Vorstellung Horex VR6 Wiedergeburt

Die Marke Horex ist vor allem den reiferen Semestern noch ein Begriff. Demnächst soll ein Naked Bike mit sechs Zylindern und Kompressoraufladung den Mythos neu beleben.

Foto: Horex

Fritz Kleemann gründete 1923 die Horex-Fahrzeugbau AG, die in den 1950er-Jahren mit Ikonen wie der Regina und der Imperator Aufsehen erregte. 1960 kaufte Daimler-Benz die Firma und löste sie auf. Jetzt hat ein Team findiger Designer und Konstrukteure den Markennamen übernommen und ein neues Motorrad entwickelt. Klassische Formen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier ein enormer technischer Aufwand getrieben wurde: Der quer in einem Alu-Brückenrahmen hängende Sechszylinder-Motor mit 1216 cm³ Hubraum ist als VR konfiguriert. Das heißt, die Zylinder stehen in zwei Reihen und in einem engen Winkel schräg zueinander. Dieser Trick verringert die Baubreite gegenüber einem Reihen-Sechszylinder enorm. Anders als ein V-Motor kommt der VR mit einem Zylinderkopf aus, was die Fertigung vereinfacht. Auch bei der Ventilbetätigung geht die Horex neue Wege: Bislang waren in Hochleistungsmotoren zwei obenliegende Nockenwellen das Maß der Dinge, der VR6-Motor hat davon drei - in der Seitenansicht deutlich an den drei silbernen Kreisen unterhalb des Tanks zu erkennen. Um dem exotischen Konzept ordentlich Leistung zu entlocken, kommt ein Kompressor (rot) zum Einsatz: Ab Leerlaufdrehzahl schaufelt er Frischluft mit etwa 1,4 bar Ladedruck in den Ansaugtrakt. Der dadurch reichlich verfügbare Sauerstoff ermöglicht eine höhere Leistungsausbeute aus jedem Arbeitstakt, weil mehr Kraftstoff verbrannt werden kann. Versprochenes Ergebnis: 150 Newtonmeter und 200 PS bei 8500/min.

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