Viertakter im Moto Cross Alles schon mal dagewesen

Bereits vor zwei Jahrzehnten kämpfte Yamaha mit einem Viertakter in der Cross-WM

Viertakter im Moto Cross - eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, in der auch Yamaha eine Rolle spielte. Bis Mitte der sechziger Jahre dominierten die Dampfhämmer den Off Road-Sport, allmählich eroberten jedoch die quirligeren Zweitakter das Terrain. Doch das Herz vieler ehemaliger Cross-Champions schlug weiter im Viertakt. So auch das des vierfachen Weltmeisters Torsten Hallman, nach seiner Karriere Yamaha-Importeur in Schweden, sowie seines Mitarbeiters Sten Lundin, ebenfalls mit zwei WM-Titeln dekoriert. Als 1976 die damals sensationelle Viertakt-Enduro XT 500 nach Europa kam, sahen die beiden Oldies neue Perspektiven. Sie implantierten das Zentralorgan der XT in ein aus Husqvarna-Fragmenten aufgebautes Fahrwerk. Als Fahrer konnten sie den Altstar Bengt Aberg gewinnen, der mit der in Schweden gebauten HL 500 die Weltmeisterschaft 1977 bestritt. Mit diesen Argumenten konnte Yamaha zu einer bescheidenen Unterstützung des Projekts gewonnen werden. Krönender Höhepunkt: der Gesamtsieg beim Grand Prix Luxemburg, der bis zum WM-Titel des Belgiers Jacky Martens auf Husqvarna im Jahr 1993 für lange Zeit der letzte Erfolg eines Viertakters bleiben sollte.Da die HL hauptsächlich mit Ersatzteilen aus dem Regal des Yamaha-Importeurs Hallman aufgebaut worden war, war der Schritt zum »echten« Yamaha-Motorrad nicht mehr weit. Nachdem Hallman 1977 einige wenige Rahmenkits verkauft hatte, baute er 1978 und 1979 jeweils 200 Exemplare, die über das Yamaha-Händlernetz vertrieben wurden.Zur ihrer Zeit war die heute wie ein altertümliches Relikt wirkende HL eine durchaus moderne Cross-Maschine. Der nur milde getunte XT-Motor agierte im Vergleich zu den hart einsetzenden Zweitaktern unglaublich sanft. Etwas mehr Leistung brachte der 38-Millimeter-Mikuni-Vergaser in Kombination mit einer schärferen Nockenwelle.Die leichte CDI-Zündung eines damaligen Yamaha-Zweitakt-Crossers machte die Leistungscharakteristik spontaner. Mit kaum mehr als 40 PS - das entspricht einer Literleistung von 80 PS - sieht der Oldie im Vergleich zur YZM 400 F (150 PS Literleistung) allerdings ziemlich alt aus. Als dann Zentralfederbeine mit modernen Hebelsystemen aufkamen, geriet die HL schnell ins Hintertreffen.So kam es, wie es kommen mußte: Das von Yamaha nur halbherzig unterstützte Projekt wurde nach nur zwei Jahren wieder eingestellt und erlebt in Gestalt der YZM 400 F nun erst nach 18 Jahren seine Wiedergeburt. GT

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