Wohlklang oder Krach? Wenn die Harley zur Therapie muß ...

Nicht nur das Ohr fährt mit, vor allem die Seele entscheidet über Wohlklang oder Krach

Sound wird als sinnliche Wahrnehmung von jedem Menschen sehr subjektiv aufgenommen. »Es gibt zwar objektivierbare Kriterien«, erklärt die Psychologin, Musiktherapeutin sowie ausgebildete Konzertgitarristin und Sängerin Cristina Peters, 38, (Foto), »wie Tonhöhe und Obertöne. Lautere Geräusche, wenn sie voll und satt klingen, werden eher angenehm empfunden als helle, scharfe Lärmquellen, auch wenn diese leiser sind.« »Die tatsächliche Entscheidung aber, ob der einzelne guten Sound oder schlimmen Krach aufnimmt, hat mit Vorerfahrungen zu tun, mit Erwartungshaltungen, Stimmungen und Gefühlen«, so die Fachfrau. Und zeigt mit ihren Einschätzungen unserer Zweirad-Klangvirtuosen, was passiert, wenn diese Erwartungshaltung nicht von Vorerfahrungen geprägt wird. Außer knapp 100 Kilometern als Sozia ohne Bezug zu Motorrädern, schätzt die Psychologin ausgerechnet die Harley am meisten, die wir nicht ohne Häme zu Fotozwecken quasi auf ihre Couch gesetzt hatten. »Kernig, voll, satt, deutet Power an«, lauten ihre Stichworte zum Erstaunen und Entsetzen der MOTORRAD-Kollegen. Aber Frau Peters weiß eben nicht, daß angesichts des Harley-Klischees »Loud pipes save lifes« die Deutschland-Versionen als kastrierte Flüstertüten gelten.Ähnliches zeigt sich bei ihrer Beurteilungen der Honda F 6 C. Die Honda klingt ihr »zu hoch für den imposanten, kraftstrotzden Gesamteindruck«. Kein Wort vom heiseren Fauchen des Sechszylinder-Boxers und den Porsche 911-Sehnsüchten der Tester. Einig werden sich die MOTORRAD-Fachleute mit der Psychologin bei der Ducati. »Souverän, animierend, sehr angenehm«, sagt Frau Peters und ist auch ästhetisch vom italienischen Edel-Renner sehr angetan.

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