Youngtimer: Gebrauchtkauf (Archivversion) Tipps zum Youngtimer-Kauf

Wer sich auf einen Youngtimer einlassen möchte, gehört in der Regel nicht mehr zu den Motorradneulingen. Dennoch ist es ratsam, sich zunächst in aller Ruhe und Ausführlichkeit über das in Frage kommende Modell zu informieren. Dabei nach Möglichkeit sämtliche Informationsquellen nutzen, angefangen vom Vertragshändler, der idealerweise das betreffende Motorrad noch selbst kennt, über alte MOTORRAD-Testberichte (Tests können unter Telefon 0711/182-1229 nachbestellt werden) bis hin zu den einschlägigen Seiten im Internet, sofern vorhanden. Auf
diese Weise erhält man rasch einen guten Überblick über Stärken und Schwächen des geplanten Kaufobjekts.
Darüber hinaus sollte die Ersatzteilversorgung überprüft werden. Sind die wichtigsten Baugruppen noch als Originalteile lieferbar, oder fin-
det sich Passendes nur noch bei
Gebraucht- oder Zubehörhändlern? Diese Frage stellt sich insbesondere im Fall eines Exoten, weil man bei solchen Modellen im Schadensfall fast nur auf Originalteile zurückgreifen kann. Daran denken, dass zu den Exoten durchaus auch die seinerzeit schlecht verkauften Modelle der bedeutenden Hersteller zählen.
Eine weitere Kostenfalle stellen die oftmals aufwendigen Drosselmethoden vieler Bikes auf die damals für Führerscheinanfänger üblichen 27 PS dar. Im ungünstigsten Fall, wie beispielsweise bei der Honda CX 500, belaufen sich allein die Ersatzteilpreise für die Entdrosselung auf deutlich über 1000 Euro. Ein Blick auf die Internetseiten der Reifenhersteller bringt zum Abschluss
der Recherche Klarheit, ob für
den auserwählten Youngtimer überhaupt aktuelle Reifenpaarungen angeboten werden.
Nach dem Sammeln aller Fakten
beginnt die Suche. Dabei sollte man möglichst nach einem Exemplar mit wenigen Vorbesitzern sowie nachvollziehbarer Vorgeschichte Ausschau halten. Beim Studium der Offerten, egal, ob im regionalen Anzeigenblatt, den Fachzeitschriften oder im Internet, bekommt man gleichzeitig einen guten Überblick über das Preisniveau. Von den Fotos im Internet sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen. Wegen des winzigen Formats besitzen diese praktisch keine Aussagekraft. Empfehlenswerter ist es, dem Besitzer eine exakte Zustandsbeschreibung mit Hilfe eines detaillierten Fragebogens zu entlocken. Ist der Standort der Gebrauchten weiter entfernt, sollte man sich die Angaben vom Verkäufer per Fax mit Unterschrift bestätigen lassen. Auf diese Weise kann man Enttäuschungen vor Ort zwar nie ganz ausschließen, aber zumindest reduzieren.
Wichtig ist, dass man die Geduld nicht verliert, selbst wenn man nach längerer Zeit immer noch nicht fündig geworden ist. Das Ziel sollte auf jeden Fall ein gut erhaltenes Exemplar im Originalzustand sein, weil ein höherer Kaufpreis für ein nahezu perfektes Motorrad am Ende zumeist doch günstiger kommt als eine Restaurierung. Deren Kosten lassen sich vorab nämlich in den seltensten Fällen exakt beziffern.

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