Yamaha MT-01 mit Stage-3-Tuning-Kit (Test Compact) (Archivversion)

Am Anfang war der Optimismus. Dann kam die Ernüchterung. Entsprechend zurückhaltend fiel die Antwort auf die Frage aus, was die dritte, wegen krachend lauter Auspuffanlage nur auf der Rennstrecke einsetzbare Tuningstufe für die Yamaha MT-01 an Leistung bringen würde. Bei der Präsentation vor ziemlich genau einem Jahr auf der Intermot in München lautete die offizielle Ansage 110 PS. Sie wurde auch in MOTORRAD 25/2004 veröffentlicht. Nach Yamaha-internen Messungen, die in der Zwischenzeit mit einem solchen Kit gemacht wurden, verschwand dieser Wert zugunsten keiner Angabe in dem verfügbaren Informationsmaterial.
Der Grund wird auf dem Prüfstand klar. 99,6 PS an der Kupplung, das entspricht knappen 102 PS an der Kurbelwelle, leistet der 1670er-Zweizylinder mit dem aufwendigen Kit. Sieben PS mehr als die Serie, die sich freilich erst im Drehzahlbereich zwischen 4200 und 5300/min hervorheben. Zwischen 2700 und 4200 Umdrehungen verlaufen die Kurven des Standard- und des Tuningmotors fast auf gleicher Höhe mit leichten Vorteilen für die Standardversion. Unter 2700/min liegen die Vorteile klar auf Seiten der serienmäßigen Motorkonfiguration. Kein Wunder also, dass sich die Drehmomentkurve des Kit-Motors bestenfalls der Serienkurve annähert, sie aber nicht überflügeln kann.
Dabei ist der Kit richtig aufwendig.
Seine wichtigsten leistungsbestimmenden Teile bestehen aus anderen Nockenwellen und höher verdichtenden Kolben sowie
einem passenden Steuergerät und einer kaum gedämpften Akrapovic-Auspuffanlage. Dazu kommen härtere Ventil- und Kupplungsfedern und neue Ansaugtrichter. Wegen der Auspuffanlage müssen noch zusätzlich Einzelsitzbank und Karbon-Hitzeschilder angeschafft werden. Zu den 4350 Euro für den Kit kommen also noch weitere 738 Euro hinzu, die Arbeitszeit für den Einbau ist da noch nicht gerechnet. Für die meisten dürfte die Frage »Tunen oder lassen?« damit beantwortet sein. ras

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