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Vorstellung Mash Five Hundred Retrofutter

Hübsch, nicht? Aus China kommen nicht mehr nur billig zusammen gefrickelte Baumarkt-Roller, sondern jetzt auch durchaus ansehnliche Motorräder. Die Mash Five Hundred ist so ein Hingucker, wenngleich uns der Name des 400er-Singles doch etwas irritiert.

Als Mash bezeichnet man in Reiter-Kreisen nämlich ein diätisches Nahrungsergänzungsmittel für Pferde, das für seine leicht abführende Wirkung gerühmt wird. Zum Glück sieht das gleichnamige ­Retro-Krad so gut aus, dass die Mash Five Hundred trotz dieses Fauxpas länger in den Köpfen nostalgischer Biker verweilen dürfte als besagtes Futtermittel im Gedärm der Rösser.

Die klassisch angehauchte Linie des luftgekühlten 400er-Singles – von wegen „Five Hundred“ – ist zweifelsohne gelungen, die Neugier geweckt. Ganz so neu wie im Prospektblatt verkündet – dort wird die Mash als Weltneuheit 2015 gepriesen – ist das Produkt der China Chongquing Shineray Motorcycle Company freilich nicht. Pate stand unverkennbar die nur in Japan angebotene Honda CB 400 SS. Vom hierzulande nahezu un­bekannten Vorbild unterscheidet sich die Mash Five Hundred durch die simplere Schwinge mit Rundrohren (Kastenschwinge bei der Honda) und der Auspuffanlage mit beidseitig verlegten Schalldämpfern sowie ­einer eigenwilligen Krümmerführung.

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Mash Five Hundred für 4390 Euro

Während bei Letzterer Chrom und Verarbeitung einen guten Eindruck hinterlassen, wirken einige Details bei genauerem Hinsehen doch ziemlich rustikal. Ins Auge fallen in dieser Hinsicht vor allem die grobschlächtigen Fußrastenhalter aus gebogenem Flachstahl, einige unschöne Schweißnähte und die welligen Chromschutzbleche. Ebenso zeigen die rauen Oberflächen des Motors, dass in China Kostendruck durchaus ein Thema ist.

Besser gefallen uns dagegen die weißen Zifferblätter der Instrumente in ihren Chrombechern aus Metall, die ordentliche Lackierung der Mash Five Hundred, Lenkerarmaturen à la Honda und der dezente Bollersound, der nach dem Druck aufs Knöpfchen erklingt. Geringe mechanische Geräusche nähren zudem die Hoffnung, dass der Vierventiler von ähnlich solider Machart ist wie beim japanischen Vorbild.

Ob die betont aufrechte Sitzposition mit weit vorn und hoch angebrachten Fußrasten passt, muss jeder selbst ausprobieren. Preis­bewussten Nostalgikern bietet die Mash Five Hundred somit genügend Futter für Gedankenspiele, zumal sich bei 4390 Euro auch die abführende Wirkung für die Geldbörse in Grenzen hält.

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Bilder vom Vergleichstest

Daten Mash Five Hundred

Motor: Einzylinder-Viertaktmotor, eine obenliegende Nockenwelle, vier über Kipp- und Schlepphebel betätigte Ventile, Bohrung x Hub 85 x 70 mm, Hubraum 397 cm³, Verdichtung k.A., Leistung 27 PS bei 7000/min.

Kraftübertragung: Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, Kettenantrieb.

Fahrwerk: Einschleifen-Stahlrohrrahmen mit geteiltem Unterzug, Telegabel vorn, Ø 35 mm, Zweiarmschwinge mit zwei Federbeinen, Drahtspeichenräder mit Stahlfelgen, Reifen 100/90-19 vorn und 130/70-18 hinten, Scheibenbremse vorn, Ø 280 mm, Trommelbremse hinten Ø 180 mm.

Maße und Gewichte: Radstand 1420 mm, Gewicht 166 kg vollgetankt, Tankinhalt 13 l

0–100 km/h: 9,5 s

Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h

Preis: 4390 Euro

Infos: www.france-equipment.de

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