Yamaha XS 400 dohc (GK) (Archivversion)

Einsteiger sind mit der harmonischen Leistunsabgabe der gedrosselten Yamaha XS 400 dohc sehr zufrieden. In den Genuß der vollen Power nach zwei Jahren allerdings kommen die wenigsten - zu teuer.

Meine XS 400 dohc, Baujahr 1989, kaufte ich im Januar 1994 mit 15 000 Kilometern für 2600 Mark. Kurze Zeit später baute ich trotz verständnislosen Kopfschüttelns meines Yamaha-Händlers die zur Entdrosselung auf 45 PS nötige Teile wie Nockenwellen, Ansaugstutzen, Zündbox der Version 12 R ein. Auf den bis jetzt zurückgelegten 30 000 Kilometern traten bis auf den mehrmaligen Ausfall der Zündbox keine Defekte auf. Das Teil versagte bei jeder längeren Regenfahrt den Dienst. Weil mir eine neue Box zu teuer war - schlappe 950 Mark - und das Ding auch mit Silikon nicht dichtzukriegen war, entschloß ich mich zur Radikalkur: Ich griff kurz entschlossen zu Gießharz und füllte die Box damit. Teuer wurde dagegen der Wechsel der rostenden Auspuffanlage. Yamaha verlangt dafür 2 600 Mark, also wechselte ich zur Laser K2 (kostet nur ein Drittel, hält aber doppelt so lange). Bei den Reifen finde ich die Metzeler ME 77 optimal, die auch im Grenzbereich noch gutmütig sind. Die XS 400 kann Typen, denen Understatement liegt, bei der Jagd auf Vertreter der Stummellenker-Fraktion eine Menge Spaß bereiten.Roman Klaßmüller, HeilsbronnObwohl ich sie zuerst eher häßlich fand, kaufte ich 1993 eine XS 400 dohc, Baujahr 1984, mit einem Kilometerstand von 25 000 für 2350 Mark. Kaufargumente waren der gute Zustand, neue Reifen, neue Endtöpfe und ddas positive Urteil diverser Zeitschriften. Der erste Defekt war bei 32 0000 Kilometern eine gebrochene Drehzahlmesser-Welle. Mit zunehmendem Verschleiß des Hinterradreifens (Dunlop K 127) nahm auch die Längsrillen-Empfindlichkeit zu, war aber mit einem neuen Metzeler ME 77 vollständig aus der Welt geschafft. Bei 33 000 Kilometern wurden die eingelaufenen Lenkkopf-Kugellager durch Kegelrollen-Lager ersetzt. Die Fahrleistungen (27 PS) riefen zwar keine Jubelstürme hervor, und beim Bremsen mit Sozius muß man schon etwas kräftiger am Bremshebel ziehen. Dafür war meine Sozia mit dem gebotenen Komfort zufrieden, und viereinhalb bis fünf Liter Benzinverbrauch sind auch okay: Wer eine Maschine zum Fahren statt zum schrauben sucht, ist gut bedient.Carsten Bender, Bochum Im Juni erwarb ich als Zweitmaschine eine XS 400 dohc, Baujahr 1984, mit Kilometerstand 28 000 und neuem TÜV für 2500 Mark. Mit der 45- PS-Version schaffte ich nach Tacho 155 km/h. Folgende Schäden traten während einer 4000-Kilometer-Urlaubsfahrt auf: Membran des Benzinhahns defekt, leider mußte ich den ganzen Hahn für 95 Mark ersetzen, da Einzelteile nicht angeboten werden. Der Dichtring am rechten Gabelholm wurde undicht, die Tachobeleuchtung war durchgebrannt und die Welle im Tacho für das Zählwerk gebrochen. Da ein Ersatzteil bei den Gebrauchtteilehändlern nicht zu kriegen war, mußte ich einen neuen Tacho für 270 Mark kaufen. Zwei Rostlöcher im linken Auspuff habe ich mit verzinktem Stahlblech, Alu-Folie und zwei Schlauchschellen abgedichtet. Trotzdem bin ich nach der Reise so mit dem Bock zufrieden, daß ich mich entschlossen habe, ihn zu behalten.Peter Dulitz, SeligenstadtMeine XS 400 mit 27 PS, mit der ich zwischen 1984 und 1990 rund 48 0000 Kilometer zurückgelegt habe, kaufte ich neu zum Preis von 3500 Mark. Das Motorrad besitzt zwar ein gewöhnungsbedürftiges Design, aber auch eine Vielzahl positiver Eigenschaften, die es zu einem angenehmen und wirtschaftlichen Fahrzeug machen. Die aufwendige Drosselung führt zu einer komfortablen Motorcharakteristik, macht allerdings ein Entdrosseln auf 45 PS wirtschaftlich uninteressant. Zum anderen besitzt die Maschine ein handliches und gut beherrschbares Fahrwerk, das jedoch mit moderneren Fahrwerken nicht mehr mithalten kann. So pendelt die XS 400 oberhalb von 140 km/h, die hintere Federung ist zu weich, die schmalen Pneus bieten nicht die Haftung von Niederquerschnittsreifen, und die vordere Scheibenbremse ist unterdimensioniert und ohne fühlbaren Druckpunkt. Lobenswert sind die entspannte Sitzposition auf der auch für zwei Personen sehr komfortablen Sitzbank, die große Zuladung, die große Reichweite und das gute Licht. ich würde jedem, der ein gutes Motorrad für ganz wenig Geld sucht, zur XS 400 dohc raten.Stefan Herd, MarburgNach dem Erwerb des Führerscheins 1989 kaufte ich mir aus dritter Hand die XS 400 mit 40 0000 Kilometern. Nach sechs Wochen flog mir der Motor mit gerissener Steuerkette auseinander. Die Vorgängerin hatte die Wartung wohl etwas vernachlässigt. Der neue Motor, den meine Vertragswerkstatt einbaute, hielt einwandfrei und benötigte keinerlei Reparaturen bis zum Verkauf bei ungefähr 75 000 Kilometern. Ich halte die XS 400 dohc für die Einsteiger-Maschine, die leicht zu handhaben ist, wenig Wartungsaufwand benötigt und auch auf größeren Touren voll bepackt ihre Fahrerin sicher nach Hause brachte. Ich habe die mir sehr ans Herz gewachsene kleine Maschine nur in Zahlung gegeben, weil mit der Tochter mehr Gepäck dazu kam und die 27 PS sich mit dem Mehrgewicht an Steigungen etwas schwer taten.Sabine Nierhaus, Hamminkeln

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