Vorstellung neue Kawasaki-Modelle Evolutions-Sprünge

Das Styling der neuen Kawasaki ZX-10R springt munter zwischen den Modellgenerationen hin und her. Und bei der VN 2000 Classic folgt das Neue ebenfalls den älteren Traditionen.

Foto: Kawasaki
Oft sind Großväter und Enkel einander ähnlicher als Väter und Söhne. Im Fall der neuesten Kawasaki ZX-10R scheint das ebenso. Während die Gene­ration 2006 und 2007 sich mit runden Formen, weichen Übergängen und einer fülligen Heckpartie vom sportlich-puristischen Ursprungsmodell entfernt hatte, knüpft die 2008er-ZX-10R wieder an alte Tugenden an. Nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch zugunsten effizienter Luftführung wurde die Neue knapper verkleidet und kantiger. Besonders plakativ fällt die Rückwendung bei der Auspuffanlage aus. Wie die erste, so trägt auch die dritte ZX-10R einen Endschalldämpfer auf der rechten Seite; das notwendige Auspuffvolumen schafft beim neuesten Modell ein zwischen Motor und Hinterrad platzierter Vorschalldämpfer.
Der 1000er-Vierzylinder wurde auch auf der Einlassseite überarbeitet. Ovale Drosselklappen vergrößern den Ansaugquerschnitt, zwei Einspritzdüsen pro Zylinder sollen die Gemischbildung verbessern. In Verbindung mit dem ovalen Durchlass mussten Form und Führung der Einlass­kanäle angepasst werden. Spektakuläre Leistungssprünge sind trotzdem nicht zu erwarten, weil die Kawasaki-Motoren ohnehin zu den stärksten der Klasse zählen und die Luft für einen straßenzugelasse­nen 1000er in der Nähe von 180 PS schon ziemlich dünn wird.
In ersten spärlichen Informationen zum Fahrwerk heißt es, das Handling des Motorrads habe sich ebenso verbessert wie die Rückmeldung an den Fahrer. Wie dieser Fortschritt erzielt worden sein soll, wird noch nicht verraten. Auf jeden Fall ist eine neue Schwinge daran beteiligt, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Suzuki-GSX-R-Teilen nicht verleugnen kann. Weil Kawasaki bei der MotoGP-Maschine stark mit der Einbaulage der Kurbelwelle experimentiert hat und eine der wichtigsten Änderungen zwischen der ersten und zweiten ZX-10R in einem höher gelegten Kurbeltrieb bestand, liegt die Vermutung nahe, dass das 2008er-Modell in diesem Punkt weiter perfektioniert wurde. Nach allem, was auf den Fotos zu erkennen ist, haben die Ingenieure aber nicht wie beim letzten Modellwechsel den Motor komplett neu konfiguriert, sondern wenn überhaupt dessen Position im Rahmen geändert. Und nach dem Betrachten des Bildmaterials erwägt MOTORRAD, dem Chefkonstrukteur einen goldenen Splint am Bande zu verleihen. Für seine Treue zur wohl hässlichsten ­Sicherung der Hinterachsmutter im modernen Motorradbau.
Bei der neuen VN 2000 Classic ist der Splint wenigstens von der doppelläufigen Auspuffanlage verdeckt. Darüber hinaus zeichnet sich der Groß-Cruiser durch eine anders gestaltete Lampenpartie aus. Anstelle einer großflächig verhüllten Leuchteinheit kommt jetzt ein schlichter Rundscheinwerfer im knappen Chromtöpfchen zum Einsatz. Und die Lackierung ist in monochromem Schwarz gehalten, den Luft­filterdeckel ziert der eingravierte Schriftzug Classic. Beifahrer dürfen sich auf eine dicker gepolsterte Sitzbank freuen. Weitere Änderungen sind anhand der ersten Fotos nicht zu entdecken.

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