Wozu Dauertests? (Archivversion)

Vor exakt 57 Jahren nahm sich MOTORRAD eine BMW R 25 vor und lotete ihre Zuverlässigkeit über die Distanz von 8000 Kilometern aus – die Idee des Dauertests war geboren. Freilich wurde die Testdistanz mit den Jahren erhöht. In den Siebzigern auf 25000, in den Achtzigern auf 40000, und seit 1991 spulen die Bikes 50000 Kilometer bei jedem Wetter und an 365 Tagen im Jahr ab. In wenigen Ausnahmen (zuletzt war es die Yamaha FJR 1300) mussten die Motorräder sich auf 100000 Kilometer bewähren. Zwar hat sich der mechanische Verschleiß durch immer aufwendigere Verarbeitungstechniken, optimierte Materialien und kleinere Toleranzen enorm verbessert, ernsthafte Motorschäden gibt es jedoch nach wie vor ab und an. Schnelle Modell­wechsel und aufwendige Technik sind heutzutage meist der Grund dafür, dass Komponenten kollabieren. Auch die immer komplexer werdenden Elektronikbauteile gesellen sich als Fehlerquelle hinzu.
MOTORRAD deckt Mängel durch die Dauer-tests schonungslos auf. Dies geschieht in möglichst kurzer Zeit. Durchschnittlich sind die 50000 Kilometer in 18 Monaten erreicht. Der Dauertest ermöglicht es natürlich auch, sinnvolles Zubehör auszu-probieren sowie diversen Reifen im Alltags- oder Rennstreckenbetrieb auf den Zahn zu fühlen. Vor allem beim Thema Reifen-verschleiß oder Grip bei unterschiedlichen Temperaturen und Witterungsverhältnissen übers Jahr können Erkenntnisse gewonnen werden, die man in einem normalen Test nicht bekommt. Abgespult werden die Kilometer von den Redaktionsmitarbeitern auf Dienstreisen, Urlaubsfahrten sowie dem Weg zur Arbeit – unter Bedingungen, die dem Alltag eines jeden Bikers entsprechen.
Derzeit umfasst der Dauertestfuhrpark elf Maschinen. Außer denen, die auf der Herbstausfahrt dabei waren, warten jeden Abend folgende fünf auf einen neuen Fahrer (Stand: 10. Oktober 2007): BMW F 800 S (49300 km), Kawasaki ER-6f (45200 km), Kawasaki ZZR 1400 (47600 km), Suzuki M 1800 R (30300 km) und Triumph Daytona 675 (36600 km).

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