Ex-MZ-Chef Martin Wimmer klagt gegen Münchner Merkur Bank 40 Millionen Euro Schadenersatz

MZs Insolvenzverwalter hatte die Versuche, das Unternehmen zu retten, im April 2013 für gescheitert erklärt. Jetzt verlangt der ehemalige Geschäftsführer Martin Wimmer Schadenersatz von der Merkur Bank.

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Foto: Sdun

Hong Kong/München - MZ ist seit Herbst 2012 insolvent und im April 2013 hatte der Insolvenzverwalter eine Rettung des Unternehmens für gescheitert erklärt (MOTORRAD online berichtete).

Doch damit ist das Drama nicht zu Ende. Denn jetzt geht es vor Gericht. Ex-Geschäftsführer Martin Wimmer hat am Landgericht München I Klage gegen die Münchner Merkur Bank eingereicht.

Wimmers Vorwurf: Die Bank habe MZ 2012 möglicherweise fahrlässig, vielleicht aber auch vorsätzlich in die Zahlungsunfähigkeit getrieben. Wimmer fordert nach eigener Aussage Schadenersatz von bis zu 40 Millionen Euro.

Der bayerische Ex-Rennfahrer, der sich derzeit überwiegend in Hong Kong aufhält, wo er an zwei anderen Unternehmen beteiligt ist, reagiert damit auf eine Klage seitens der Bank gegen seinen ehemaligen MZ-Mitgesellschafter Peter Ertel und ihn selbst. Die Bank verlangt darin die Erfüllung von Bürgschaften in Millionenhöhe durch die beiden ehemaligen MZ-Gesellschafter Ertel und Wimmer.

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Landgericht München: "Gerichtstermin wohl nicht vor Herbst 2013"

Eine Sprecherin des Münchner Landgerichts hat diesen Vorgang gegenüber MOTORRAD online weitgehend bestätigt. Derzeit seien noch die Anwälte beider Parteien am Zug. Ein Gerichtsverfahren sei wahrscheinlich, zu einem Termin werde es aber wohl nicht vor Herbst 2013 kommen.

Parallel zu den schriftlichen Vorverhandlungen in München läuft auch noch ein Ermittlungsverfahren der Chemnitzer Staatsanwaltschaft gegen Martin Wimmer wegen des Vorwurfs der Insolvenzverschleppung. Mit der Anzeige gegen die Merkur Bank will sich Wimmer auch dagegen zur Wehr setzen.

Das lange, elende Sterben der einst so glorreichen Marke MZ, ihre Erfolge im Motorsport und die für Laien kaum mehr durchschaubaren Vorgänge der letzten Jahre und Monate schildert eine Hintergrund-Reportage in MOTORRAD 15/2013, erhältlich ab 5. Juli.

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