestimmten Federelemente lassen wenig
Bewegung ins Fahrwerk und ermöglichen ein sehr präzises Ein- und Umlegen. Trotz Fettansatz wirkt die Suzuki handlich, fährt sehr direkt und neutral. Auch in den weit geschwungenen Kurven liegt sie sehr
stabil. Keine fünf Kilometer weiter jedoch rächt sich die harte Abstimmung. Sowohl Gabel als auch Federbein holpern über
einen Straßenbelag, in den die Winter
der letzten zehn Jahre ihre Pranken geschlagen haben, und fordern den Fahrer zu
gemäßigter Gangart auf.
Zurück zum Ausgangspunkt. Die XJR stürmt auf den ersten Linksknick zu. Bremse anlegen. Hoppla, nur lässig mit zwei Fingern gezogen, und die Gabel taucht tief ein, der Vorderreifen wimmert. Die Stopper stammen aus Yamahas Supersportler-
Regal: 298er-Scheiben, Vierkolben-Festsättel, extrem geringe Bedienkräfte und eine Wirkung, als würde man einen Bremsfallschirm mit dem Durchmesser eines Heißluftballons öffnen. Für Profis ein Leckerbissen, für Anfänger wäre es besser, diese Anlage mit einem ABS zu versehen. Zweimaliges Umlegen durch die Wechselkurven: Die XJR lenkt sich behäbiger und nicht so präzise wie die Bandit, schiebt leicht übers Vorderrad und verfehlt die
angepeilte Ideallinie etwas. Das liegt vor allem an der komfortabel abgestimmten Gabel, die beim Bremsen tief eintaucht und somit den eingeschätzten Radius verändert. In der schnellen Passage mit weiten Radien setzt die Yamaha als Einzige mit den Fußrasten auf. Auf der Holperstrecke wendet sich dann das Blatt: Die Stereofederbeine von Öhlins sowie die Gabel absorbieren die Bodenunebenheiten sehr gut und vermitteln dem Fahrer Komfort, wenngleich das Feedback darunter leidet.
Mit Letzterem hat die Honda gar kein Problem: einbiegen, hart bremsen. Das Vorderrad wird von der Gabel satt am Boden geführt. Zwar wirkt die ABS-Bremse auch hier ein klein wenig flummihaft, doch sie ist etwas besser dosierbar als die der Bandit. Darüber hinaus regelt das ABS sehr feinfühlig, selbst Verzögerungen auf Rollsplitt mutieren nicht zum netzlosen Drahtseilakt. Bereits nach den ersten
Kurven ist klar: Die Honda schafft den Spagat zwischen der komfortablen Yamaha und der sportlichen Suzuki. Die CB 1300 ist sehr gut ausbalanciert, lässt sich neutral und sehr direkt lenken und vermittelt in jeder Situation das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Man wird übermütig und schnell. In schnellen Wechselkurven mahnt der eingangs beschriebene Fettansatz jedoch wieder zu gemäßig-
ter Gangart. Die Federelemente arbeiten nahezu perfekt. Insbesondere die Gabel
filtert sensibel kleinste Unebenheiten und arbeitet durchschlagsicher. Da verliert jeder Meter Schlechtweg seinen Schrecken.

Alltag –
verliebt in fünf Zentner Metall
Nicht jeder hat einen Jockey als Sozius. Eigner der CB sei dieser bei nur 190 Kilogramm Zuladung jedoch empfohlen. Der Yamaha-Pilot darf neun Kilogramm mehr drauf packen, und Bandit-Fahrer brauchen ihren Beifahrer gar nicht erst zur Diät ermahnen: Zulademöglichkeit 222 Kilogramm. Die freundlichste Sitzgelegenheit findet sich indes auf dem Sofa der XJR – breit, komfortabel, gute Haltemöglichkeit. Ist der Platz vergeben, streiten sich die Verbliebenen um den der Honda, da die Suzuki
das bescheidenste Plätzchen anbietet. In puncto Benzinverbrauch nimmt sich das Trio nichts, wenn man den gemäßigten Überland-Walzer anstimmt. Je rund 5,5
Liter werden auf 100 Kilometer zerstäubt. Bleibt letztlich die Frage, welche Maschine zu wem passt.
Fans luftgekühlter Motoren und klassischen Designs werden in der XJR die
große Liebe finden. Und Yamaha drei
Tatsachen hoch anrechnen: Der Charme
der Dicken blieb bewahrt, die Power hat
sich verbessert, der Verbrauch gleichzeitig
verringert. Darüber hinaus wurde dem
Evergreen eine zierliche Auspuffanlage
spendiert. Wer sich allerdings nicht in fünf
Zentner Metall verlieben kann, sondern den Kopf entscheiden lässt, der wählt
die 1200 Euro teurere Honda. Sie kann
vieles besser. Oder die 1500 Euro günstigere Suzuki. Die ist sportlicher und kann nichts schlechter. Das sagenhafte 1300-cm3-Erlebnis bieten alle drei.
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Technische Daten Honda CB 1300 (Archivversion)

Motor: wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, je zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, ø 36 mm, ungeregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, Lichtmaschine 420 W, Batterie 12 V/11
Ah, hydraulisch betätigte Mehrscheiben-
Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 78,0 x 67,2 mm
Hubraum 1284 cm3
Verdichtungsverhältnis 9,6:1
Nennleistung
85,0 kW (116 PS) bei 7000/min

Max. Drehmoment 117 Nm bei 6000/min

Fahrwerk: Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, ø 43 mm, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Aluminium, zwei Federbeine, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, ø 310 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, ø 256 mm, Einkolben-Schwimmsattel, ABS.
Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17
Bereifung im Test Dunlop D 220 ST »K«

Maße und Gewichte: Radstand 1515 mm, Lenkkopfwinkel 65,0 Grad, Nachlauf 99 mm, Federweg v/h 120/116 mm, Sitzhöhe* 815 mm, Gewicht vollgetankt* 262 kg, Zuladung* 190 kg, Tankinhalt/Reserve 21,0/
4,5 Liter.

Garantie zwei Jahre

Technische Daten Suzuki Bandit 1250 (Archivversion)

Motor: wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei oben liegende,
kettengetriebene Nockenwellen, vier Ven-
tile pro Zylinder, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, ø 36 mm, geregelter Ka-
talysator mit Sekundärluftsystem, Licht-
maschine 400 W, Batterie 12 V/10 Ah,
hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Öl-
badkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-
Kette.
Bohrung x Hub 79,0 x 64,0 mm
Hubraum 1255 cm3
Verdichtungsverhältnis 10,5:1
Nennleistung
72,0 kW (98 PS) bei 7500/min

Max. Drehmoment 108 Nm bei 3700/min

Fahrwerk: Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, ø 43 mm, verstellbare Federbasis, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, ø 310 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, ø 240 mm, Einkolben-Schwimmsattel, ABS.
Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17
Bereifung im Test
Dunlop D 218, vorne »T«, hinten »N«

Maße und Gewichte: Radstand 1485 mm, Lenkkopfwinkel 64,7 Grad, Nachlauf 104 mm, Federweg v/h 130/136 mm, Sitzhöhe* 800–820 mm, Gewicht vollgetankt* 253 kg, Zuladung* 222 kg, Tankinhalt 19,0 Liter.

Technische Daten Yamaha XJR 1300 (Archivversion)

Motor: luftgekühlter Vierzylinder-Vier-takt-Reihenmotor, zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, geregelter Katalysator, Lichtmaschine 340 W, Batterie
12 V/12 Ah, hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, O-Ring-Kette.

Bohrung x Hub 79,0 x 63,8 mm
Hubraum 1251 cm3
Verdichtungsverhältnis 9,7:1
Nennleistung
72,0 kW (98 PS) bei 8000/min

Max. Drehmoment 108 Nm bei 6000/min

Fahrwerk: Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, ø 43 mm, verstellbare Fe-
derbasis, Zweiarmschwinge, zwei Federbeine, verstellbare Federbasis, Doppelscheibenbremse vorn, ø 298 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, ø 298 mm, Zweikolben-Festsattel.
Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen 120/70 17; 180/55 17
Bereifung im Test Dunlop D 252 »L«
Maße und Gewichte: Radstand 1500 mm, Lenkkopfwinkel 64,5 Grad, Nachlauf 100 mm, Federweg v/h 130/110 mm, Sitzhöhe* 800 mm, Gewicht vollgetankt* 251 kg, Zuladung* 199 kg, Tankinhalt 21,0 Liter.

Garantie zwei Jahre
Service-Intervalle alle 10000 km
Farben Blau, Schwarz
Preis 9782 Euro

Platz 1: Honda CB 1300 (Archivversion)

Honda CB 1300 Bester Motor, super Fahrwerk, narrensichere Bedienung, gute Verarbeitung – der Sieg ist verdient. Ein sehr ausgewogenes Naked Bike.

Platz 2: Suzuki Bandit 1250 (Archivversion)

Suzuki Bandit 1250 Ganze 2700 Euro günstiger als der Testsieger. Und nicht viel schlechter. Für sportlich ambitionierte Big-Bike-Fahrer ist die alltagstaugliche Bandit sogar erste Wahl.

Platz 3: Yamaha XJR 1300 (Archivversion)

Yamaha XJR 1300 Die komfortabelste Maschine des Vergleichs wird leider nicht mit ABS angeboten. Schade. Wer auf klassisches Design Wert legt und meist zu zweit unterwegs ist, der kommt an der XJR nicht vorbei.

Kommentar Motor (Archivversion)

Alle drei Hersteller haben sich für hydraulisch zu betätigende Kupplungen entschieden. Mit unterschiedlichen
Ergebnissen: Maßstab ist die Kupplung der Honda – sie trennt weich und exakt, die Bedienkraft ist sehr gering. Die CB hat zudem die beste Motorabstimmung: Ihr Vierzylinder hängt direkt am Gas, läuft sanft, kommt wuchtig von unten heraus und drückt oben so stark wie keine andere. In puncto Gasannahme im Teillastbereich sind sowohl die Yamaha als auch die Suzuki verbesserungswürdig. Trotz langer Sekundärübersetzung legt die Bandit bis 140 km/h die schnellsten Spurts hin. Denn ihr Motor ist unten herum bärenstark und darüber hinaus äußerst drehfreudig.

Sieger Motor: Honda CB 1300

Kommentar Fahrwerk (Archivversion)

Trotz des geringsten Gewichts im Vergleich gibt sich die Yamaha am unhandlichsten. Das liegt zum einen an der etwas touristischen Sitzhaltung, zum anderen an der weichen Fahrwerksabstimmung. Ihre komfortabel abgestimmte Gabel verwässert die Lenkpräzision und stabilisiert die Maschine bei Topspeed nicht vollends. Zudem schiebt die XJR leicht übers Vorderrad. Die sportlich-knackig abgestimmte Bandit ist alles andere als komfortabel, glänzt dafür jedoch mit hervorragender Stabilität in Kurven und beim Geradeauslauf. Das gilt auch für die Honda, deren Fahrwerksabstimmunge Komfort und Sportlichkeit vereint und zudem das beste Feedback liefert.

Sieger Fahrwerk: Honda CB 1300

Kommentar Alltag (Archivversion)

Coming home. Fahrer der Honda oder Suzuki brauchen sich an nichts zu gewöhnen. Die Sitzposition der Yamaha hingegen ist Geschmackssache: Der Lenker ist weiter weg, die Fußrasten sind weiter vorn positioniert. Außerdem sind die Spiegel zu klein geraten und könnten weiter nach außen ragen. Bei der Suzuki vibrieren sie arg und mindern so die Sicht. Zum Thema Gepäckunterbringung sollten sich alle noch mal Gedanken machen: warum keinen Gepäckträger? Die Honda bietet mit drei Verzurrknubbel pro Seite und einem Staufach unter der Sitzbank noch am meisten. Top für Beifahrer: die XJR. Hier verdient der Haltegriff seinen Namen, die sitzbank ist breit und bequem, der Kniewinkel entspannt.

Sieger Alltag: Suzuki Bandit 1250

Kommentar Sicherheit (Archivversion)

Die Bremswirkung der XJR ist im Trockenen brutal: Die Stopper lassen sich mit geringem Kraftaufwand bedienen und verzögern enorm. Im Nassen wirkt die Bremse dagegen stumpf. Narrensicher und sehr effektiv arbeitet das ABS der Honda. Aufgrund des mächtigen Schubs ab 5000/min schlägt die CB allerdings ansatzweise mit dem Lenker. Die Bremse der Suzuki arbeitet zufriedenstellend, jedoch fehlt ein klarer Druckpunkt.

Sieger Sicherheit: Honda CB 1300

Kommentar Kosten (Archivversion)

Die Yamaha verbraucht zwar geringfügig mehr, muss aber nur alle 10000 Kilometer zur Inspektion (Honda und Suzuki je alle 6000 Kilometer). Suzuki hat die höchsten Inspektionsrichtzeiten, dafür ist die Honda in der Versicherung teurer.

Sieger Kosten: Yamaha XJR 1300

Kommentar Preis-Leistungs-Verhältnis (Archivversion)

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein Bandit, der die Taschen nicht leert. Suzukis 1250er punktet mit unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis und sehr guten Allroundqualitäten.

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