Woltermann, Antje: Interview (Archivversion)

Antje Woltermann vom Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes.

Gibt es bei Händlern einen Trend zum Konkurs?
Leider ja, betroffen sind fast alle Marken.
Welche Rolle spielt dabei der Importeur?
Rein betriebswirtschaftlich betrachtet, befindet sich der Importeur in einer komfortablen Lage. Er muss zwar Fahrzeuge vom Hersteller
abnehmen, hat aber seinerseits feste Abnehmer, nämlich die Händler. Sein unternehmerisches Risiko ist minimiert. Dennoch haben einige Importeure in der letzten Zeit den Abnahme- und Zahlungsdruck auf die Händler erhöht, um höhere Stückzahlen fahren zu können. Wer seine Aufgaben als Importeur darauf beschränkt, denkt zu kurz und zu kurzfristig, vernachlässigt das Image der Marke und die Pflege seines Kundenkreises, schwächt dabei seine Position in der Branche.
Gibt es einen Importeur, den man positiv herausheben könnte?
Da muss ich überlegen. Vielleicht Suzuki, man merkt eben, wenn jemand 25 Jahre die Firma prägt, wie das Bert Poensgen tut. Es ist halt vieles von einzelnen Menschen abhängig.
Liegt die Schuld fürs Scheitern vieler Händler beim Importeur?
Nein, zumindest nicht immer oder nicht
allein. Gerade Motorradhändler haben oft eine starke Kundenbindung, nehmen an Aufträgen an, was sie annehmen können. Dabei steht die unternehmerische Seite zu selten im Vordergrund. Viele beschäftigen sich zu wenig mit den Kennzahlen
ihres Unternehmens. Sie arbeiten von früh bis spät, aber das Unternehmensergebnis ist negativ.
Wie ist solchen Händlern zu helfen?
Der ZdK bietet betriebswirtschaftliche Seminare für Praktiker an. Doch wir stellen fest: Gerade die Händller, die es nötig hätten, kommen nicht.

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