Zum Thema (Archivversion) «No sports? We will see.“

MOTORRAD-Redakteur Rainer Bäumel über britisches Understatement.

»No sports,« kommentierte Triumph-Besitzer John Bloor Anfang 1996 die Frage neugieriger MOTORRAD-Journalisten, ob die neue Daytona im Superbike-Sport eingesetzt werden solle. Zur Erinnerung: Damals stand noch nicht fest, daß die Daytona das Hubraumlimit für Dreizylindermotoren um 55 cm³ überschreiten würde (für Zweiylinder liegt die Obergrenze laut Superbike-Regelwerk bei 1000, für Dreizylinder bei 900 und für Vierzylinder bei 750 cm³).Bloor dementiert auch heute noch Pläne für ein Rennsport-Comeback von Triumph (Anfang der 70er Jahre dominiert die damalige Trident die Serienmaschinen-Klasse der Tourist Trophy auf der Isle of Man). Trotzdem hat er sicherheitshalber im vergangen Herbst beim Superbike-WM-Organisator Flammini schon mal anfragen lassen, ob man nicht das Reglement ein wenig ändern und das Hubraum-Maximum für Dreizylindermaschinen auf 955 erhöhen könnte. Der Vorschlag wurde aber auf Druck der bereits an der WM beteiligten Hersteller abgelehnt.Schon mit 900 cm³ Hubraum aus drei Zylindern könnte man die Konkurrenz bei den Superbikes ordentlich aufmischen. Leiden doch die japanischen 750er Vierzylinder unter ihrer Antrittsschwäche im unteren Drehzahlbereich und der 996er Ducati-Twin an seiner Defektanfälligkeit, da die Italiener ihrem Triebwerk Drehzahlen und Kolbengeschwindigkeiten jenseits von Gut und Böse zumuten müssen, um in der Spitzenleistung keinen Boden zu verlieren. Ein 900er Dreizylinder wäre sowohl antrittsstark als auch drehzahlfest.Die außerplanmäßige Hubraum-Erweiterung bei der neuen Daytona auf 955 cm³ war nötig geworden, weil die Engländer in der Leistung im Serientrimm der direkten Marktkonkurrentin Honda CBR 900 RR keinesfalls hinterherhinken wollten. Die hat bekanntlich vier Zylinder und kann damit aus einem größeren Drehzahlpotential ihre Leistung schöpfen. Dieses Manko konnten die Triumph-Ingenieure nur mit mehr Hubraum ausgleichen.Dennoch ist ein Superbike-Einsatz nicht ein für allemal ausgeschlossen. Aus welchem Grund auch immer, hat das zweite neue Triumph-Modell, die unverkleidete Speed Triple, nur einen Hubraum von 885 cm³. Sogar Motoraufhängungspunkte im Rahmen sind dieselben wie in der Daytona. Nichts liegt näher als das Triebwerk einfach umzuhängen, sofern man es schafft, vorher die nötigen PS für den Renn-Trimm herauszukitzeln. Eine Sonderserie von 200 solcher Daytona-«R«-Modelle müßte Triumph bauen, um in der Superbike WM antreten zu dürfen. We will see.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote