World class standard (Archivversion)

Das Wetter passte zum Anlass. 28 Grad im Schatten, strahlender Sonnenschein: Unter diesen Bedingungen findet die jährliche „Custom Bike Show“ in Norrtälje, rund 70 Kilometer nördlich von Stockholm, ganz selten statt. Dass es dort Exponate vom Allerfeinsten zu sehen gibt, ist hingegen die Regel. Seit 34 Jahren treffen sich die Fans und Macher außergewöhnlicher, mit Hingabe und viel Sachverstand aufgebauter Custom Bikes nun schon, seit vier Jahren findet in Norrtälje die skandinavische Ausscheidung für die Weltmeisterschaft der Custom Biker in Sturgis statt. Im letzten Jahr gelang der große Coup: Stellan Egeland (34, siehe Foto Mitte) gewann mit seiner Ulster die WM. Nach exakt 889 Stunden Arbeit, die er im Winter 2006/2007 in sein Projekt investierte. Schwedische Winternächte sind lang.

Und finnische nicht kürzer. In diesem Jahr räumte Andy von den Flying Choppers aus Finnland mit einem Panhead-Umbau die Klasse der Harley-Chopper ab. Am meisten Aufsehen erregte aber Lasse Sundberg vom Club Iron Indian aus Upplands Väsby in Schweden. Er hatte mit seiner Indian echte Schwierigkeiten, die Bühne zu entern und drohte am Radstand zu scheitern. Im öffentlichen Straßenverkehr hingegen müssen sich alle 250 Ausstellungsstücke bewähren, denn die Anreise auf eigener Achse ist Bedingung für die Teilnahme. Das wiederum ist wohl nur möglich, weil die schwedische Gesetzgebung in dieser Hinsicht lange viel liberaler war als die deutschen Vorschriften. Noch ein Grund für Schwedens schillernde Custom-Bike-Szene, sich in Norrtälje gebührend in Szene zu setzen.

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