Yamaha XT 1000 Ténéré (Archivversion) Öffentlichkeits-Arbeit

Wie aus einer kleinen ganz schnell eine große Öffentlichkeit werden kann, zeigt die Geschichte
der hier abgebildeten Zeichnung.

Die versammelten Ténéré-Fans staunten nicht schlecht: Gleich drei hochrangige Yamaha-Mitarbeiter aus Japan und Deutschland erschienen auf ihrem Treffen. Die Herren stellten ihnen nicht
nur ganz ungeniert viele Fragen über die gewünschten Eigenschaften einer neuen großen Enduro, sie zeigten auch ziemlich konkrete Entwürfe. Ein Mann mit fotografischem Gedächtnis ließ von dem, was er gesehen hatte, ein Phantombild fertigen.
Es zeigt ein sportlich und hochwer-
tig gedachtes Motorrad mit Leichtmetall-
Brückenrahmen, kräftig dimensionierter Schwinge und steifer Upside-down-Gabel. Die Schalldämpfer sind nach oben ins
elegante, eher breit als hoch gezeichnete Heck verlegt; das bringt maximale Boden- und Schräglagenfreiheit und ist bei konstruktiver Vorsorge auch mit Koffern zu kombinieren. Deutlich betont wird die Yamaha-Herkunft der Neuen durch die kleine Frontverkleidung im Schrägaugen-Design. Die Verkleidungsscheibe soll dem derzeitigen Klassenstandard gemäß manuell
einstellbar sein, ein abschaltbares ABS gibt der Erfolg der BMW-GS-Modelle vor.
Bleibt die spannende Frage nach dem Motor. Ein Reihenzweizylinder soll es sein, aber mit dem bekannten Twin der TDM, der ja in einer früheren Version als 750er auch die alte Super-Ténéré befeuert hat, nicht mehr allzu viel zu tun haben. 1000 Kubikzentimeter Hubraum und mindestens 100 PS sind Ehrensache, überraschend ist die Wahl eines Vier- statt eines Fünfventil-Zylinderkopfes. Weil Yamaha beim TDM-Motor und auch beim MotoGP-Renner virtuos mit ungewöhnlichen Zündversatzwinkeln umgeht, wird der neue 1000er jedoch den 270-Grad-Versatz des TDM-Antriebs behalten, also zünden wie ein 90-Grad-V2. Das verleiht ihm eine rustikalere Cha-
rakteristik als einem 180-Grad-Motor. Im Gegensatz zum TDM-Triebwerk müsste er jedoch größere Schwungmassen bekommen, um tadellosen Rundlauf als wichtigen Bestandteil satten Durchzugs aus niedrigsten Drehzahlen bieten zu können. Und er müsste weitaus leichter sein als das alte Aggregat, schließlich soll die große Ténéré, wenn sie im Jahr 2006 auf den Markt kommt, unter 200 Kilogramm wiegen. Falls damit 200 Kilo vollgetankt gemeint sind, wäre das eine Sensation.

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