Yamaha YZF-R1

Die R1 hat im Laufe der Jahre eine erstaunliche Wand-lung vollzogen. Ursprünglich ein radikaler Supersportler, der unvorsichtige Piloten mit einem wuchtigen Drehmoment-Schwinger reihenweise auf die Bretter schickte, bekam die R1 schnell den Ruf eines schönen Biests. Vielleicht mit ein Grund, dass die Sportfahrer zwar begeistert, aber beim Kauf doch etwas zurückhaltender waren. Von 1999 einmal abgesehen, rangierte die R1 in der Verkaufshitliste zwischen den Plätzen 13 und 29.
Bis Yamaha mit ihr das tat, was auch die MotoGP-Ingenieure beim Weltmeister-Bike M1 zuoberst im Lastenheft stehen
haben: die Fahrbarkeit perfektionieren, ein Lenkungsdämpfer verhindert zappelnde Lenkerstummel. Und vor allem wurde das Drehmoment im mittleren Bereich gekappt, Spitzenleistung in höhere Regionen verlagert. Macht die R1 keinen Deut langsamer, aber ungleich umgänglicher. Weil der perfekt abgestimmte Fünfven-
tiler trotzdem mehr als genug Druck bietet. Und er nun fast
die prickelnde Drehfreude einer quirligen 600er dazugewonnen hat. Die man dort, wo es Sinn macht, mit der entsprechenden gewaltigen Power tatsächlich abrufen kann.
Und weil das Fahrwerk von komfortabel bis sportlich alles drauf hat, wird die R1
mit ihrer kommoden Ergonomie praktisch zum supersportlichen Alleskönner. Der auch noch mit perfekter Verarbeitung, unverwechselbarem Design und einem herrlichen Klang punktet. Was es Testern schwer macht, überhaupt noch etwas zum Nörgeln zu finden. Die Fans freut es offensichtlich. Dümpelte die R1 2003 noch mit 1924
verkauften Einheiten auf Platz 20, griffen 2004 fast doppelt so viele Käufer zum
neuen Modell. Was wäre wohl erst mit einer Rossi-Replika drin gewesen? abi

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