Weniger Sprit – mehr Fahrspaß Tricks für weniger Verbrauch

Mit den Tricks von MOTORRAD sinkt der Verbrauch, ohne dass die Lust an der flotten Ausfahrt leidet.

Foto: fact
Keine Frage, wer Motorrad fährt, macht dies aus reiner Lust an der dynamischen Freiluftsause, womit sich die Frage nach Sinn oder Unsinn, nach Vernunft oder Unvernunft erledigt hat. Trotzdem kann jeder Motorradfahrer mit etwas Überlegung den einen oder anderen Liter Benzin einsparen, ohne durch die Landschaft zu zuckeln.

Drehzahl runter. Egal, ob bei der Ortsdurchfahrt, beim Landstraßensurfen oder der mono-tonen Autobahnfahrt: Der fünfte oder sechste Gang senkt Drehzahl und Verbrauch spürbar ab. Das gilt vor allem auf Landstraßenabschnitten bei konstanter Geschwindigkeit und mit wenig Brems- und Beschleunigungsvorgängen.

Auf hohe Drehzahlen verzichten. Insbesondere großvolumige Motoren ziehen im Bereich des besten Drehmoments oder noch deutlich darunter mit Volllast kräftig.

Der Bereich des maximalen Drehmoments kann zur besseren Übersicht auf dem Drehzahlmesser mit Klebestreifen markiert werden.

Ist der Luftfilter verschmutzt oder durch Öl aus der Motorentlüftung verklebt, stimmt das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff nicht mehr, Motoren ohne Lambdaregelung überfetten, der Verbrauch steigt.

Bei älteren Maschinen mit mechanischer Betätigung der Kaltstartvorrichtung kann es vor­kommen, dass schlecht laufende Züge oder schwergängige Kaltstartkolben die Zusatzdüsen nicht mehr ganz schließen, wodurch ständig zu viel Kraftstoff angesaugt wird, der Verbrauch ansteigt und die Zündung durch verrußte Kerzen aussetzt.

Schlecht geschmierte, ver-schlissene oder zu straff gespannte Antriebsketten verschlechtern den Wirkungsgrad durch eine hohe Reibung und erhöhen den Verbrauch speziell bei höheren Geschwindigkeiten.

Schlechte Aerodynamik verursacht einen unnötig hohen Verbrauch. Wer in der Flatterjacke oder mit leeren Packtaschen oder Topcase über die Autobahn braust, verfeuert unnötig viel Sprit. Mit eng anliegendem Fahreranzug und einem gut geschnürten Rucksack fürs kleine Gepäck anstatt des fetten Topcases sinkt der Verbrauch je nach Tempo um bis zu einen Liter/100 km. Denn Topcase und Packtaschen stehen vor allem bei Solofahrten im Wind wie der Kölner Dom, weil die Luftströmung nach dem Fahrer wieder in die Fahrzeugmitte gelenkt wird und auf das Gepäck-system prallt. Nur mit Sozius liegt das Topcase tatsächlich im Windschatten des Beifahrers.

Der Reifenluftdruck hat ebenfalls Auswirkungen auf den Benzinverbrauch, weil er den Rollwiderstand beeinflusst. Für Autobahnfahrten ist deshalb immer der höchste empfohlene Druck zu wählen. Bei der Landstraßensause dagegen haben Kurvenhaftung und Eigendämpfung Vorrang, deshalb die hierfür empfohlenen Werte aus dem Fahrerhandbuch übernehmen.

Ökonomisch fahren lohnt sich auf Strecken ohne spaßige Kurvenkombinationen in jedem Fall. Geht es jedoch zügig durchs Kurvenlabyrinth, sollte man sich auf die dynamische Fortbewegung und weniger auf den Verbrauch konzentrieren. Aber auch hier gilt: lieber bei halber Drehzahl Vollgas geben, als mit plärrender Dreherei sinnlos Kraftstoff abzufackeln.
Und dann gibt es noch Verkehrssituationen, in denen auch der sparsamste Schwabe kein Erbarmen kennen sollte. Beim Überholen wird kompromisslos durchgeladen, wenn es sein muss, bis zum roten Bereich ausgedreht.

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