Windkanalvergleich (Archivversion) Jacke wie Hose oder doch den Strampler?

Jeden Winter steht MOTORRAD-Meßfahrer Helmut Faidt vor derselben kniffligen Frage: Nehm` ich das dünne Lederund bekomme ordentliche Höchstgeschwindigkeitswerte, liege aber anschließend mit Grippe im Bett, oder nehm` ich den Textilanzug und kann mich anschließend vor Leser-Anfragen nicht mehr retten, die wissen wollen, ob ich die Hosen voll hätte und warum da nicht mehr drin war? Meßfahrer Faidt entscheidet sich meist für die Leser und gegen das Bett, und das ist gut so. Wieviel km/h mit einer Textilkombi nun tatsächlich auf der Strecke bleiben, wußte aber bisher keiner so genau.Ein Test im Windkanal brachte die Antwort: Im Fall der Ducati 916 verschlechterte sich der cw-Wert mit Textilkombi um knapp sechs Prozent (bei angenommen gleicher Stirnfläche). Dies bedeutet, daß die Biposto nicht mehr mit in einteiligem Sportfahrerkombi gemessenen 261 km/h (MOTORRAD 5/1997) durch die Lichtschranke rast, sondern rein rechnerisch mit 256 um fünf km/h langsamer.Zumindest bei Motorrädern mit einer ähnlich knapp geschnittenen Verkleidung wie der 916 dürfte die Einbuße an Höchstgeschwindigkeit prozentual etwa identisch ausfallen. Für den nächsten Winter hat Meßfahrer Faidt jedenfalls schon mal einen Taschenrechner und eine Tabelle mit der Luftdichte in Abhängigkeit der Temperatur neben seinem Telefon bereitgelegt.Mit einem von Dainese speziell für den Windkanalvergleich maßgeschneiderten Aerokombi samt mitgeliefertem Helmspoiler aus durchsichtigem Kunststoff (kleines Bild) verbesserte sich der cw-Wert gegenüber einer normalen Sportfahrerkombi um immerhin knapp zwei Prozent. Die dann rechnerisch erreichbare Geschwindigkeit wäre 262,5 km/h. Eine weitere Optimierung des Helmspoilers mit Pappe und Tape (wie auf dem großen Bild dargestellt) ergab keine weitere Verbesserung.

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