Vespa GTS 250 i. e. Das Lokomotüff

Foto: Fuchs
Sparsam. Praktisch. Stadtwendig. Autobahntauglich. ABS-gebremst. Knallrot. Retrochromschick. Langstreckenbequem. Auch für zwei. Allein die Mimik der Beifahrerfußrasten: ein Gedicht. Das Problem: Die Vespa GTS 250 i.e. lässt sich mit einem durchschnittlich männlich-heterosexuell verstandenen Selbstbild nur schwer in Einklang bringen. Wer dennoch draufklettert, ist entweder
a) charakterfest
b) unglücklich
c) frei von einem männlich-heterosexuell verstandenen Selbstbild.
Der Plan: Mit eben diesem Lokomotüff an einem Junisonntag von Stuttgart autobahnfrei nach Nürnberg rollern. Im Prinzip reicht dafür die B14 aus. Dummerweise ist die
d) ziemlich langweilig
e) nicht der kürzeste Weg
f) zwischendrin unterbrochen.
Die Nebenstrecken über Winnenden, Gschwend, Gaildorf, Crailsheim, Feuchtwangen und Ansbach versprechen mehr Abwechslung. Und ein höheres
Maß an Beschaulichkeit - das kann nur dienlich sein. Die George-Michael-Plakate (Konzert am 15. Juli in Nürnberg) tun nichts zur Sache.
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Größere Macken offenbaren sich mittags beim Tankstopp - also gut alle 200 Kilometer: Sabberfreies Auffüllen des Kraftstoffvorrats verlangt einige Übung. Den Tageskilometerzähler zu nullen gelingt schneller, allerdings ist die Borduhr danach im September 2028 angekommen, und zwar spät nachts. Vielleicht haben schmalere Finger hier einen Vorteil vor grobmotorischen Wurstpatschern, Jethelme außerdem einen Vorteil vor Integralhelmen, was das Inshelmfachpassen angeht.

Und insgesamt - unglücklich? Sicher nicht. Das Selbstbild? Wie gehabt: Beim Beachvolleyball guck ich immer noch lieber den Damen zu. Dann wohl a).

60 Jahre Vespa

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