Vorstellung WRM 450 Supermoto WRM 450 Supermoto erstmals bei Motocross-WM

MOTORRAD sagt voraus: Beim Motocross-WM-Auftakt am 1. April im holländischen Valkenswaard wird dieses Motorrad sämtlichen Werksmaschinen den Rang ablaufen – zumindest was die Aufmerksamkeit im Fahrerlager anbelangt. Denn nachdem die WRM 450 bereits seit gut einem Jahr auf Messen für große Augen sorgt, wird es in dieser Saison Ernst. Sowohl in der Supermoto-WM als auch unter Werksfahrer Christian Beggi in der MX1-Motocross-WM soll sie beweisen, dass spektakuläre Technik kein Selbstzweck ist.

Für die Erbauer, die italienischen Brüder Balestra, ist der außergewöhnliche Auftritt ohnehin nur logische Konsequenz. Schließlich produziert ihr Unternehmen WR Compositi nahe Bergamo seit Jahren edle Fahrradrahmen aus Karbon. Kohlefaser ist folgerichtig auch das im Wortsinn tragende Element der WRM. Herzstücke des Fahrgestells sind zwei aus den schwarzen Fasern bestehende, Y-förmige Rahmenrückgrate. In dessen Arme werden die Alu-Rahmenflanken ebenso wie der in der Neigung einstellbare Lenkkopfverbund angeschraubt. Durch die längenverstellbare Verbindung kann der Lenkkopfwinkel um vier Grad variiert werden. Spektakulär, selbst wenn man weiß, dass solch grundlegende Fahrwerksdaten in der Praxis kaum geändert werden.

Karbon satt bestimmt auch die Peripherie der WRM. Tank, Seitenverkleidung, Luftfilterkasten, ja sogar der Zylinderkopfdeckel aus Kohlefaser sparen reichlich Pfunde. Ein Novum im Offroad-Sport ist außerdem die Hinterradschwinge, die – abgesehen von den Alu-Aufnahmen für Hinterradachse, Umlenkung und Schwingenachse – aus Karbon besteht. Stimmt die offizielle Gewichtsangabe von 101 Kilogramm, liegt die WRM immerhin vier Kilogramm unter den allesamt 105 Kilo schweren aktuellen 450er-Crossern.

In Sachen Motor gehen die begeisterungsfähigen Italiener konventionellere Wege. Der hauseigene 450er-Single nimmt mit Unicam-Ventilsteuerung, vier Titanventilen und einem Bohrung-Hub-Verhältnis von 96 mal 62,1 Millimeter deutlich Anleihen bei der Honda CRF 450 R.

Letztlich komplettieren die sündteuren Federelemente der Südtiroler Edelschmiede Sölva die WRM, deren Extravaganz sich allerdings auch finanziell niederschlägt. 24000 Euro avisieren die Signori Balestra für die Serienmodelle. Die soll’s Ende 2007 geben, ein paar Monate früher bereits einen Fahrtermin für MOTORRAD.

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