Vorstellung BMW R 1150 R (Archivversion)

Schöne bunte Welt

Wenn einem so viel Gutes widerfährt, dann ist das eine Neuauflage wert: Weil BMW sich mit der überarbeiteten GS auf Anhieb ganz oben in der Bestsellerliste platzierte, schieben die Bayern in diesem Jahr umgehend die R 1150 R nach – und verfahren dabei nach dem bewährten Erfolgsrezept. Eine grundlegende technische Überarbeitung geht einher mit umfassendem Bodywork. Dabei war die Stoßrichtung klar vorgezeichnet. Die große Nackte sollte bei Beibehaltung aller Alltagsqualitäten sportlicher werden.Da ist es nur konsequent, dem Roadster mehr Leistung einzuhauchen. Diesen Part übernimmt ab sofort der Motor aus der R 1150 GS, der mitsamt Antriebsstrang in die R transplantiert wurde. Das bedeutet 85 PS statt der bisherigen 80 und ein Drehmomentplus von einem Newtonmeter (98 statt 97), welches aber über einen weitaus größeren Drehzahlbereich bereitstehen soll. BMW verspricht zwischen 3000 und 6500/min über 90 Nm.Übertragen wird die Kraft wie bei der GS über ein Sechsganggetriebe. Im Gegensatz zur Enduro-Schwester ist hier der letzte Gang jedoch nicht als Overdrive (nur noch optional erhältlich) ausgelegt, sondern deutlich kürzer. Die sportlicheren Ansprüche unterstreichen auch die neuen Fünfspeichen-Felgen aus der R 1100 S, hinten in der Dimension 5,00 x 17. Die Reifenbreite wuchs von 160 auf 170 Millimeter. Komplettiert werden die Fahrwerksänderungen, die die R stabiler und handlicher zugleich machen sollen, durch einen auffällig gestalteten Längslenker, der nun von einem in der Zugstufe stufenlos verstellbaren Federbein am Vorderrahmen abgestützt wird und einem jetzt per Handrad in der Federvorspannung verstellbaren hinteren Federbein. Außerdem wuchsen die vorderen Bremsscheiben von 305 auf 320 Millimeter. BMW verspricht für die »Evo« genannte Bremsanlage geringere Handkraft bei besserer Leistung. Natürlich ist ein ABS wie bisher auf Wunsch lieferbar.Um die umfangreichen Änderungen ins rechte Licht zu rücken, erhielt die R 1150 R eine gänzlich neue Schale. Einzig Scheinwerfer und Cockpit blieben unangetastet. Sonst aber präsentiert sich der Roadster von dem markanten vorderen Kotflügel über die gefälligen Ölkühlerverkleidungen und den größeren Tank bis hin zur zweiteiligen Sitzbank organischer. Dass statt der bisher verwendeten, hochbauenden Lenkerhälften eine klassischer, aber breiterer und flacherer Rohrlenker zum Einsatz kommt und die Sitzposition dadurch vorderradorientierter ausfällt, passt ins neue R-Konzept. Dass trotzdem jede Menge komfortorientiertes Zubehör von Heizgriffen bis zum Koffersystem erhältlich ist, passt zu BMW. Und wem das alles nicht passt, dem bieten die Bayern zum Abschied ein R 1100 R-Modell mit Kreuzspeichenrädern und Sonderlackierung. Dann hat wenigstens das Auge was Neues zu R-leben.
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BMW R 1150 R (V) (Archivversion) - Daten BMW R 1150 R

Motor: Luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, 1130 cm3, Bohrung x Hub 101 x 70,5 mm, Leistung 62,5 kW (85 PS) bei 6750/min, Drehmoment 98 Nm (10 kpm) bei 5250/min, vier Ventile pro Zylinder, Motormanagement, geregelter Katalysator. Fahrwerk: Tragende Motor-Getriebe-Einheit, längslenkergeführte Telegabel, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Zweigelenk-Einarmschwinge, Zentralfederbein, direkt angelenkt, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, O 320 mm, Scheibenbremse hinten, O 276 mm, Reifen 120/70 ZR 17, 170/60 ZR 17, Radstand 1487 mm, Lenkkopfwinkel 63 Grad, Nachlauf 127 mm. Preis: steht noch nicht fest.

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