Yamaha XV 1100: Gebrauchtberatung (Archivversion) Technische Daten (Modell 3LP)MotorLuftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-75-Grad-V-Motor, je eine obenliegende, kettengetriebene Nockenwelle, zwei über Kipphebel betätigte Ventile pro Zylinder, Nasssumpfschmierung, Mikuni-Gleichdruckvergaser, Ø 40 mm, kontaktlose Transistorzündung, keine Abgasreinigung, E-Starter, Drehstromlichtmaschine 280 Watt, Batterie 12 V/16 Ah, Fünfganggetriebe, Kardanantrieb.Hubraum 1063 cm3Nennleistung 45 kW (62 PS) bei 6000/minMax. Drehmoment 85 Nm (8,7 kpm) bei 3000/minFahrwerkPressstahlrahmen, Telegabel, Standrohrdurchmesser 38 mm, Zweiarmschwinge aus Stahlrohr, zwei Federbeine mit verstellbarer Federbasis, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 282 mm, Zweikolbensättel, Trommelbremse hinten, Ø 200 mm, Reifengröße vorn 100/90 H 19, hinten 140/90 H 15.Maße und GewichteRadstand 1525 mm, Lenkkopfwinkel 58 Grad, Nachlauf 129 mm, Federweg v/h 150/97 mm, Sitzhöhe 700 mm, Tankinhalt 16,8 Liter, Gewicht vollgetankt 245 kg, zulässiges Gesamtgewicht 480 kg.Messwerte (MOTORRAD 26/1995)Höchstgeschwindigkeit solo (mit Sozius) 172 (158) km/hBeschleunigung solo (mit Sozius)0–100 km/h 4,9 (6,5) sekDurchzug solo (mit Sozius) 60–140 km/h 13,2 (19,1) sekVerbrauch 5,4 bis 10,5 l/100 km, Normalbenzin

ModellgeschichteDie von 1989 bis 1999 in Deutschland angebotene Yamaha XV 1100 basiert auf der XV 1000, deren Stammbaum sich wiederum bis ins Jahr 1981 zurückverfolgen lässt, als die beiden technisch verwandten Modelle TR 1 und der Softchopper XV 750 debütierten. Das etwas überladene Design der XV 1100 kontrastiert mit dem steifen und – für Chopper-Verhältnisse – sehr wendigen Fahrwerk, dem keinerlei Unarten anzulasten sind. Mit der homogenen Leistungsentfaltung des betagten V2-Triebwerks, den zupackenden Bremsen sowie der kompletten Ausstattung mit Hauptständer und Drehzahlmesser geht die XV 1100 unter ihresgleichen glatt als Tourer durch. Nachteilig wirken sich allerdings der vergleichsweise hohe Spritverbrauch sowie die auf Dauer unbequeme Sitzposition aus.MarktsituationRund 12500 Käufer entschieden sich während der zehnjährigen Bauzeit für eine XV 1100. Trotz des guten Gebrauchtangebots (Bestand zirka 11500 Stück) erfreut sich die mittlerweile altbacken wirkende Yamaha nach Aussage mehrerer Gebrauchthändler immer noch einer soliden Nachfrage. Gesucht sind besonders Modelle ab 1994 mit Speichenrädern. Schwacke taxiert den Händlerverkaufspreis für ein 1994er-Exemplar mit 75000 Kilometern auf stolze 3000 Euro. Eine XV 1100 von 1999 mit 33000 Kilometern soll sogar noch 5100 Euro wert sein.BesichtigungDer Motor der Yamaha XV 1100 gilt als überaus standfest und dankt regelmäßige Pflege – insbesondere die Kontrolle des Ventilspiels – mit problemlosen Laufleistungen bis 100000 Kilometer. Der einzige Schwachpunkt des Zweizylinders ist der Anlasser. Dreht er leer durch, ist meist der Freilauf defekt. Kreischende Geräusche beim Knopfdruck deuten auf eine verschlissene Rutschkupplung hin. Eine preisgünstige Reparatur verspricht der Yamaha-Händler und XV-Spezialist Ferdinand März aus Prüm, der beispielsweise Schäden am Freilauf für zirka 30 Euro behebt und eine defekte Rutschkupplung für rund 80 Euro instand setzt.Modellpflege1989 Modelleinführung mit Gussrädern und Festsattelbremsen (Modellcode 3LP, unten links und Mitte) 1994 neu: Speichenräder, gelochte Bremsscheiben mit Zweikolben-Schwimmsätteln (unten rechts)1996 geänderte Auspuffanlage ohne Endröhrchen

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