Zum Thema (Archivversion) Machtwechsel beim Verband

Als Interessensvertreter fungierte der Industrie-Verband Motorrad in den letzten Jahren eher zurückhaltend. Obwohl ihm mit dem nun scheidenden Präsidenten und Ex-Suzuki-Chef Bert Poensgen ein Mann vorstand, der dafür bekannt ist, nicht auf den Mund gefallen zu sein.

In der Verbandsarbeit blieb Energiebündel Poensgen eher ruhig. Weder wollte er beim Thema Motorrad-Führerschein etwas bewegen, noch gelang es ihm, das Thema Motorrad bei der Jugend im großen Stil zu platzieren. Und nach Berlin, also dorthin, wo viele verkehrspolitischen Entscheidungen gefällt werden, zog es den in der südhessischen Provinz bei Suzuki in Bensheim viel beschäftigten Manager nur ganz selten. Eher schon auf die Rennstrecken und Cross-Pisten der Welt, wo er sich voller Energie um das Fortkommen der jungen Helden Max Neukirchner und Ken Roczen kümmerte. Immerhin machte Poensgen aus der Zweiradmesse Intermot in Köln eine erfolgreiche Veranstaltung mit fast 200000 Besuchern. Und hinterlässt nun einen wohlgeordneten Verband mit klaren Strukturen.
Seinem Nachfolger Hermann Bohrer schmeckt die Berliner Luft besser. Leitet der Urbayer doch seit knapp drei Jahren das BMW-Motorradwerk in Berlin-Spandau. Das lässt darauf hoffen, dass den Interessen der Motorradindustrie und auch der Motorradfahrer zukünftig wieder öfters Gehör verschafft wird. Themen gäbe es genug. Die Nähe zu den Entscheidungsträgern wird dem BMW-Mann helfen. Bohrers Schreibtisch steht nicht einmal zwölf Kilometer von dem des Herrn Verkehrsminister entfernt.

Herzlichst Ihr Micheal Pfeiffer

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