Yamaha XJ 900 S Diversion (GK) (Archivversion)

Über Fahrwerksschwächen oder zu die zu kurze Übersetzung gehen die Meinungen der Diversion-Besitzer auseinander Über das stimmige Preis/Leistungsverhältnis des großen Tourers aber sind alle einig.

Im April 1995 kaufte ich meine erste XJ 900 S. Ich suchte damals eine robuste Tourenmaschine mit sportlichen Qualitäten, Kardanantrieb und guter Soziustauglichkeit. Die Yamaha bot aus meiner Sicht die besten Allround-Eigenschaften und wurde einer anspruchsvollen Sozia gerecht. Meine erste XJ 900 S hatte ein verwindungssteifes Fahrwerk, so daß sie sich in jeder Lage unproblematisch und sicher bewegen ließ. Vor allen Dingen auch bei schnellen Autobahnkurven zeigte sie keinerlei Fahrwerksschwächen. Die Schalldämper allerdings wiesen nach drei Monaten schon starke Rostspuren auf und wurden auf Garantie ausgetauscht. Der Benzinverbrauch stieg bei schneller Autobahnbfahrt bis auf elf Liter. Nach 7000 Kilometern tauschte ich 1996 meine alte gegen das neue Modell aus Die Modellpflege erwies sich aus meiner Sicht als Flop. Der neue Motor dreht im letzten Gang nicht mehr wie der alte locker über 9000/min. Das überarbeitete Fahrwerk zeigt alle Schwächen, die dem Vorjahresmodell nachgesagt wurden. So ist ein ordentlicher Shimmy-Effekt sowie ausgeprägtes Hochgeschwindigkeitspendeln vorhanden. Die Fahreigenschaften bei Regen, vor allem im Solobetrieb mit beladenen Koffern, sind eine Katastrophe. Dem Pendeln kann man zu Leibe rücken, wenn man die Vorspannung der Gabel komplett rausnimmt. Allerdings sollte man auf der Landstraße wieder vorspannen, da die Gabel sonst durchschlägt.Bernd Amler, FrankfurtSeit 1996 habe ich mit meiner XJ 900 S 20 000 problemlose Kilometer abgespult. Ich spendierte ihr eine Stahlflex-Bremsleitung vorn sowie einen Kofferträger der Marke Givi hinten. Für die kalte Jahreszeit war dann noch eine Griff-Heizung fällig. Bei Kilometerstand 18200 klickte nach kräftigem Bremsen die Telegabel beim Ausfedern, was durch mehr Gabelöl behoben wurde. Seitdem paßte ihr Ansprechverhalten auch besser zum straffen Federbein hinten. Störend: die zu kurzgeratene Endübersetzung im letzten Gang und der damit unangemessen hohe Benzinverbrauch von bis zu 12 Litern. Trotzdem würde ich die XJ 900 S sofort wieder kaufen, da es für sportliche Tourenfahrer, die Zuverlässigkeit und einen Kardanantrieb zu schätzen wissen, keine Alternative gibt.Ludwig Gäbl, MünchenIm Oktober 1996 kaufte ich meine Diversion aus zweiter Hand mit 3400 Kilometern für 13 000 Mark. Kilometestand heute 23 000. Den letzten Werkstattaufenhalt hatte meine Maschine beim Entdrosseln auf 90 PS. Auch in Zukunft werde ich jede Inspektion selbst ausführen. Mit Unterdruckuhren, vernünftigem Werkzeug und einem Werkstatthandbuch lassen sich im Lauf der Zeit viele Hundertmarkscheine einsparen. Meines Erachtens sind die Garantiebedingungen nichts als Beutelschneiderei. Helmut Schell, AndernachMeine XJ 900 S, Baujahr 1995, wurde als Graue (für Griechenland) gekauft. Bemerkenswert: Reifen-Erstausrüstung ist Metzeler Laser. Der Metzeler ist in allen Einsatzbereichen die bessere Wahl, auch der Dunlop kann da nicht heranreichen. Ärgerlich, daß schon nach 11000 Kilometern die hinteren Bremsbeläge ausgetauscht werden mußten. Auch die schlechte Verarbeitung der Hinterradschwinge läßt sich nach einem Winter mit rostenden Schweißnähten nicht verleugnen. Bis 1996 waren am Motorgehäuse noch Kreuzschlitzschrauben üblich, die ich durch Inbusschrauben aus Edelstahl ersetzt habe (Set 35 Mark im Zubehör).Holger Witt, Hude

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote