Vorstellung Sachs-Studie Beast Das BEAST

In die Zukunft denken – unabdingbar für den Erfolg einer Marke. Und Sachs will erfolgreich sein. Mit Ideen, die irgendwann Realität werden. Hoffentlich ist das Beast so eine.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten. Die beruflichen Geschmackserzeuger, die Industriedesigner, haben es also nicht leicht, den Nerv der Kunden zu treffen. Dennoch: Mit seiner neuen Studie scheint es dem Target-Team gelungen zu sein. Der Intermot-Stand der kleinen deutschen Firma Sachs war jedenfalls schwer umlagert. Die Motorrad-Fans versuchten einen Blick auf ein extremes Objekt der Begierde zu erhaschen. »Beast« – Biest eben - , ein filigranes Motorrad, das aus kaum mehr als einem Motor und zwei Rädern besteht. Eine Kraftmaschine pur ohne jeden Schnickschnack.
Zunächst noch frei von den Zwängen industrieller Serienfertigung, durfte das Design-Team um Hans Georg Kasten – MOTORRAD-Lesern seit langem bekannt als Schöpfer fortschrittlicher Entwürfe, man denke nur an die Suzuki Katana – in die Vollen gehen. »Wir wollten Technik sichtbar machen, kein Plastikteil sollte den Blick auf die Technik verdecken«, sagt Kasten, der erst vor wenigen Monaten den Auftrag bekam, der alteingesessenen Zweiradfirma ein neues Profil zu verleihen. »Als Motor haben wir den schönen und sehr kompakten 1000-cm³-V2 des schwedischen Konstrukteurs Lars Nilsson ausgeguckt«, berichtet der Designer. Und geht mit Sachs-Entwicklungschef Hartmut Huhn konform, dass dieser Motor, weil mit Kinderkrankheiten behaftet, natürlich für Serienfertigung ungeeignet ist. »Wir wollten nur beweisen, was mit so einer Art Triebwerk möglich wäre«, erklärt Huhn. Der weiß, dass es KTM bereits vor Jahren aufgegeben hatte, diesen V2 weiter zuentwickeln und kurzerhand selbst einen V2 für die LC 8 konstruierte. Damit liebäugelt Sachs-Mann Huhn ebenfalls. Bevorzugen würde er, eine weitere europäische Motorradschmiede mit ins Boot zu nehmen, um gemeinsam einen schlanken V2-Motor zu bauen.
Bei früheren sollte noch der V-Zweizylinder TL 1000 als Antrieb dienen, den Suzuki gern verkauft hätte. Doch den gab`s schon in zu vielen Konkurrenzprodukten. Ein Ausflug in den Bereich von Vierzylindern – Target hatte bereits eine Studie mit dem Hayabusa-Triebwerk fertig – scheiterte, weil Suzuki die Einspritzanlage nicht herausrücken wollte.
Nun also Beast. Der vorn offene, aus Stahlblechen zusammengeschweißte Kastenprofilrahmen dient zugleich als Ansaugtrakt für den Motor, dessen Einspritzanlage Voraussetzung für einen später einzubauenden geregelten Kat ist. Das herkömmliche Lenkrohr hat man einfach weggelassen, da sich die Gabelbrücken jeweils in Lagern im Kastenrahmen drehen. Die Schwinge wiederum hängt ganz simpel am Motorgehäuse, und ihr Federbein kommt ohne Umlenkung aus. Zu schwer und überflüssig, da es hervorragend arbeitende progressive Dämpfer/Federelemente gibt.
»Der Wasserkühler sollte später im Heck Platz finden, während wir einen großen Ölkühler in dem Kasten unterhalb des Motors platziert haben«, erklärt Target-Mitarbeiter Hans Geiger. »Wir haben uns ein bisschen von Star Wars inspirieren lassen. Das ist zwar ein Kinderfilm, aber Designer sind ja irgendwie Kinder«, lacht Geiger.

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