Yamaha FZR 600 (GK) (Archivversion)

Angetan von der überragenden Handlichkeit, fühlen sich Einsteiger und routinierte Sportler auf der Yamaha FZR 600 wohl. Kleine Mängel werden großzügig übersehen.

Meine offenen FZR 600 begleitet mich mittlerweile seit April 1992 auf 46 000 nahezu problemlosen Kilometern. Die kleine Yamaha ist handlich, und das Fahrwerk läßt das Moped auch in Kurven ohne Unruhe dahingleiten. Erfreulich ist der Benzinverbrauch: minimal 4,7 Liter bei gemütlicher Gangart, selbt vollbeladen auf der Autobahn bei zügiger Fahrt fließen nicht mehr als 7,8 Liter durch die vier Mikuni. Der Ölverbrauch muß bei steigender Kilometerleistung im Auge behalten werden und erhöhte sich mittlerweile auf einen halben Liter auf 1000 Kilometer, bei rasanteren Tempi auch darüber hinaus. Die Original-Bremsbeläge sind okay, die ebenfalls von Yamaha-Händlern vertriebenen Beläge der Firma SBS sind unbrauchbar. Sie halten zwar dreimal solange, aber der erforderliche Bremseffekt will sich nicht einstellen. Nachteilig: der fehlende Hauptständer, schlechte Sozius-Tauglichkeit, die viel zu weichen Gabelfedern und zu kurze Spiegelausleger. Bei 34 000 Kilometern verabschiedete sich das Spannungsregler-Element. Der DE-Scheinwerfer produziert fast kein Streulicht und läßt somit Hindernisse im Dunkeln erst sehr spät erkennen.Heiko Ostmann, DetmoldIch habe meine FZR, Baujahr 1989, im Jahr 1992 mit 32 000 Kilometern im Originalzustand gekauft, mittlerweile hat sie 65 000 Kilometer auf der Uhr. Nach einem Sturz stand eine gründliche Überarbeitung der Optik an. Alle Alu-Teile wurden hochglanzpoliert, der Rahmen und die Schwinge pulverbeschichtet und dem Ganzen eine Sonderlackierung im Bimota-YB 7-Design verpaßt. Dazu kamen unter anderem ein Einmann-Höcker von M-Design, eine Devil-Komplettanlage, White Power-Elemente vorn und hinten und Spiegler Stahlflex-Leitungen. Zu den Schwachpunkten der FZR-Baureihe gehört zweifelsohne die Benzinpumpe, die sich bei mir schon zweimal verabschiedete. Gebrauchtteile sind mit 150 Mark gegenüber zirka 400 Mark Neupreis günstig. Chris Naumann, OerlinghausenMeine FZR 600, Baujahr 1991, kaufte ich mit Kilometerstand 17 000 im Dezember 1994 als Unfallmaschine für ‘nen Apfel und ein Ei. Da die untere Verkleidung sowieso in den Gelben Sack mußte, entschied ich mich für einen Superbike-Lenkerumbau von der Firma ABM mit Stahlflex-Bremsleitung für 600 Mark. Die Handlichkeit ist mit dem relativ gut abgestimmten Fahrwerk und den Bridgestone Batlax BT 50 R-Reifen einfach genial: wie fahrradfahren. Bei Kilometerstand 20 500 gab der Lichtmaschinen-Regler - natürlich im Urlaub - seinen Geist auf. Der Yamaha-Mechaniker hatte nur einen Regler der XTZ 660 vorrätig. Kostenpunkt 170 Mark plus einer neuen Batterie und sechs Arbeitseinheiten. Da ich mich zur Zeit noch mit dem Stufenführerschein rumplagen muß, ließ ich den Motor auf 34 PS drosseln. Zu meiner Überraschung kann frau auch damit flott um die Kurven düsen - Spitze laut Tacho 175 km/h.Petra Luther, BremenIch erwarb meine FZR 600, Baujahr 1991, mit 6000 Kilometern im Frühjahr 1993. Heutiger Kilometerstand: 43 000. Bei Kilometerstand 10 000 und 35 000 war jeweils eine Gabelsimmering undicht. Auch das Federbein war zu diesem Zeitpunkt trotz maximaler Federvorspannung zu weich. Ein montiertes White Power-Element dämpft besser als das Original. Die mitgewechselten Telegabel-Federn sprechen sehr feinfühlig an, ohne durchzuschlagen, sind aber fast ein Kilogramm schwerer. Nach 40 000 Kilometern war die Kupplung immer schlechter zu dosieren. Ursache: der ungehärtete Kupplungskorb. Einen teuren Austausch des Kupplungskorbs kann man sich aber sparen, wenn man eine zusätzliche Reibscheibe ganz innen in den Korb einbaut (also zu Anfang zwei Reibscheiben nebeneinander).Dann sitzen die übrigen Scheiben an den unbeschädigten Stellen des Korbs. Die zunehmend schlecht zu dosierende vordere Brmesanlage hatte als Ursache einen eingelaufenen Bremskolben. Als Alternative zum Wechsel kann man ein zwei bis drei Millimeter dickes, entsprechend zurechtgeschnittenes Stück Stahlblech mit Loctite auf den Alukolben aufkleben. Vorteil: Hält im Gegensatz zu dem weichen Aluminium des Bremskolbens unbegrenzt. Bremsbeläge von Brembo sind genauso gut wie die Originale, aber nur halb so teuer.Marcel Zirwes, Sankt JohannMeine erste FRZ habe ich mir neu bei einem offiziellen Händler im Mai 1991 gekauft. Zwei Jahre später kurz vor 24 000 hat ein Lkw den Rahmen verbogen. Daraufhin habe ich mir 1993 erneut eine neue FZR 600 zugelegt, aber diesmal wegen dem Preisvorteil bei einem Grauhändler. Mit diesem US-Modell habe ich bis jetzt 25 000 Kilometer zurückgelegt. Die Endgeschwindigkeit beider Modelle ist gleich, die amerikanische Version macht aber einen etwas spritzigeren und homogeneren Eindruck, was vermutlich an einer fetteren Bedüsunhg der deutschen Variante lag, die bei gleicher Fahrweise (sechs bis sieben Liter) etwa gut einen Liter Mehrverbrauch und ständig verrußte Zündkerzen (selbst nach Vollast) aufwies. Die Graue präsentiert zündkerzentechnisch ein einwandfreies Gesicht, läuft selbst auf 2500 Meter Paßhöhe noch sauber, während die deutsche Version schon ab 2000 Metern selbst im ersten Gang unter 4000 Touren nicht mehr rund lief. Als Alternative zu den teuren Original-Bremsbelägen empfehle ich Dunlopad-Beläge, die wahnsinnig gut zupacken. (Achtung: Federblech wieder richtig rum montieren, sonst geben eventuell die Beläge die Scheibe nicht mehr frei.) Die FZR 600 begeistert durch ihre enorme Handlichkeit und Spritzigkeit sowie durch den für 600erVerhältnisse durchzugsstarken Motor, der aber in allen Drehzahlbereichen leicht vibriert. Das Fahrwerk ist zielgenau und spurstabil, einziger Kritikpunkt sind die zu weichen Gabelfedern und die bei flotter Fahrweise nachlassende Dämpfung des Federbeins.Thomas Scheuerer, Schierling

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote