Yamaha (Archivversion) Verzögerungstaktik

Endlich bietet Yamaha den überarbeiteten Sporttourer FJR 1300 mit Antiblockiersystem an. Außerdem neu in Europa: der Powercruiser Road Star Warrior mit sportlichem Chassis und kraftvollem 1670er-Motor.

Hoch gelobt, viel gepriesen: Der Sporttourer Yamaha FJR 1300 überzeugte in Tests und Vergleichstestest mit ausgewogenen Fahreigenschaften, kräftigem Antrieb und umfangreicher Ausstattung. Der sicherheitsbewussten Touren-Klientel, die sich bislang überwiegend in Richtung Bayern orientierte, fehlte bislang nur eines: ein ABS. Dieses Manko haben die Japaner nun bereinigt. Das 2003er-Modell FJR 1300A hat endlich ein elektronisch gesteuertes Antiblockiersystem, bei dem beide Räder unabhängig voneinander verzögert und über Sensoren kontrolliert werden.Sieben Kilogramm nimmt die mit ABS bestückte FJR infolge der erforderlichen elektronischen und hydraulischen Steuerung gegenüber der Basisversion zu, der Preis steigt auf zirka 14500 Euro. Neu ist nicht nur das ABS, sondern auch die vordere Bemsanlage. Die Scheiben sind auf 320 Millimeter angewachsen, ein von Brembo entwickelter Hauptbremszylinder betätigt die bewährten hauseigenen Vierkolbenzangen. Optimierte Federelemente sollen den Fahrkomfort nochmals verbessern. Die Gabel ist jetzt neben Einstellmöglichkeiten für Zug- und Druckstufe auch in der Federbasis justierbar. Größere Fahrer beanstandeten bisher häufig Turbulenzen im Kopfbereich. Deshalb hat Yamaha der neuen FJR eine 40 Millimeter höhere Scheibe spendiert, die dank eines größeren Einstellbereichs fünf Grad steiler angestellt werden kann. In einem kleinen, abschließbaren Staufach im Verkleidungsoberteil lassen sich wichtige Utensilien diebstahlsicher unterbringen. Und damit nicht das ganze Motorrad verschwindet, hat das A-Modell eine Wegfahrsperre, die über das zentrale Steuergerät die Einspritzung lahm legt.Eine ganz andere Zielgruppe spricht der Sportcruiser Road Star Warrior an, der bereits in diesem Jahr in den USA angeboten wurde (siehe Fahrbericht in MOTORRAD 3/2002). Der Motor basiert im Wesentlichen auf dem bewährten Wild-Star-Triebwerk, dessen Kolben um zwei Millimeter auf 97 Millimeter anwuchsen. Ergibt einen Hubraum von 1670 cm3. Den Brennstoff bereitet eine Einspritzanlage auf, ein Sekundärluftsystem sorgt für den gesetzlich geforderten, niedrigen Schadstoffausstoß. Während das amerikanische Modell knapp 80 PS leistet, gibt Yamaha für die Europa-Variante 84,3 PS bei 4400/min an. Umfangreiche Modifikationen an den Zylinderköpfen bewirken, dass der mit wartungsfreien Hydrostößeln ausgestattete, mit 113 Millimeter Hub immer noch recht langubige Dampfhammer williger hochdreht. Der mattschwarz lackierte Rahmen der Warrior besteht ebenso wie die Schwinge komplett aus Aluminium, die sportliche Note wird außerdem durch eine von der R1 abgeleitete Upside-down-Gabel und die kräftige Bremsanlage mit zwei großen 300er-Scheiben vorn unterstrichen. Logisch, dass ein solches Sportgerät nicht mit den Drahtspeichenrädern der Wild Star, sondern mit breiten und 11,5 Kilogramm leichteren Gussfelgen ausgestattet ist. Darauf sind Niederquerschnittsreifen in den Dimensionen 120/70 ZR 18 vorn und 200/50 ZR 17 hinten aufgezogen. Übrigens: Die Kotflügel sind nicht aus billigem Plastik, sondern aus solidem Stahlblech geformt. Mit einer Reihe von Zubehörteilen lässt sich die Warrior individuell gestalten und aufrüsten. Über den Preis schweigt sich Yamaha noch aus.

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