Was geht wirklich? (Archivversion)

Power ist natürlich beim Spurt die unabdingbare Voraussetzung, nur mit viel Druck geht es richtig vorwärts. Wer beim Losfahren jedoch zu kräftig am Kabel zieht, bekommt zwei Probleme. Zum einen dreht das Hinterrad durch, weil der Reifen die Kraft nicht übertragen kann. Normale Straßenreifen besitzen einen Reibbeiwert von kaum mehr als 1. Das heißt: Die übertragbare Vortriebskraft ist kaum größer als die Gewichtskraft. Wenn also im optimalen Fall das gesamte Gewicht beim Beschleunigen auf das Hinterrad verlagert wird, ergibt das eine maximale Beschleunigung von einem g, das heißt 9,81 m/s2 – immer vorausgesetzt, der Motor liefert diese Antriebskraft. Dies entspricht theoretisch 2,83 Sekunden auf 100 km/h. Wer deutlich schneller sein will, braucht demzufolge Reifen, die besser haften, Dragster-Fahrer benutzen daher ganz spezielle Klebe-Pneus. Das zweite Handicap ist die Wheelie-Neigung. Selbst eine MotoGP-Maschine beschleunigt mit 2,4 Sekunden auf 100 km/h nicht exorbitant schneller als ein Straßensportler, weil das Vorderrad gen Himmel strebt. Top-Fuel-Auto-Dragster besitzen aus diesem Grund einen extrem langen Radstand und einen sehr tiefen Schwerpunkt, so dass Beschleunigungen von bis zu 6 g möglich sind. Im Klartext: in unter 5 Sekunden von null auf über 400 km/h!

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