Vorstellung BMW R 1200 S (Archivversion) Ducati Weißblau

Die Modelloffensive der Münchner scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Die jüngsten Erlkönig-Fotos zeigen den neuen Sportboxer, der offensichtlich einer Schlankheitskur unterzogen wurde.

BMW, BMW, BMW: Ja, wir wissen, langsam wird es schon fast langweilig. Doch keine andere Marke legt sich derzeit so ins Zeug wie die Bayern. Neuer Vierzylinder K 1200 R (siehe Fahrbericht
im Anschluss), neuer Zweizylinder T 800 (MOTORRAD 8/2005), neue Sportenduro HP2 (MOTORRAD 9/2005) und nun erste Bilder vom neuen Sportboxer BMW R 1200 S. So offensiv war BMW noch nie, und das in einer Zeit, in der bei vielen anderen Herstellern Krisenstimmung herrscht.
Die R 1200 S soll die sportlichste
Boxer-BMW der letzten Jahre werden.
Höhere Leistung und geringeres Gewicht als das Vorgängermodell standen im Lastenheft. Um das zu erreichen, bedient sich die R 1200 S offensichtlich direkt aus dem neuen Boxer-Baukasten. Motor, Getriebe und Hinterradantrieb stammen von der
R 1200 ST ab. Dem neuen, luftgekühlten Triebwerk werden mittels schärferer Steuerzeiten und einer höheren Nenndrehzahl wohl stramme 120 PS entlockt.
Beim Fahrwerk ersetzt ein filigranes Stahlrohrgeflecht den etwas grobschlächtigen Rahmen der alten R 1100 S, der
damals für viel Stabilität, aber aufgrund seiner Steifigkeit auch für eine Direktübertragung der Vibrationen des Boxers an
den Fahrer sorgte. Die Vorderradführung übernimmt nach wie vor eine längslenkergeführte Telegabel, hinten kommt eine
Einarmschwinge mit integriertem Kardanantrieb zum Einsatz.
Sportmotorradfans werden sich an
der deutlich schlankeren Gestalt der BMW
erfreuen. Auf unserer Computer-Retusche kommt das nicht so recht zur Geltung,
die Fotos lassen es eher erahnen. War die Alte ein richtiges Schlachtschiff mit mächtigem Bug im Wind, wird die Neue eher ein schlanker Wettkämpfer: sehnig, behände, sehr vorderradorientiert. Stellt man sich die ganze Maschine mal in Rot vor, könnte sie durchaus als Boxer-Ducati durchgehen. Unterstützt wird dieser Eindruck durch das viel sportlicher ausgeführte Heck, unter dem ein fetter Schalldämpfer
à la Ducati 999 sitzt. Die Front wird noch mit einem neuen Scheinwerfer ausgestattet, und die Lufteinlässe, hinter denen ein großer Ölkühler sitzt, erhalten ein deutlich aggressiveres Styling.
So soll aus der einstmals so friedlichen
R 1100 S eine richtige Sportmaschine werden, eine Ducati Weißblau eben.

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