Yamaha XV 535

Ein minimalistisches Gebilde, halb Chopper, halb Alltagskiste, diese Yamaha. Ein propper anzuschauender V2-Motor, offen zur Schau getragen, vom Tropfentank gekrönt, auf Speichenrädern durchs Leben rollend. Ein Erfolgsrezept, das zu Zeiten des Klasse-1b-Führerscheins in einer lammfrommen 27-PS-Variante, später mit 34 PS verschrieben wurde. Weil es auch in der höchsten Dosierung mit 46 PS niemals Furcht einflößt, der wartungsarme Kardan ölverschmierte Finger vermeidet und die niedrige Sitzhöhe leichtgewichtigen jungen Damen entgegenkommt, musste die XV einfach zum Liebling vieler Gelegenheitsfahrer werden. Und weil der Chopper frei macht vom Konkurrenzdenken. Chopperfahrer haben Zeit, können Fransenjacke und Jeans tragen, müssen niemand beweisen, wie rasant sie ums Eck biegen können. Lässig lassen sie die Knieschleifer ziehen. XV-535-Piloten haben`s leicht und - doch schwer. Denn wo bleibt die Unverwechselbarkeit? In den Katalogen der Zubehöranbieter. Aus der XV eine Indian machen? Kein Problem. Sogar mit nostalgischer Springergabel, wenn´s beliebt. Und wie mutiert die Yamaha zum Harley-Imitat? Mit Custom-Kit des Hauses. Weil zu einem Verkaufschlager auch immer innere Werte gehören, seien die hier aufgezeigt: Ausdauer, Sparsamkeit, Robustheit. All das nennt die XV ihr eigen, wie der Langstreckentest vom 1990 bewies. Da war der kleine Chopper zwei Jahre auch dem Markt. Und es sollten noch zwölf weitere werden, heuer 51621-mal verkauft. Platz eins der wahren Evergreens.

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