Intermot in Köln Vorschau: die Messe-Highlights der Intermot

Natürlich machen die meisten Hersteller ein riesiges Geheimnis daraus, welche Motorrad-Neuheiten sie auf der Intermot präsentieren werden. MOTORRAD konnte allerdings schon bei einigen ein bisschen hinter den Vorhang spicken.

Foto: Hersteller
Auf der Intermot in Köln werden die Hersteller wieder versuchen mit einigen Neuheiten die Blicke auf sich zu ziehen.
Auf der Intermot in Köln werden die Hersteller wieder versuchen mit einigen Neuheiten die Blicke auf sich zu ziehen.

Aprilia, BMW, Ducati

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Foto: Hersteller
Die Aprilia Caponord 1200 war bereits auf einer Händlertagung zu sehen.
Die Aprilia Caponord 1200 war bereits auf einer Händlertagung zu sehen.

Aprilia (Halle 7)

Aprilia hat in den letzten Jahren vor allem mit seinem faszinierenden V4-Superbike RSV4 punkten können. Jetzt wollen die Mannen aus Noale ihre erwiesene Sportkompetenz auch touristischer orientierten Fahrern zugute kommen lassen: Auf einer Händlertagung war dieses Vorserien-Exemplar einer neuen Caponord zu sehen. Sie wird wohl auf eine Variante des 1200er-V2-Motors vertrauen, der schon in der Dorsoduro 1200 ordentlich Feuer entfacht. Sie dürfte sich damit eher an der 150 PS starken Ducati Multistrada 1200 orientieren als an der deutlich schwächeren, aber auch komfortableren BMW R 1200 GS.

Foto: Höhne
Ob die neue GS als R 1200 oder 1250 GS firmieren wird, vielleicht mit dem Kürzel LC für
Ob die neue GS als R 1200 oder 1250 GS firmieren wird, vielleicht mit dem Kürzel LC für "liquid cooled", kann man nur raten.

BMW (Halle 6)

Geht den Bayern irgendwann mal die Luft aus? Die Frage ist doppeldeutig, denn einerseits hat die beeindruckende Modelloffensive der letzten Jahre zwar Marktanteile beschert, aber auch Kraft gekostet. Zum anderen rechnen die Fans der Marke sowie die meisten Experten fest damit, dass in Köln die neue GS mit flüssigkeitsgekühltem Boxermotor zu sehen sein wird. Ob sie als R 1200 oder 1250 GS firmieren wird, vielleicht mit dem Kürzel LC für „liquid cooled“, kann man nur raten. Außerdem zeigt BMW neue Ausrüstung, zum Beispiel den Systemhelm 6 EVO, einen Fahreranzug und eine Kühlweste.

Foto: Bernhard Höhne
Bei Ducati ist von einer neuen Hypermotard die Rede.
Bei Ducati ist von einer neuen Hypermotard die Rede.

Ducati (Halle 8)

Auf den Lorbeeren ausruhen, welche ihnen die Ducati 1199 Panigale eingebracht hat, können sich die Italiener nicht. Und jetzt, da mit Audi ein deutscher Konzern das Zepter übernommen hat, werden sie auch auf der Intermot sicher nicht halbherzig auftreten. Von einer neuen Hypermotard ist die Rede, auch die Monsterreihe könnte ein wenig gefaceliftet werden. Konkrete Informationen oder gar Bildmaterial waren jedoch nicht zu erlangen – hier hat der Audi-Einstieg gar nichts an der unbedingten Diskretion der vergangenen Jahre ändern können.

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Foto: Hersteller
Harley-Davidson wird auf der Intermot anlässlich des bevorstehenden 110jährigen Jubiläums mit einigen Sondermodellen, wie die Fat Boy Special, auffahren.
Harley-Davidson wird auf der Intermot anlässlich des bevorstehenden 110jährigen Jubiläums mit einigen Sondermodellen, wie die Fat Boy Special, auffahren.

Harley, Honda, Horex

Harley-Davidson (Halle 9)

Erinnern Sie sich noch an die Party zu Harleys 100. Geburtstag? Die ist auch schon 10 Jahre her. Entsprechend kann das Team aus Milwaukee 2013 feiste 110-Jahre-Jubiläumsmodelle wie die oben gezeigte Fat Boy Special auffahren. Neu außerdem kommt die Sportster 1200 Custom A nach Köln, deren Räder und Lackierung sich deutlich von den aktuellen Sportstern abheben. Natürlich dürfen auch die Tuning-Modelle der Abteilung „Custom Vehicles Operations“ (CVO) nicht fehlen:  Dieses Jahr hat‘s eine Softail und drei Tourer-Modelle erwischt. Zwischen der metallischen Herrlichkeit findet sicher auch die neue Kollektion von Motorrad- und Freizeitkleidung mit Harley-Logo ihre Freunde.

Foto: Hersteller
Kommt die CB 1100 jetzt endlich auch auf den europäischen Markt?
Kommt die CB 1100 jetzt endlich auch auf den europäischen Markt?

Honda (Halle 9)

Richtiggehend beleidigt waren eine ganze Menge Motorradfahrer in Europa, als Honda die bildhübsche CB 1100 zwar baute und herumzeigte, aber nur in Japan verkaufen wollte. Die Gerüchte verdichten sich, dass man seitens Honda jetzt ein Einsehen hat und die nackte Schönheit auch hierzulade verkaufen will. Darüber hinaus ist zumindest mit einer überarbeiteten CBR 600 RR zu rechnen. Um die 15 Neuheiten hat ein Honda-Mitarbeiter in einem schwachen Moment für das kommende Jahr in Aussicht gestellt. Selbst wenn in dieser Zahl  einige Leichtkrafträder und kleinere Roller mitgemeint sind, bleibt noch reichlich Raum für faszinierende Überraschungen. Die Geschichte des 1200er-V4-Motors hat bei Honda ja auch gerade erst angefangen.

Foto: Horex
Welches wird das nächste Motorrad mit dem VR6-Motor von Horex?
Welches wird das nächste Motorrad mit dem VR6-Motor von Horex?

Horex (Halle 7)

Der VR6-Roadster hatte so ihre Startschwierigkeiten, und von den vollmundigen Versprechungen eines 200-und-mehr-PS-starken Kompressormotorrads ist eine immer noch nicht untermotorisierte 161-PS-Maschine übrig geblieben. Sie wird sicher ihren Weg gehen, sobald die Motorabstimmung gegenüber den ersten Testex­emplaren etwas an Qualität gewonnen hat. Um das Interesse an der Marke weiter unter Dampf zu halten, verspricht Horex, auf seinem Messestand schon zumindest einen Ausblick auf das nächste Motorrad mit VR6-Motor zu geben. Es soll sich in seiner Linienführung deutlich klassischer geben und einen Kontrast zum futuristisch gezeichneten Roadster geben. Wir sind gespannt.

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Foto: Pete Farthing
Die Aufschrift
Die Aufschrift "636" verrät es: Kawasaki verpasst der ZX-6R einen sechprozentigen Hubraumzuschlag.

Kawasaki, KTM, Moto Guzzi

Kawasaki (Halle 8)

Wer genau hinschaut, erkennt an der Ninja im Bild den Schriftzug „636“. Kawasaki wird also dem Supersport-WM-Reglement die kalte Schulter zeigen und seinem neuen Sportler einen sechsprozentigen Hubraumzuschlag gewähren. Bei der letzten 636er machte sich dieser in den Punkten Nennleistung und maximales Drehmoment nur geringfügig bemerkbar, sorgte aber für einen deutlich gleichmäßigeren Drehmomentverlauf und bessere Durchzugswerte als bei der parallel angebotenen 600er. Gerüchte und nicht autorisierte Fotos, die im Internet kursieren, lassen außerdem ein massives Facelift der Ninja 250 R erwarten: Verkleidung, Rahmen und Räder sind auf jeden Fall neu; unter Umständen tut sich auch im motortechnischen Bereich etwas.

Foto: KTM
Eine 1190er Reiseenduro soll bei KTM die 990 Adventure ersetzen.
Eine 1190er Reiseenduro soll bei KTM die 990 Adventure ersetzen.

KTM (Halle 9)

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: KTM setzt einen Stützpfeiler seiner Markenidentität neu. Die 990 Adventure, eine äußerst offroadtaugliche Reiseenduro, wird durch eine 1190er ersetzt. Mit 150 PS und einem Gewicht von 230 Kilogramm (fahrbereit!) soll dieses Modell einen weiteren Superlativ ins KTM-Programm bringen und der arrivierten BMW R 1200 GS
und ihrer Nachfolgerin (wie immer die genau heißen mag) die Stirn bieten – mit Integral-ABS und Traktionskontrolle.

Foto: Hersteller
Der eingebaute 1400er-V2 wird der neuen Moto Guzzi California eubeb mächtigen Punch verpassen.
Der eingebaute 1400er-V2 wird der neuen Moto Guzzi California eubeb mächtigen Punch verpassen.

Moto Guzzi (Halle 7)

Das soll eine California sein? Wir hören die Fans entsetzt schreien: keine Koffer, keine Scheibe, keine Verkleidung – so geht das nicht! Ruhig Blut: Wir sind uns ganz sicher, dass Moto Guzzi die Grundidee seines legendären Modells nicht vergessen hat und die gezeigte Studie bestens eine Roadster-Variante werden wird. Um Schale, Scheibe und Koffer kommt keine California herum. Und der längs eingebaute 1400er-V2 wird genau den mächtigen Punch bieten, den die Fans der Marke so verehren – ganz egal, in welchem Outfit. ABS haben die großen Modelle aus Mandello schon länger an Bord, das wird sich bestimmt nicht ändern. Welche Überraschung in dem dicken Getriebeblock steckt? Eine Automatik ist unwahrscheinlich – aber wie wär’s mit einem Rückwärtsgang?

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Foto: www.bilski-fotografie.de
Bei den Suzuki Burgman-Rollern hat sich lange nichts getan - kommt da was auf der Intermot?
Bei den Suzuki Burgman-Rollern hat sich lange nichts getan - kommt da was auf der Intermot?

Suzuki, Triumph, Yamaha

Suzuki (Halle 7)

Aus dem Hause Suzuki waren kaum Hinweise auf die Neuheiten des nächsten Jahres zu bekommen. Vorstellbar ist, dass die Marke die Hubraum-Lücke zwischen den 800er- und den 1800er-Cruisern schließen möchte. Auch hat sich bei den Burgman-Rollern lang nichts mehr geändert – da könnte etwas passieren. Und auf die Frage nach einer DL 1000 V-Strom war ein kurzes, vielleicht aufgeregtes Rascheln in der Telefonleitung zu hören.

Foto: Triumph
Die neue Trophy von Triumph ist ein echter Tourer.
Die neue Trophy von Triumph ist ein echter Tourer.

Triumph (Halle 9)

Die Engländer erweitern die Modellreihe mit dem 1200er-Dreizylinder um einen echten Tourer, die Trophy. Wo sich die Enduro „Tiger Explorer“ klar gegen den bayerischen Platzhirsch R 1200 GS positioniert, möchte sich die Trophy an der RT vorbeidrängeln. Schon in der abgebildeten Standard-Version geht eine luxuriöse Ausstattung mit auf die große Reise: Integral-ABS, Traktionskontrolle, elektrisch verstellbare Scheibe, Tempomat, zwei Bordsteckdosen, Griff- und Sitzheizung sowie ein Kardanantrieb und ein Overdrive-Getriebe sind Serie. Die Top-Variante SE bietet darüber hinaus ein 55-Liter-Topcase mit einer dritten Steckdose, ein iPod-kompatibles Soundsystem sowie – aufgemerkt! – ein elektronisch einstellbares Fahrwerk. Wenn jetzt der Preis einigermaßen im Rahmen bleibt, muss sich die RT ganz warm anziehen.

Foto: Hersteller
Was kommt bei Yamaha noch außer Facelift und neue Farben für vorhandene Modelle wie der XJ6 Diversion?
Was kommt bei Yamaha noch außer Facelift und neue Farben für vorhandene Modelle wie der XJ6 Diversion?

Yamaha (Halle 6)

Die Marke mit den drei Stimmgabelngab sich erstaunlich zurückhaltend in puncto „Neuheiten-Flut in Köln“. Immerhin war zwischen den äußerst defensiv formulierten Zeilen zu lesen, dass der Einsteiger-Vierzylinder XJ6 und seine Schwestern Diversion sowie Diversion F einem gründlichen Facelift unterzogen werden und mit neuen Farben ins Modelljahr 2013 gehen. Fällig wäre außerdem ein gründliches Update der etwas in die Jahre gekommenen FJR 1300, die derzeit zum Schnäppchenpreis von 15395 Euro als Joker-Bike zu haben ist. Leicht zu realisieren wären Cruiser-Varianten mit den verfügbaren 950er-, 1300er- oder 1900er-Motoren. Sollten in Köln bahnbrechende Neuentwicklungen aus dem Supersportler-Segment stehen, würde uns das sehr überraschen – und zwar angenehm.

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