Vorstellung Triumph TT 600 (Archivversion) Platz da

Ausgerechnet in der heiß umkämpften Supersport-Mittelklasse, wo die Platzhirsche Yamaha R 6 oder Honda CBR 600 F heißen, will Triumph einen Plätzchen erobern. Mit der TT 600.

Längst hat sich Triumph zu einer ernstzunehmenden Motorradmarke gemausert. Keine Firma, die immer nur ankündigt, was sie alles mal bauen wird, sondern sich stetig weiterentwickelt und das Modellprogramm mehr und mehr komplettiert. Mit dem Supersport-Vierzylinder TT 600 sind die Briten auf dem besten Weg.Aber der kann steinig werden. Denn in der 600er Supersport-Klasse tummeln sich einige hochkarätige Motorräder. Etwa die Honda CBR 600 F, die den Vergleichstest gegen nicht minder wendige und konditionsstarke Konkurrenten von Kawasaki, Suzuki und Yamaha gewinnen konnte. In MOTORRAD 26/1998 ist nachzulesen, was State of the Art in dieser Kategorie ist. Kann Triumph mit der TT 600 mithalten?Von den Eckdaten her schon. Auch sie verfügt über einen modernen wassergekühlten Vierventil-Reihenvierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Im Bohrungs/Hubverhältnis von 68 zu 41, 3 Millimetern geriet sie sogar noch eine Spur kurzhubiger als die Konkurrenz (Honda: 67 zu 42,5 Millimeter) und dank elektronischer Einspritzung deutlich fortschrittlicher. Natürlich hat die TT auch ein Ram-Air-System zu bieten, bei dem die Frischluft über zwei Schnorchel am Verkleidungsbug anfgesaugt wird. Sollte die Leistungsangabe von 110 PS bei 12800/min der Realität entsprechen, kann die TT 600 relativ locker mit den Japanern mithalten, die auf dem MOTORRAD-Prüfstand bis dato zwischen 105 und 111 PS ablieferten. Gleiches mit gleichem zu vergelten bemüht sich die Triumph auch beim Fahrwerks-Layout. Das Erfolgsrezept heißt Leichtmetall-Brückenrahmen mit großzügigen dünnwandigen Profilen, Motor mittragend. Alle Feder-und Dämpferelemente sind justierbar, genau wie bei der Konkurrenz . Vorn wird heutzutage mit mindestens 295 Millimeter-Bremsscheiben und Vierkolbensätteln gearbeitet, Kawasaki bremst sogar mit Sechskolbenzangen. Triumph dürfte demnach mit 310er-Scheiben und Vierkolbensätteln richtig liegen. Auch bei Reifen und Rädern ist die Vorgabe eindeutig: 120/70 ZR 17 vorn auf 3,5 Zoll-Felge, hinten 180/55 ZR 17 auf 5,5 Zoll breitem Rad.Wendigkeit und Agilität lassen sich in der Supersport-Kategorie so festschreiben: Radstand möglichst unter 1400 Millimetern, Gewicht vollgetankt um 200 Kilogramm, Nachlauf etwa 90 Millimeter. Bingo: alle Vorgaben erfüllt. Siehe technische Daten nebenan. Zum Vergleich die Werte der Honda CBR 600 F, der die TT 600 am meisten ähnelt: 1395 Millimeter, 201 Kilogramm und 96 Millimeter. Doch es kommt auf Feinabstimmung und perfektes Zusammenwirken aller Elemente an. Und da hat die japanische Konkurrenz die Latte verdammt hochgelegt. Eine Chance, die berühmte Nasenlänge voraus zu sein, hat Triumph schon mal verpasst: Man hätte einen geregelten Katalysator statt eines ungeregelten einbauen können. Aber das kann ja noch werden.

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