Vorstellung Moto Guzzi Stelvio (Archivversion) Design <br /><br /> vollendet

Das Rätselraten um die Gestaltung der Moto Guzzi Stelvio hat
ein Ende. So sieht Guzzis Interpretation einer Reise-Enduro aus.

Moto Guzzi bleibt überraschend: Nach der Ankündigung der Stelvio im Frühjahr letzten Jahres, ihrer Nicht-
Präsentation im vergangenen Herbst und ihrem plötzlichen Wiederauftauchen im
Januar dieses Jahres wurde kürzlich anlässlich einer Händlertagung in Berlin das komplette Motorrad auf die Bühne gestellt. Einfach so und ganz schön zeitig.
Wie nach Informationen von Guzzi selbst schon in MOTORRAD 4/2007 zu
lesen war, richtet sich die Stelvio unverblümt an potenzielle BMW-GS-Kunden. Besonders die Tank-Sitzbank-Linie hat starke Ähnlichkeit mit dem bayerischen Vorbild, allerdings geriet der Endschalldämpfer der italienischen Variante deutlich mächtiger. Auch trägt die Stelvio eine Halbschalenverkleidung im eher landläufigen Sinne des Begriffs, während bei der BMW verschiedene, optisch voneinander abgesetzte Elemente – zwei seitliche Abdeckungen, der Entenschnabel und die oben aufgesetzte Scheibe – den Windschutz bilden. Wie von der GS vorgegeben, ist die Scheibe der Stelvio höhenverstellbar. Griffgünstige Schrauben am Scheibenrahmen erleichtern die Anpassung der Scheibenposition. Zwei großflächige Rundscheinwerfer geben der italienischen Reise-Enduro ein unverwechselbares Gesicht und versprechen gute Lichtausbeute. Ein Navigationsgerät sowie sorgfältig integrierte Kofferhalter fördern die Tourentauglichkeit.
Langsam, aber stetig sickern auch weitere Informationen über den neuen 1200er mit Vierventilköpfen an die Öffentlichkeit. So erfuhr MOTORRAD, dass die Maßnahmen zur besseren Kühlung des Zweizylinders weit über die Verlegung des Nockenwellenantriebs – jetzt per Zahnkette – hinter die Zylinder hinausgehen. Seitliche Führungskanäle an der Verkleidung leiten den Fahrtwindstrom gezielt auf die Auslassseite der Zylinderköpfe. Diese sind, ebenso wie die Zylinder, nun von einem Ölmantel umgeben. Spritzdüsen im Zylinderkopf versorgen den Bereich um die Auslassventile zusätzlich mit kühlendem Öl. Diese Wandlung des traditionellen Guzzi-Konzepts zum luft-/ölgekühlten Triebwerk wird flankiert von der Verwendung einer stärkeren Ölpumpe und eines reichlich dimensionierten Ölkühlers. Er fand einen gleichermaßen geschützten wie gut angeströmten Platz weit oben vor dem Motor. Trotz all dieser Maßnahmen wird der Vierventiler nur eineinhalb Kilogramm schwerer als der Zweiventiler.
Viele seiner Teile – so war aus einer gut unterrichteten Quelle zu erfahren – seien bereits fertiggestellt für den Serienbau, zurzeit experimentiere Guzzi aber noch mit zwei verschiedenen Zylinderköpfen; einer Variante, die mehr Leistung bringt, und einer, die günstiger herzustellen ist. Wie auch immer diese Frage entschieden wird, sie betrifft zunächst die Griso 8V. Die Stelvio wird lange nach ihr, nämlich frühestens
in einem Jahr in
Produktion gehen.
Voraussichtlich.

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