Zündfolge der Zylinder (Archivversion)

Für alle, die jetzt vor lauter Gradzahlen nur Versatzstücke verstehen: Die Sache ist gar nicht so einfach. Also: Wenn eine Kurbelwelle sich einmal ins Runde dreht, entspricht das 360 Grad. Da ein Viertakter nur alle zwei Kurbelwellenumdrehungen zündet, spielen sich beim Vierzylinder alle vier Zündungen innerhalb von 720 Grad ab. Die Position der Hubzapfen, die exzentrisch platziert sind und auf denen die Pleuel laufen, wird ebenfalls in Grad angegeben. Bei einem konventionellen Vierzylinder laufen je zwei Kolben parallel, die Hubzapfen sind um 180 Grad versetzt. Das heißt: Kolben Nummer eins ganz unten, die Kolben zwei und drei sind oben und Nummer vier ist wieder unten. Es erfolgt ganz gleichmäßig bei jeder halben Kurbelwellenumdrehung (also alle 180 Grad) eine Zündung.

Sind die Hubzapfen gegenüber dieser "normalen" Anordnung versetzt (beim neuen R1-Motor um 90 Grad), läuft der Motor mit ungleichmäßigen Zündabständen, also unrhythmisch. Zündung, eine dreiviertel Umdrehung Pause, Zündung, halbe Umdrehung Pause, Zündung, viertel Umdrehung Pause. Diese Taktung entspricht einem 90-Grad-V4 mit 180 Grad Hubzapfenversatz. Aufgrund des Zylinderwinkels von 65 Grad liegt die Zündfolge beim Aprilia-RSV4-Motor jedoch etwas näher zusammen. Eine halbe Umdrehung nach Zylinder eins folgt der zweite (180 Grad), danach zündet Zylinder vier nach 245 Grad, bevor Zylinder drei 180 Grad später (also bei 425 Grad) dran ist.

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