Yamaha Vmax (T) (Archivversion) Vmax - offen gestanden

»Jeder Zwischenspurt gerät zum unvergeßlichen Erlebnis, denn es ist für den menschlichen Körper fast unfaßbar, mit welcher Wucht der Brocken zur Sache geht.« Starke Worte, die Wolfgang Schnepf in MOTORRAD 9/1985 für den Schub der 145 PS starken Vmax fand. Mittlerweile hat die Motorradtechnik große Schritte nach vorn gemacht und die Darbietungen der offenen Vmax relativiert. Doch nach wie vor kann sie einen Ehrenplatz unter den starken Maschinen dieser Welt beanspruchen: Ihr souveräner Antritt, der satte Schub, der beim Zünden der V-Boost-Stufe einsetzt, die Leichtigkeit, mit der rund 350 Kilogramm Mensch und Maschine nach vorn gerissen werden - das hat eine ganz besondere Qualität, die von den Meßwerten nur unvollkommen beschrieben wird.Daß diese Fahrdynamik das Fahrwerk auf eine harte Probe stellt, versteht sich von selbst. Sich mit der Vmax weit jenseits der 200-km/h-Marke zu begeben ist körperlich wie nervlich strapaziös. Hemmungslos zerrende Windkräfte und zunehmende Ungenauigkeiten im Geradeauslauf sind nicht jedermanns Sache. Auch bei moderateren Geschwindigkeiten auf kurvigen Strecken verschärft der harte Einsatz des Vierzylinders die Defizite, die das Fahrwerk in der 98-PS-Version eher zaghaft andeutet. Anderseits gibt Vmax-Fahren in seiner offensten Form gerade wegen der zu meisternden Fahrwerksprobleme ein schönes Gefühl der Befriedigung - und das für sechzehneinhalb große Scheine beim freien Importeur.

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