Zubehör im Test (Archivversion)

Es gibt Motorräder, die schreien förmlich nach Optimierung. Die R1 gehört ganz gewiss nicht dazu. Sie dokumentiert vielmehr den hohen Stand moderner Serientechnik, so dass Fußrastenanlagen und Fahrwerke in erster Linie der individuellen Note verpflichtet sind.

Gilles-Tooling-Rastenanlage
Wer es variabel liebt, kommt hier auf seine Kosten. Die Rasten selbst sind stufenlos einstellbar, das Schaltschema lässt sich spielerisch umdrehen. Die Anlage (vcr.38.gt) selbst ist passgenau, allerdings muss der Bremslichtschalter neu verkabelt werden. Eine Eintragung in die Papiere ist nicht erforderlich, neben Gold auch in Schwarz erhältlich (www.gillestooling.com, 479 Euro).

Gilles-Tooling-Kettenspanner
Der Aluminium-Kettenspanner (185 Euro) wird cnc-gefräst und läuft zumindest in Kombination mit der Ständeraufnahme kts.Lifter (47,50 Euro) und im satten Goldton unter abstrakter Kunst. Zum Spannen bewegen die hinteren Einstellschrauben einen Gleiter. Lieferbar ist diese Kombination auch in dezentem Titan- oder Schwarzton (www. gilles.tooling.com).

MRA-Racingscheibe
Wie bei vielen Sportlern eine Empfehlung: die Racingscheibe von MRA. „Supergut, vor allem bei höheren Geschwindigkeiten“, notiert ein Vielfahrer ins Fahrtenbuch. Tatsächlich nimmt die gewölbte Scheibe viel Druck vom Oberkörper. Allerdings traten bei der Montage Spannungen auf, die zum Abriss eines Verkleidungsgewindes führten (www.mra.de, 79,90 Euro).


Federbeine
Ein Nachrüst-Federbein ergibt bei der R1, wenn überhaupt, lediglich bei forciertem Rennstreckeneinsatz Sinn, weil diese in der Regel einen weiteren Einstellbereich bieten. Beim Wilbers-Federbein sitzt die Druckstufeneinstellung auf der falschen Seite, somit unerreichbar. Alle Federbeine sind straffer als die Serie, die Preise mit hydraulischer Federvorspannung jenseits der 1000 Euro.

Gabelfedern
Deutlich günstiger als das Federbein kommt die Umrüstung der Gabelfedern. Die Preise liegen um die 100 Euro, das entsprechende Gabelöl kommt hinzu. Alle Federn sind linear gewickelt, aber unterschiedlich ausgelegt. Mit den WP-Federn zum Beispiel taucht die Front kaum ein, während Öhlins und Wilbers auf der gemäßigten Seite liegen. Ebenso wie die Original-Federn.

LSL-Rasten
Eine komplette Rastenanlage hat LSL bisher nicht im Programm, aber Zubehör-Fußrasten. Für 50,90 Euro gibt es die griffigen, kurzen und runden Alu-Teile inklusive Gelenk, die problemlos in die Original-Halter passen. Sicher kein Muss, aber als Ersatz für Sturzschäden eine echte Alternative (www.lsl-motorradtechnik.de).

LSL-Lenker
Sport-Match Offset high nennt sich die LSL-Kreation (319 Euro, www.lsl-motorradtechnik.de), die auf der R1 für ein anderes Sitzgefühl sorgt. Wegen der begrenzten Gaszuglänge und der höheren Anbaulage sind die Lenkerenden spürbar weiter nach außen gekröpft als beim Original, die Sitzposition fühlt sich „streetfightermäßig“ an.

LSL-Crash-Pads
85,95 Euro, die sich lohnen können. Die Chrash-Pads ragen weit genug aus der Verkleidungsseite, um bei einem Umfaller oder gar Sturz Schlimmeres zu verhindern. Wie gut sie ihrer Aufgabe nachkommen, musste die Redak-tion MOTORRAD zum Glück nicht ausprobieren (www.lsl-motorradtechnik.de).

Variobar
Auch der Variobar-Lenker von Gilles verändert die R1-Ergonomie nachhaltig und ist vielfältig einstellbar. Entscheidend – und begrenzend – ist jedoch auch hier die Länge des Original-Gaszugs. Die Lenkerhälften sind 30 Millimeter breiter als das Original und bei minimaler Neigung 25 Millimeter höher (www.gilles.tooling.com, 299 Euro).

Power Commander
Mehr Leistung? Gar nicht so einfach. Wer meint, er müsse nur einen Power Commander (339 Euro plus 79,95 Euro für KN-Luftfilter) einbauen, liegt falsch. Nicht einmal mit Micron-Paket (Komplettanlage mit Kat-Ersatzrohr) drückte der R1-Motor wesentlich mehr oder gleich-mäßiger Leistung ab (www.micronsystems.de). Da hilft nur Abstimmung beim Fachmann.

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